Rom: Aufbau und Verwaltung der Republik

Das republikanische Rom (509-27 v. Chr.) wird häufig als ein demokratischer Staat angesehen. Zwischen der Macht von Magistrat (Regierung), Senat und den Plebejern (Volksversammlung) gab es – den Gesetzen nach – ein Gleichgewicht. Tatsächlich aber war die erste Zeit der Republik vor allem eine Periode harter Auseinandersetzungen zwischen den Patriziern des Senats, im Bemühen, ihre Vorrechte zu wahren, und den Plebejern, die ebenfalls bestrebt waren, ihre Interessen durchzusetzen. Erst im 3. Jahrhundert v. Chr. gelang es den Plebejern, Gesetze zu ihren eigenen Gunsten durchzubringen. Sobald jedoch die Plebejer Zugang zu den Stellungen in der Verwaltung erlangt hatten, entstand eine neue Interessengemeinschaft zwischen dem Adel und den reichen, ehrgeizigen Plebejern, die zur Bildung einer Oligarchie führte. Sie war mindestens ebenso exklusiv wie ehemals der Patrizieradel. Die Gesetzgebung
Der Senat und die Volksversammlung (Concilium Plebis) bildeten die Legislative, die Magistrate die Exekutive der Republik. Die Zensoren (die über die öffentliche Moral wachten) wählten aus dem Kreis ehemaliger Magistratsbeamten die 300 Senatoren. Der Senat hatte ursprünglich nur eine beratende Funktion, ihm oblag die finanzielle Kontrolle. In Wirklichkeit brachte er aber Gesetzesanträge ein, entschied über Krieg und Frieden und bestimmte die Außenpolitik. Der Senat übertrug auch höheren Magistratsbeamten nach Abschluss ihres Amtsjahres Provinzen als Statthalter. Die Volksversammlung, als, Vertretung der Plebejer, war gleichfalls berechtigt Gesetze einzubringen, seit 287 v. Chr. hatten ihre Beschlüsse sogar Gesetzeskraft. In der Praxis stimmte die Volksversammlung jedoch Gesetzesanträgen lediglich zu oder lehnte sie ab. Die höchsten Beamten der römischen Republik waren die beiden Konsuln. Sie wurden von der Versammlung der Zenturien (Comitia Centuriata) aus den vom Senat vorgeschlagenen Kandidaten gewählt. Mit dem Vorsitz im Senat und als oberste Heerführer im Krieg verfügten die Konsuln über eine außerordentliche Machtfülle. Unter ihnen standen die Prätoren, deren Zahl zwischen zwei und acht schwankte, ihre Hauptaufgabe war die Rechtspflege. Für die öffentlichen Finanzen waren vier Quästoren verantwortlich. Die beiden Zensoren beaufsichtigten die Ausführung staatlicher Aufträge, in der späten Republik hatten sie auch das Recht, die Liste der Senatsmitglieder zu überprüfen. Für Straßen, Tempel, öffentliche Arbeiten, für die Getreideversorgung und die staatlichen Spiele und Feste waren die Ädilen verantwortlich. Amtsdiener (Liktoren) trugen den höheren Beamten Liktorenbündel (Fasces) voraus, um ihnen den Weg frei zu machen. Zehn Volkstribune waren damit betraut, die Rechte der Plebejer zu sichern. Sie hatten bei Magistratsbeschlüssen wie auch bei Gesetzesvorlagen Vetorecht. Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. saßen sie auch im Senat. Die Macht der Konsuln
Die Amtsgewalt (Imperium), die die Konsuln und Prätoren innehatten, galt nach Abschluss ihres Amtsjahres auch für die ihnen zugestandene Provinz. Welche der Provinzen einem Konsul oder Prätor übertragen werden sollte, entschied der Senat. Um Bestechung zu vermeiden, legte man das bereits vor der Wahl der höchsten Beamten fest, und zwar ließ man das Los entscheiden. Die Amtsmacht galt aber nur innerhalb der Grenzen der jeweiligen Provinz. Das zeigte sich, als Cäsar 49 v. Chr. den Rubikon überschritt, damit erklärte er dem Senat den Krieg. Die Gouverneure verwalteten ihre Provinzen für ein Jahr. Diese Amtszeit konnte verlängert werden (Prorogatio). Die wichtigste Persönlichkeit in der Religion war der oberste Priester (Pontifex Maximus). Er war das erwählte Oberhaupt des Priesterkollegiums, zu dem auch die Vestalinnen und die Opferpriester (Flamines) bestimmter Götter zählten. Die Auguren erforschten bei wichtigen Staatshandlungen den Willen der Götter. Die Römer verehrten viele Götter, meist griechischen Ursprungs. An erster Stelle Jupiter, dem man zur Zeit des Königs Tarquinius Superbus (Regierungszeit 534-510 v. Chr.) auf dem Kapitol einen Tempel errichtet hatte. Religiöse Feste gab es das ganze Jahr über, die bedeutendsten waren das Lupercalia, das am 15. Februar auf dem Palatin gefeiert wurde, und die Saturnalien am 17. Dezember. Die Sicherheit der Republik sowie ihre ständige Expansionspolitik beruhten auf der Disziplin und Tapferkeit der Armee. Die Siege über Karthago, Makedonien und Syrien waren bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Armee noch eine Bürgerwehr war, die die Konsuln im Bedarfsfall einberiefen. Nur Bürger mit einem bestimmten Mindestvermögen kamen dafür infrage. Allerdings dienten neben ihnen auch eine gleiche Anzahl Bürger der Verbündeten als Soldaten. Zweifellos müssen also die Heerführer und Zenturionen fähige Köpfe gewesen sein. Erst durch die Reformen des Feldherrn Gajus Marius (156-86 v. Chr.), 108 v. Chr. zum ersten Mal Konsul, wurde ein stehendes Freiwilligenheer geschaffen. Das römische Steuersystem beruhte in erster Linie auf indirekten Steuern. Es gab Zölle und eine Anzahl Sondersteuern, wie z. B. für die Freilassung von Sklaven. Die Bodensteuer (Tributum), eine direkte Steuer, wurde nur in Kriegszeiten erhoben. Die eroberten Provinzen wurden mit hohen Abgaben belastet. Die Steuern wurden meist im Wege der Steuerpacht eingezogen, ein für den Steuerpächter höchst gewinnträchtiges, für den römischen Fiskus allerdings höchst nachteiliges, wenn auch bequemes Verfahren.

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Info 21.02.2018 18:26
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