Römischer Alltag

In Rom hing, wie in allen Gesellschaften, das Leben des Einzelnen von der sozialen Klasse ab, der er angehörte. Im Allgemeinen beruhte das Klassensystem eher auf Besitz als auf Geburt, obwohl oft beide Kriterien zusammenfielen. Die höchste Klasse bildeten die Mitglieder des Senats, die in der Zeit der Republik als Adelige (Nobiles) bezeichnet wurden. Die zweite Klasse, die Ritter (Equites), erwarben ihren oft erheblichen Reichtum meist durch Handelsgeschäfte. Die Mitglieder der oberen Klasse besaßen Autorität nicht nur über ihre eigenen Familien, sondern als Patrone auch über eine Anzahl Abhängiger, die man Klienten nannte. Die dritte Klasse, die der einfachen Bürger – die Plebejer -, erwarb nach langem Kampf schließlich die politische Gleichberechtigung. Sobald die Plebejer Richter wurden, stiegen sie in die nächsthöhere Klasse auf, denn ehemalige Richter zogen automatisch in den Senat ein. Die römischen Sklaven
Auf der untersten Stufe der sozialen Pyramide standen die Sklaven. Die Gesellschaftsordnung in Rom beruhte auf der Arbeit der Sklaven, die in den Städten etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachten. Während der Republik war ein Sklave seinem Herrn in jeder Hinsicht ausgeliefert. In der Kaiserzeit verbesserte sich das Los der Sklaven ein wenig. Sie konnten sogar gelegentlich mit ihrer Freilassung rechnen. Viele ehemalige Sklaven wurden außerordentlich wohlhabend und einflussreich, ihre Söhne erhielten das römische Bürgerrecht. Die Lebensbedingungen der Sklaven waren in den Städten und auf dem Lande oft sehr unterschiedlich. Auf dem Lande mussten sie oft bis in die Nachtstunden schwerste Arbeit verrichten (auf den Gütern der Reichen, auf Bauernhöfen und in den Mühlen), in den Städten wurden sie dagegen relativ gut behandelt. Das Berufsleben und die Erziehung
Söhne wohlhabender Familien der Oberschicht hatten oft politische Ambitionen. Sie begannen meist mit dem Studium der Rechte und übten dann einen Beruf aus, den wir heute etwa als den eines Anwaltes oder Rechtsberaters bezeichnen. Andere Berufe galten nicht als standesgemäß. In der Republik waren die meisten Ärzte, Baumeister und Zahnheilkundigen Sklaven oder Freigelassene. Dichter verdienten mit ihrer Arbeit nur wenig, es sei denn, sie wurden von einem wohlhabenden Gönner unterstützt wie Vergil von Maecenas. Obwohl der Römer körperliche Arbeit für unter seiner Würde hielt, musste er sich oft als Bäcker, Ladenbesitzer oder Handwerker durchs Leben schlagen. Dabei beschäftigte er häufig ein oder zwei Sklaven, die ihm zur Hand gingen. Junge Männer traten auch oft in die Armee ein, die nach den Reformen des Feldherrn Gajus Marius (156-86 v. Chr.) Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. zu einem Berufsheer geworden war. Die Freiwilligen erhielten vom Staat bei ihrem Ausscheiden aus dem Militärdienst ein kleines Stück Land zugeteilt. Die meisten Kinder römischer Bürger gingen zur Schule, die allerdings nur den Knaben über das Elementarwissen hinaus Kenntnisse vermittelte. Im Kaiserreich wurden mittellose Kinder ohne Entgelt ausgebildet, aber meistens zahlten die Eltern ein bescheidenes Schulgeld. Im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren erlernten die Kinder bei einem litterator die Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen. Dann konnten sie, wenn sie wollten, zu einem grammaticus gehen, bei dem sie Unterricht in Griechisch sowie in lateinischer Literatur und eine Einführung in die Geometrie und Arithmetik erhielten. Die dritte Bildungsstufe war das Studium bei einem Rhetor oder Redner, der dem Schüler die Grundsätze der öffentlichen Rede vermittelte – ein Stoff, der für den Erfolg in der Politik und vor Gericht wichtig war. Schließlich konnte, wer Ehrgeiz und Geld besaß, eine Art höheres Studium absolvieren – die Rechte bei einem angesehenen Juristen oder griechische Redekunst und Philosophie in einem der berühmten Zentren griechischer Gelehrsamkeit, in Athen oder auf Rhodos. Der Sport
Dem Sport widmete sich der Römer entweder als Zuschauer oder als Teilnehmer. In den Amphitheatern fanden öffentliche Volksbelustigungen statt, über die der Satiriker Juvenal (um 60- um 140 n. Chr.) verächtlich berichtete (»Panemet et circenses«). Diese Volksbelustigungen bestanden aus musikalischen Darbietungen, Gedichtvorträgen und Theateraufführungen, die oft außerordentlich aufwendig inszeniert wurden. Was aber die Masse in erster Linie anzog, waren Gladiatorenkämpfe – Kämpfe auf Leben und Tod zwischen Menschen oder zwischen Menschen und wilden Tieren. Außerdem waren lebensgefährliche Wagenrennen sehr beliebt. Die Römer legten auf körperliche Ertüchtigung nicht denselben Wert wie die Griechen, aber viele junge Leute der Oberschicht waren begeisterte Reiter und Jäger. Manche übten sich auch im Boxen und Ringen. Es gab außerdem verschiedene Ballspiele, wie harpastum und trigon, deren Kegeln jedoch wenig bekannt sind. Kinder begeisterten sich damals an denselben Spielen, wie es die Kinder zu allen Zeiten getan haben – Reifen- und Kreiselschlagen, Kopf oder Schrift, Murmeln, Versteckspiel und Bockspringen. Im Allgemeinen aber zog der erwachsene Römer das Glücksspiel vor. Er trank auch gern (es gab etwa 120 Tavernen in Pompeji). Selbst Würfelspiele aller Art waren sehr beliebt. Würfel, ebenso wie heute von eins bis sechs nummeriert, wurden auch benutzt, um die Züge des Spielers bei einer Reihe verschiedenartiger Brettspiele festzulegen.

Forum (Kommentare)

Leonie Jakobs 21.02.2017 um 18:33:52 Uhr.
Ich finde es schade, dass man nicht genaue Information über den Alltag der alten Römer herausfinden kann.
Also zum Beispiel wann sie circa aufgestanden sind, oder so!
Lg