Rom: Von den Bürgerkriegen bis Cäsar

In der Zeit zwischen 100 und 41 v. Chr. bahnte sich der Untergang der römischen Republik an, gleichzeitig ging die Entwicklung hin zum Kaiserreich. Diese Zeit war geprägt von Hader und Unruhen, in denen ehrgeizige Männer versuchten, sich rücksichtslos die Vorherrschaft im Staat zu sichern. Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) war die herausragende Persönlichkeit, aber auch Marius, Sulla und Pompejus trugen zum Untergang der alten Staatsform bei. Politische Konflikte
Im Jahr 108 v. Chr. wurde Marius, der den Machtmissbrauch durch den Senat verurteilt hatte, zum ersten Mal zum Konsul gewählt. Als General war er erfolgreich gewesen, als Politiker weniger, sein Einfluss begann bald zu schwinden. 90 v. Chr. forderte ein neuer Volksführer, Drusus, das Bürgerrecht für alle Bewohner Italiens. Seine Ermordung löste einen Bürgerkrieg aus, in dem Rom durch einen Aufstand seiner Verbündeten hart bedrängt wurde, sich schließlich aber durch Konzessionen an diese behaupten konnte. Die Forderungen der Volkspartei wurden nur zum Teil erfüllt. Als es im Osten zum Aufstand unter Mithridates VI. (Regierungszeit um 120-63 v. Chr.), König von Pontos, kam, erhielt Sulla (138-78 v. Chr.), ein Aristokrat, das Kommando über die Strafexpedition. Die Volkspartei ließ die Befehlsgewalt an Gajus Marius (156-86 v. Chr.) übergeben, aber Sulla marschierte daraufhin nach Rom und zwang Marius zur Flucht. Sulla ging scharf gegen seine Widersacher vor und zog dann gen Osten. Daraufhin kehrte Marius zurück und begann ein Massaker unter seinen politischen Feinden. Sulla kam 83 v. Chr. aus dem Osten wieder nach Italien und kämpfte sich mit Hilfe von Pompejus (106-48 v. Chr.) und Crassus (um 115-53 v. Chr.) nach Rom durch. Dort begann er eine Schreckensherrschaft, ermordete seine Gegner und machte sich zum Diktator. Er beschnitt drastisch die Befugnisse der Tribunen und Konsuln zugunsten des Senats. Als er aber 79 v. Chr. zurücktrat, erwies sich der Senat als unfähig, seine Machtfülle wirkungsvoll einzusetzen. Die Korruption nahm zu. In Spanien führte Pompejus einen langen Feldzug gegen Sertorius, Parteigänger des Marius. Inzwischen zettelte Spartakus (gest. 71 v. Chr.) einen Sklavenaufstand an, der Süditalien zwei Jahre hindurch erschütterte. Pompejus und Crassus versuchten gemeinsam, die Herrschaft über Rom zu erringen, sie ließen sich 70 v. Chr. gesetzwidrig zu Konsuln wählen. Gemeinsam setzten sie bald Sullas Gesetzgebung, die den Senat begünstigte, außer Kraft und schlugen sich auf die Seite des Volkes. Pompejus bewies seine militärischen und organisatorischen Fähigkeiten, indem er im östlichen Mittelmeer das Seeräubertum ausrottete. 66 v. Chr. erhielt er im Osten freie Hand. Das 1. Triumvirat
Der Senat empfing Pompejus bei seiner Rückkehr kühl. Pompejus schloss sich daraufhin Crassus und Julius Cäsar an und bildete mit diesen das 1. Triumvirat. Sie setzten ihre Gesetzgebung über den Kopf des Senats hinweg durch Appelle an die Volksversammlung durch. Pompejus fand Zustimmung für seine Maßnahmen im Osten, und Cäsar erhielt 59 v. Chr. für fünf Jahre den Oberbefehl in Gallien. 55 v. Chr. waren Pompejus und Crassus Konsuln, Cäsars Amtszeit in Gallien wurde um weitere fünf Jahre verlängert. Crassus schied aus, als sein Angriff auf die Parther mit der Niederlage von Carrhae endete, wo er selbst den Tod fand. Pompejus erhielt Spanien als seine Provinz. Er zog es aber vor, in Rom zu bleiben, um gegen Cäsar zu intrigieren. Dessen erfolggekrönte Feldzüge in Gallien brachten ihn nämlich zunehmend mehr in Verlegenheit. Nach der Eroberung ganz Galliens und zwei mehr der Erkundung dienender Feldzüge in Britannien stand Cäsar jetzt bereit, mit den ihm ergebenen Legionen nach Rom zurückzukehren. Nach fruchtlosen Versuchen, einen Kompromiss zu erreichen, erhielt Cäsar 49 v. Chr. vom Senat den Befehl, sein Heer zu entlassen. Cäsar überschritt sofort den Rubikon, der seine Provinz von Italien trennte, und marschierte auf Rom, er stürzte damit Italien in einen Bürgerkrieg. Pompejus ging sofort nach Griechenland, um Streitkräfte im Osten zu mobilisieren. Cäsar nahm Rom ein und schlug dann in Spanien die Anhänger des Pompejus. Anschließend besiegte er Pompejus bei Pharsalus in Thessalien und verfolgte ihn bis nach Ägypten, wo er ermordet wurde. Binnen zweier Jahre war Cäsar Herr über das ganze römische Afrika. Zwischen seinen Feldzügen begann er seine berühmt gewordene Affäre mit der ägyptischen Königin Kleopatra VII. (69-30 v. Chr.). Das Ende der Republik
Cäsars Macht beruhte auf seinem Amt als Diktator, das er 47 v. Chr. auf zehn Jahre erhielt. Er machte seine Anhänger zu Senatoren. Obwohl er leugnete, das Königtum anzustreben, ließ er sich schließlich zum Diktator auf Lebenszeit berufen. Brutus (85-42 v. Chr.) und Cassius veranlassten seine Ermordung am 15. März 44 v. Chr. im Senat. Sie hofften, dadurch die Republik zu retten, aber dafür war es schon zu spät. Jetzt war die Frage nur, wer Roms erster Kaiser sein würde. Mark Anton, Lepidus und Oktavian, Cäsars Erbe, waren die drei Rivalen. 43 v. Chr. bildeten sie das 2. Triumvirat und verhängten zahlreiche Todesurteile. Cäsars Tod wurde gerächt, als Oktavian und Mark Anton 42 v. Chr. Brutus und Cassius bei Philippi vernichtend schlugen. Es dauerte dann nur noch kurze Zeit, bis sich Oktavian in Rom mit Hilfe seiner Anhänger zum Alleinherrscher machte.