Windsysteme

Unter Wind versteht man die Bewegung der Luft. Großräumige Luftbewegungen in horizontaler und vertikaler Richtung sind für die Ausbildung des Wetters, damit im weiteren auch des Klimas verantwortlich. Die wichtigsten Ursachen horizontaler Luftbewegungen sind Druckunterschiede, die Coriolis-Kraft und die Reibung gegenüber der Erde und anderen Luftschichten. Druckunterschiede entstehen infolge der ungleichmäßigen Erwärmung der Atmosphäre durch die Sonne. Die warme, äquatoriale Luft ist leichter und besitzt deswegen geringeren Druck als die kalte, dichtere Polarluft. Der Grad der Luftbewegung (die Windstärke) von Hochdruck- zu Niederdruckgebieten ist proportional dem Luftdruckgefälle. Die durch die Erdumdrehung bewirkte Coriolis-Kraft lenkt die Winde in der nördlichen Hemisphäre nach rechts, in der südlichen nach links ab (barisches Windgesetz). Deshalb strömt die Luft nicht direkt vom Ort des höchsten Luftdrucks zum niedrigsten, Winde, die sich einem Tiefdruckgebiet nähern, werden vielmehr um es herumgelenkt. So bilden sich Windsysteme in Verbindung mit den verschiedenen (oft stationären) Druckgebilden, in denen die Luft um ein Zentrum zirkulieren kann. Parallel zum Äquator erstreckt sich der Kalmengürtel. Die Sonne erhitzt hier die aufsteigende Luft, die vom Äquator nach Norden und Süden wegströmt, schließlich bei etwa 30° nördlicher und südlicher Breite absinkt und den subtropischen Hochdruckgürtel aufbaut, von dem die Passatwinde zum Äquator und die Westwinde zu den mittleren Breiten wehen. Zyklonen und Antizyklonen
Am Südrand des arktischen Klimabereichs trifft die warme Luft der Westwinde mit den polaren Ostwinden zusammen. Entlang der Polarfront entwickeln sich Ausbuchtungen, von denen manche schnell anwachsen. Warme Luft kann in diese Ausbuchtungen einfließen, kalte Luft folgt nach. Die warme, leichtere Luft steigt entlang der Warmfront über die kalte, die kalte Luft strömt entlang der Kaltfront unter die warme. Allmählich greift die Kaltfront die Warmfront an, und die kalte Luft schiebt die warme als Einschluss über sich. In Zyklonen (Tiefdruckgebieten) der Nordhemisphäre kreist die Luft entgegen dem Uhrzeiger-, südlich des Äquators jedoch im Uhrzeigersinn. Entlang der Warmfront bildet sich ein breiter Wolkengürtel, der Regen und manchmal Gewitter bringt. Die Kaltluftgebiete besitzen einen wesentlich schmaleren Wolkengürtel. Wolken und Niederschläge bleiben meist einige Zeit entlang der Wetterfronten bestehen. Die Luftzirkulation in Antizyklonen (Hochdruckgebieten) ist umgekehrt wie in Zyklonen: in Uhrzeigerrichtung auf der nördlichen, in entgegengesetzter Richtung auf der südlichen Halbkugel. Vielfach entstehen Antizyklonen in warmen, subtropischen Bereichen durch absinkende Luftbewegung. Im Winter bilden sie sich über den großen Festlandsgebieten der mittleren Breiten durch die Abkühlung der Luft. Wie es zu den Monsunen kommt
Monsune sind Windsysteme, die halbjährlich die Richtung wechseln. Der bekannteste Monsun tritt in Vorderindien auf, wo die allgemein aus Norden wehenden Winterwinde im Sommer durch Südwinde (vom Meer) ersetzt werden. Im Sommer bringt der Monsunwind große Mengen Wasserdampf heran, die zu schweren Regenfällen führen. Windumkehrungen kommen in kleinerem Rahmen auch bei Land- und Seewinden vor. Seewinde entstehen an warmen Tagen im Bereich der Küste, wenn sich ein Druckunterschied zwischen dem schnell erwärmten Land und dem kühleren Wasser ausbildet. Nachts kühlen die Landgebiete schneller ab als das Wasser, infolgedessen kehren sich die Druckverhältnisse um: Es weht Landwind. Gewitterstürme, Hurrikane und Tornados
Die meisten Stürme sind Gewitterstürme. In den gemäßigten und subtropischen Zonen gehen täglich etwa 45 000 Gewitter nieder. Voraussetzung für ihre Entstehung sind kräftige, aufsteigende Luftströme, die sich in der Höhe abkühlen und Kondensationswärme abgeben. Dies verstärkt die Luftturbulenzen und führt zu Stürmen. Die Kondensation erzeugt Kumulonimbuswolken, die sich von ihrer Basis bis zur Spitze über 4500 m erstrecken können und sich in Regen und Hagel entladen. Hurrikane werden auch Taifune oder tropische Wirbelstürme genannt. Sie entstehen über warmen Meeren und sind durch heftige, spiralige Winde gekennzeichnet, die Geschwindigkeiten von 240 bis 320km/Std. erreichen können. Im ruhigen Zentrum einer solchen Spirale, ihrem »Auge«, sinkt warme Luft ab. Das Auge kann einen Durchmesser von 6 bis 48 km haben, der Hurrikan selbst bis 480 km Durchmesser. Die warme Luft im Auge des Hurrikans bedingt hier niedrigen Luftdruck. Warme, feuchte Luftspiralen steigen um das Auge herum auf. Kondensation führt zu Wolkenbildung, Wärme wird frei, die wiederum die aufwärts gerichteten Turbulenzen verstärkt. Hurrikane wirken besonders zerstörerisch längs der Küsten, da dort Sturmwellen und wolkenbruchartige Regenfälle Überschwemmungen hervorrufen können. Tornados sind heftige Wirbelstürme, die jedoch nicht so große Gebiete in Mitleidenschaft ziehen wie Hurrikane. Ein Tornado entsteht, wenn sich aus einer Kumulonimbuswolke eine abwärts gerichtete Spirale entwickelt. Der rüsselartige Luftwirbel hat über dem Erdboden einen Durchmesser zwischen 50 und 500 m. Tornados überqueren das Land mit Geschwindigkeiten von 30 bis 65 km/Std. und lösen sich meist nach relativ kurzem Weg (rd. 30 km) wieder auf.

Forum (Kommentare)

Info 26.09.2017 - 21:53
Noch keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden.