Schädel Skelett und Gelenke

Die Knochen des menschlichen Skeletts bilden ein äußerst stabiles Gerüst, das den Körper schützt und stützt. Durch seinen hohen Gehalt an Mineralien wie Calcium und Phosphor erscheint der Knochen hart, trocken und unbiegsam. Tatsächlich besteht er jedoch zu einem Drittel aus einer faserbildenden Eiweißsubstanz, dem Kollagen, die ihn geschmeidig macht. Die Knochenstruktur
Legt man einen Knochen in Säure, so werden die Mineralsalze herausgelöst, und das verbleibende Eiweißgerüst (»Gelatine«) ist so biegsam, dass man es knoten kann. Wenn man andererseits einen Knochen stark erhitzt und damit das Protein (Eiweiß) zerstört, so bleiben harte und brüchige Reste zurück. Die Kombination von Härte und Biegsamkeit ist für den lebenden Knochen charakteristisch. Durch seine Elastizität kann er Druck- und Biegungskräften widerstehen. Zum Skelett gehören auch die Bänder, die die einzelnen Knochen mehr oder weniger fest verknüpfen. Eine Knorpelschicht überzieht die Gelenkflächen und schützt sie vor Reibung. Mittels der Sehnen aus undehnbarem Fasergewebe setzen die Muskeln am Knochen an. Es gibt vier Arten von Knochen. Die platten Knochen, wie Schulterblatt, Schädeldach und Darmbein, sind gleichermaßen fest und leicht, sie umschließen empfindliche innere Organe und bilden Ansatzleisten für verschiedene Muskeln. Die unregelmäßig geformten Einzelknochen, aus denen sich die bewegliche Wirbelsäule zusammensetzt, sind durch Bänder und Muskeln verbunden. Besondere Elastizität kennzeichnet die Knochen der Hand- und Fußwurzel (Ossa carpalia). Die langen Röhrenknochen der Extremitäten und des Thorax sind innen hohl. Dadurch wird ihr Gewicht reduziert und die Beweglichkeit verbessert. Die Entwicklung von Knochen und Skelett
Das embryonale Skelett besteht größtenteils aus Knorpeln. Später entwickelt sich daraus der Knochen. Der Knorpel ist von der Knorpelhaut, dem Perichondrium, umhüllt und enthält knochenbildende Zellen, die Osteoblasten heißen. Diese Zellen können lösliche Calcium salze aus dem Blut aufnehmen, sie in unlösliche Salze umwandeln und im Knorpelgewebe ablagern. Diesen Prozess, der dem Knochen seine Festigkeit verleiht, nennt man Ossifikation. Das Knochengewebe entwickelt sich von sogenannten Ossifikationszentren aus. In einem langen Röhrenknochen finden sich drei knochenbildende Zonen. Eine liegt im Schaft, den man auch als Diaphyse bezeichnet. Sie wird etwa in der sechsten Woche der Embryonalentwicklung aktiv. Jeder Schaftenderer sitzt eine kappenförmige Epiphyse auf. Diese wird durch eine Knorpelschicht vom Schaft abgegrenzt und enthält ebenfalls ein Ossifikationszentrum, das seine Tätigkeit kurz nach der Geburt beginnt. Der Schaft wächst so lange, bis aller Knorpel verknöchert ist. Das ist für gewöhnlich zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr der Fall. Beim Erwachsenen ist der Knochen härter als beim Kind, wo der Anteil an organischem Material überwiegt. Ein Sturz, der z. B. beim älteren Knochen zum kompletten Bruch führt, lässt beim kindlichen Knochen nur einen Teil oder Grünholzbruch entstehen. Mit fortschreitendem Alter geht die Elastizität allmählich verloren, der Knochen wird brüchiger und für traumatische (d. h. durch äußere Gewalteinwirkung entstandene) Verletzungen anfälliger. Extremitäten und Schädel werden durch die Wirbelsäule gestützt. Mit der Wirbelsäule ist das bewegliche Gerüst des Schultergürtels verknüpft: die ventral (d. h. vorne) gelegenen Schlüsselbeine (Claviculae) und die dorsal (hinten) gelegenen Schulterblätter (Sca-pulae). Die Schlüsselbeine sind einerseits mit dem Brustbein (Sternum), andererseits mit dem Schulterblatt gelenkig verbunden, wodurch die Beweglichkeit im Schultergelenk verbessert wird. An der Wirbelsäule hängen 12 Paar »echte«, drei Paar »falsche« und zwei Paar rudimentäre Rippen. Am unteren Ende der Wirbelsäule bilden eine Anzahl miteinander verschmolzener Knochen den Beckengürtel, der die Beckenorgane schützt. Das Körpergewicht wird durch die Hüftgelenkspfannen auf die Beine übertragen. Gelenke und ihre Funktion
Gelenke entstehen immer dort, wo zwei Knochen aufeinandertreffen. Der Grad der Beweglichkeit variiert von Gelenk zu Gelenk. Dabei spielt der Knorpel eine wichtige Rolle. Bei den wenig beweglichen Gelenken sind die beteiligten Knochen nur durch eine Faserknorpelscheibe (Discus) getrennt. Verschiebt sich ein solcher Discus, etwa zwischen zwei Wirbeln, so kann das zu den wohlbekannten Symptomen eines Bandscheibenvorfalls führen. Bei den völlig unbeweglichen Gelenken – z. B. am Schädeldach – sind die beteiligten Knochen selbst eng miteinander verzahnt. Die Gelenkflächen frei beweglicher Gelenke sind mit einer glatten Schicht hyalinen Knorpels überzogen und von einer Kapsel und mehreren Bändern umgeben. Die Kapsel ist mit einer dünnen Schleimhaut, der Synovialmembran, unterfüttert, die die Gelenkflüssigkeit produziert. Größere Gelenke wie etwa das Kniegelenk sind zusätzlich durch umgebende Schleimbeutel geschützt. Das sogenannte »Putzfrauenknie« wird durch eine Entzündung des der Kniescheibe vorgelagerten Schleimbeutels verursacht. Im Knochenmark der kurzen, breiten Knochen entstehen die roten und weißen Blutkörperchen. Nur etwa 250 g Knochenmark bilden pro Tag 5 Billionen rote Blutkörperchen, die eine Lebensdauer von ungefähr 120 Tagen haben. Die weißen Blutkörperchen werden zum Teil in den Lymphknoten produziert.

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Info 18.12.2017 00:23
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