Gesunde Ernährung

Um zu wachsen und gesund zu bleiben, braucht jedes Lebewesen Nahrung. Der Mensch muss essen, um den Energieverbrauch, der durch Muskeltätigkeit, Atmung und Herzarbeit u. a. entsteht, zu decken. Eine gute Ernährung darf nicht einseitig sein und soll nicht mehr Energie liefern, als verbraucht wird. Nahrung enthält Energie
Die einzelnen Nahrungsmittel unterscheiden sich ganz wesentlich in ihrem Nährwert. Diese Unterschiede misst man gewöhnlich in Kalorien (cal). Eine Kilokalorie (1 kcal) wird als die Wärmemenge definiert, die notwendig ist, um 1 kg Wasser von 14,5 ?C auf 15,5 ?C zu erwärmen (1 cal = 4,2 Joule, sprich: dschuhl). Die Grundnahrungsmittel wie Brot, Kartoffeln oder Nudeln enthalten hauptsächlich Kohlenhydrate. Zu den Kohlenhydraten gehören z. B. Traubenzucker oder Saccharose (ein aus zwei miteinander verbundenen Zuckern aufgebautes Molekül). Stärkemoleküle bestehen aus Ketten von mehr als 100 solcher Untereinheiten. Am meisten verzehrt werden stärkespeichernde Pflanzenprodukte: Getreidearten wie Weizen, Reis, Hirse und Mais oder Knollengewächse wie Kartoffeln. Nicht alle Kohlenhydrate können verdaut werden. Cellulose etwa, die in grünen Pflanzen vorkommt und z. B. die äußere Hülle des Getreidekornes aufbaut, passiert den menschlichen Darm praktisch unverändert. Cellulose hat keinerlei Nährwert, ist aber dennoch von Nutzen, weil sie als Ballaststoff die Darmbewegungen und damit die Verdauung anregt. Bestimmte energiereiche Fette machen einen wesentlichen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung aus. In reichen Ländern im Überfluss vorhanden, ist Fett bei armen Völkern ein seltenes Nahrungsmittel. Wenn die Fette fehlen, kann es zu Mangel an fettlöslichen Vitaminen – besonders Vitamin A und D – kommen. Wie viel Fett ein gesunder Speiseplan enthalten sollte, ist umstritten. Sicher wird aber in der »Wohlstandsgesellschaft« zu viel Fett verzehrt. Auch müsste ein bestimmter Prozentsatz tierischen Fettes durch Pflanzenfett ersetzt werden. Jedes Eiweißmolekül ist aus zahlreichen Untereinheiten, den Aminosäuren, aufgebaut. Von diesen Grundbausteinen gibt es etwa 20, die in verschiedener Kombination und Menge in den einzelnen Eiweißstoffen (Proteinen) enthalten sind. Während des Verdauungsprozesses wird das Nahrungseiweiß in Aminosäuren zerlegt. Diese werden ins Blut aufgenommen, über die Pfortader zur Leber transportiert und dann zu neuen körpereigenen Proteinen wie Enzymen, Muskeleiweiß und Plasmaproteinen zusammengesetzt. Bausteine der Gesundheit
Einige Aminosäuren können ineinander umgewandelt werden. Etwa 10 Aminosäuren kann der Körper jedoch nicht oder nur sehr langsam selbst synthetisieren. Diese sogenannten essentiellen Aminosäuren müssen deshalb in genügender Menge in einer ausgeglichenen Diät enthalten sein. Tierisches Eiweiß, wie es in Fleisch, Fisch oder Eiern vorkommt, ist reich an essentiellen Aminosäuren. Getreideprodukte und Gemüse enthalten dagegen vergleichsweise wenig Protein, zudem fehlen die essentiellen Aminosäuren Lysin und Methionin in den Pflanzenprodukten weitgehend. Arme Völker leben indessen hauptsächlich von pflanzlichen Nahrungsmitteln, Fleisch und Fisch sind rar, das wenige Eiweiß ist von schlechter Qualität. Es kommt zu Eiweißmangelsymptomen, die besonders bei Kindern auftreten, weil der Eiweißbedarf während des Wachstums besonders hoch ist. Kulturell bedingte Unterschiede Eine nur aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißstoffen zusammengestellte Ernährung genügt nicht, um den Menschen gesund zu erhalten. Dazu sind zusätzlich viele organische Bestandteile – die Vitamine – und anorganische Bestandteile – die Mineralstoffe -nötig. Vitamin- und Mineralstoffmangel kommt auch bei sonst wohlgenährten Leuten vor, besonders wenn sie von einseitiger Nahrung leben und auf Obst und Gemüse weitgehend verzichten. Eisenmangelanämie ist z. B. eine in hochentwickelten Ländern weit verbreitete Krankheit. Viele Regierungen verlangen deshalb, dass den Grundnahrungsmitteln bestimmte essentielle Substanzen zugesetzt werden: Dem Mehl etwa werden Spuren von Calcium und Eisen beigemischt, der Margarine die Vitamine A und D (in der Butter schon vorhanden). In manchen Ländern muss das Wasser Fluor und das Speisesalz Jod enthalten. Gewohnheiten und Tabus können die Ernährungsweise in einer Art beeinflussen, die mit den Bedürfnissen des Körpers in keinerlei Zusammenhang steht. Viele Leute mögen z. B. Süßigkeiten und essen große Mengen davon, obwohl sie die Folgen – Fettsucht und Zahnschäden – kennen. Ein Europäer weigert sich im allgemeinen, Raupen zu essen, während ein gläubiger Hindu kein Rindfleisch zu sich nimmt. Dabei enthalten sowohl Raupen als auch Rindfleisch hochwertiges Eiweiß. Diese Sitten werden nur in extremen Situationen -etwa Hungersnöten – durchbrochen. Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsstoffe kann ebenfalls die Essgewohnheiten beeinflussen. Patienten, die an Zöliakie leiden, können keine Weizenprodukte vertragen. Für manchen sonst ganz gesunden Afrikaner und Asiaten ist Milch unverdaulich. Der tatsächliche Nährwert einer Mahlzeit hängt natürlich auch von der Verdauung ab. Die Nahrungsverwertung ist bei Furcht, Kummer oder schlechter Laune herabgesetzt. Eine mit Freuden und in Ruhe verzehrte Mahlzeit wird besser verdaut als eine hastig hinuntergeschlungene.

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Info 20.11.2017 05:10
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