Reichstag Berlin Reichstagsgebäude

Reichstagsgebäude ist die Bezeichnung für ein Gebäude in Berlin, das erst dem Reichstag des deutschen Kaiserreiches sowie der Weimarer Republik und seit 1999 dem Deutschen Bundestag als Sitz dient. Seit 1994 findet dort alle fünf Jahre die Wahl des deutschen Bundespräsidenten statt. Sein Neubau nach einem Entwurf von Paul Wallot wurde am 5. Dezember 1894 vollendet. Das Gebäude im Stil der italienischen Hochrenaissance war mit einer (vom Boden aus) 75 m hohen Kuppel versehen. Die über dem Portal prangende Inschrift »Dem Deutschen Volke« wurde während des Ersten Weltkriegs angebracht. Am 9. November 1918 rief der sozialdemokratische Politiker Philipp Scheidemann vom Balkon des Reichstages die Republik aus und beendete damit die Monarchie. Unter Berufung auf den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. zum 28. Februar 1933 leiteten die Nazis Terrormaßnahmen gegen die Opposition ein. Nach dem Brand tagte das Parlament in der gegenüber liegenden Krolloper. Nach der Einnahme Berlins hisste die Rote Armee als Zeichen des Sieges am 30. April 1945 die sowjetische Fahne auf dem Reichstagsgebäude. Die Fahne wurde am 20. Juni 1945 zur Siegesparade nach Moskau gebracht und befindet sich heute im russischen Armeemuseum. Das Reichstagsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und in den Jahren 1961 bis 1973 wieder aufgebaut, allerdings ohne die markante Kuppel, die wegen Kriegsschäden gesprengt worden war. Nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 beschloss der gesamtdeutsche Bundestag am 20. Juni 1991, nach dem Umzug von Parlament und Regierung von Bonn nach Berlin wieder im Reichstagsgebäude zu tagen. Ein Architektenwettbewerb zum Umbau des Reichstagsgebäudes für die künftige Nutzung durch den Deutschen Bundestag wurde ausgeschrieben, der Architekten Sir Norman Foster erhielt den Zuschlag. 1995 verhüllten die Künstler Christo und Jeanne-Claude das Gebäude, bevor ein umfassender Umbau unter der Regie Fosters einsetzte, bei dem das Gebäude auch wieder eine Kuppel bekam.