Das Leben auf der Erde vor dem Menschen

Im Anfang war die Erde – wie die Bibel sagt – wüst und leer. Dieser Zustand dauerte viele Millionen Jahre. Obwohl die Erdkruste etwa 4,6 Milliarden Jahre alt ist, gab es doch erst eine Milliarde Jahre später erste Zeichen eines Lebens auf ihr. Weitere drei Milliarden Jahre verstrichen, bis Lebewesen erschienen, die erkennbare Fossilien als Spuren hinterließen. Die Epochen der Evolution Genaue Untersuchungen der Erdkruste haben gezeigt, dass nach dem Präkambrium – der langen Zeit des ersten erwachenden Lebens – drei große geologische Zeitabschnitte unterschieden werden können, das Paläozoikum (griech. »altes Leben«), das Mesozoikum (»mittleres Leben«) und das Känozoikum (»neues Leben«). Jeder dieser Abschnitte gliedert sich wieder in eine Reihe von Perioden. Zwar gibt es auch heute noch spekulative Deutungen über den Ursprung des Lebens. Doch hat sich bei Wissenschaftlern und auch bei Philosophen die wissenschaftliche Beweisführung durchgesetzt, seit Darwin 1859 seine berühmte Theorie veröffentlichte. Die Paläontologen konnten mit Hilfe moderner Methoden Darwins Rückschlüsse im Wesentlichen bestätigen. Vor allem wurden in der Datierung von Fossilien große Fortschritte erzielt. In letzter Zeit hat die Erforschung des Erbmaterials, der Desoxyribonukleinsäure (DNA), zum Verständnis zweier zusammenwirkender Mechanismen der Evolution verholfen: Zum einen konnte die Art und Weise, wie sich die Lebewesen identisch vermehren, geklärt werden, und zum anderen, wie es dabei zur Entstehung neuer Tier- und Pflanzenarten kommt. Diese Neuentstehungen sind nämlich die Folge von Mutationen, d. h. von kleinen Veränderungen im Aufbau der DNA. In den ersten 400 Millionen Jahren der frühesten Erdzeit, im Präkambrium, trug die Erde vermutlich noch kein Leben. Die Atmosphäre enthielt noch keinen Sauerstoff, doch waren in den Urmeeren bereits Grundbausteine des Lebens vorhanden. Einfache organische Strukturen wie Bakterien und Algen erschienen zuallererst. Ihre Entstehung vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren war entscheidend für die weitere Entfaltung des Lebens auf der Erde. Auf die frühen, weichen und skelettlosen Formen folgten im Kambrium gepanzerte Lebewesen, wie sie von Fossilien, vor allem der vielfüßigen Trilobiten, bezeugt werden. Es dauerte bis zum Ordovizium, ehe die ersten fischähnlichen Wirbeltiere erschienen. Als sich gegen Ende des Silurs Fische mit Kiefern entwickelten, begannen auch die Pflanzen, vom Meer aus auf das Land überzugreifen. Die ersten Landbewohner
Am Anfang des Devons waren Land und Wasser bereits mit Leben erfüllt. Es war dies eine Zeit großer morphologischer Veränderungen. Die Erdkruste befand sich in nahezu ständiger Bewegung, große Gebirgssysteme entstanden, die Ozeane dehnten sich aus und wichen wieder zurück, wobei sie einen mit organischem Material angereicherten Schlamm zurückließen. Eine üppige Vegetation begann den Erdboden zu überziehen, und die ersten Insekten erschienen. Sodann machten sich die ersten Wirbeltiere, nämlich Lungenfische, vom Leben im Wasser unabhängig, und gegen Ende des Devons hatten sich bereits die Lurche entwickelt. Im Karbon erschienen die Reptilien. Diese neuen Lebewesen hatten bereits leistungsfähigere Gehirne und Organe als die Lurche, von denen sie abstammen. Vor allem mussten sie zur Eiablage nicht mehr ins Wasser zurückkehren. Die Stammreptilien, auch Kotylosaurier genannt, bildeten eine Gruppe einfach organisierter Tiere, aus denen viele neue Formen hervorgingen. Die größte Bedeutung kam den säugerähnlichen Reptilien zu, die im Perm auftraten. Von ihnen leiten sich die ersten Säugetiere ab. Eigenartigerweise stammen die größten Lebewesen, die unsere Erde je trug – die Dinosaurier -, von den kleinen Urwurzelzähnern ab, einer sehr erfolgreichen Reptilien gruppe. Allerdings waren nicht alle Dinosaurier Riesen, der fleischfressende Podokesaurus z. B. hatte nur die Größe eines Hahns. Dagegen gehörten zu den Pflanzenfressern des späten Jura und der frühen Kreidezeit der 25 m lange Diplodokus und der mehr als 50 Tonnen wiegende Brachiosaurus, das schwerste Landtier, das je gelebt hat. Nach neueren Theorien neigt man zu der Annahme, dass die Dinosaurier und andere große Reptilien, so die flugfähigen Pterosaurier, warmblütig waren und in ihrer Lebensweise eher den Säugetieren geglichen haben. Sicher aber stammen von ihnen warmblütige Nachkommen ab, nämlich die Vögel, die sich aus einer der beiden Ordnungen ableiten, in die man die Dinosaurier untergliedert. Die ersten Säugetiere in diesem Zeitalter der Reptilien waren wohl die Kloakentiere, die Eier legten. Das Ende der Reptilien
Gegen Ende des Mesozoikums veränderten weiträumige geologische Vorgänge das Angesicht unserer Erde. Schrittweise zerbrach die bisher zusammenhängende große Landmasse in einzelne Kontinente. In das langsam verlaufenden Schauspiel der Evolution trat eine bestürzende Wende ein: Die Dinosaurier und ihre eigenartigen Verwandten, große schwimmende und fliegende Reptilien, starben aus. Mit ihrem Untergang schlug die Geburtsstunde einer neuen Ära, des Känozoikums. Der Weg für die Verbreitung der Säugetiere war frei. Die Zahl der Säugetierarten nahm zu, es entwickelte sich z. B. auch das erste Pferd, das noch nicht größer war als ein Fuchs. Die Säugetiere verbreiteten sich über den Erdball. Erst danach – nachdem über vier Milliarden Jahre vergangen waren – erschien der Mensch.

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Info 21.01.2018 15:38
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