Hauptzweige der abendländischen Philosophie

Die Philosophie wird gewöhnlich in folgende Disziplinen unterteilt: Logik, Erkenntnistheorie (Epistemologie), Metaphysik, Ethik und Ästhetik. Für jede dieser Disziplinen sind einige Grundbegriffe maßgebend. Grundbegriffe der Metaphysik
Unter Metaphysik versteht man die denkende Analyse der Dinge als solcher. Grundbegriffe sind Existenz, Wesen, Raum, Zeit, Ursache, Wirkung, Wechsel, Dauer, Welt und Gott. Das Problem des freien Willens trotz durchgehender Bestimmtheit hat viele Philosophen verschiedener Richtungen beschäftigt. Es stellt sich die Frage, ob die offenbar durchgängige Bestimmtheit unseres Handelns mit der alltäglichen Überzeugung der Freiheit vereinbar ist. Wir sind normalerweise davon überzeugt, dass sich nichts in der Welt zufällig ändert und dass bestimmter Ereignisse regelmäßig andere Ereignisse folgen. Die vorhergehenden nennen wir Ursachen, die nachfolgenden Wirkungen. Naturwissenschaftliche Gesetze beziehen sich auf Kausalverhältnisse zwischen Ereignissen, so dehnt sich beispielsweise Quecksilber bei Erwärmung aus. Die Vertreter des Determinismus behaupten, dass auch menschliches Handeln in einem strengen Ursache-Wirkung-Zusammenhang stehe, dass also scheinbar freie Entscheidungen nicht ohne Ursache seien. Für sie gibt es demnach keinen freien Willen. Die Indeterministen dagegen behaupten, dass es keine moralische Verantwortung geben könne, wenn alle Ereignisse in einem streng determinierten Zusammenhang stehen. Kein Mensch könne für sein Handeln gelobt oder getadelt werden, da er ja gar nicht anders handeln konnte. Der Indeterminismus versucht daher zu zeigen, dass der menschliche Wille nicht unausweichlich vorherbestimmt ist und dass unser Handeln durch Freiheit ausgezeichnet ist. Zum Problem der Verursachung und des freien Willens ist besonders die Auffassung David Humes interessant. Seine Kritik an der Vorstellung eines Zusammenhangs zwischen Ursache und Wirkung ist einer der entscheidenden Ansätze der Philosophiegeschichte. Humes Auffassung lässt sich an einer Billardkugel verdeutlichen, die gegen eine andere Kugel stößt: Hume leugnet, dass in der ersten Kugel eine Kraft stecke, die die Bewegung der zweiten Kugel verursache, und behauptet, dass unsere Vorstellung einer solchen Kausalbeziehung lediglich ein Produkt unserer Einbildungskraft sei, weil wir häufig die Erfahrung gemacht haben, dass Ereignisse miteinander verbunden sind. Die Kausalbeziehung, so Hume, wird also aus einer regelmäßig beobachteten Folge zweier Ereignisse lediglich erschlossen. Die Erkenntnistheorie
Grundbegriffe der Erkenntnistheorie sind Wissen, Wahrheit, Theorie, Methode und Unbezweifelbarkeit. Erkenntnis und Wahrheit bzw. Irrtum sind unmittelbar miteinander verbunden. Dass wir etwas erkannt haben, lässt sich nur sagen, wenn wir davon überzeugt sind, dass es wahr ist. Dass 5 + 7 = 11 seien, lässt sich nicht sagen, weil das Ergebnis falsch und die Vorstellung einer irrigen Erkenntnis in sich selbst widersprüchlich ist. Genaugenommen kann ich überhaupt so lange nicht sagen, dass ich etwas weiß, als ich nicht zugleich weiß, dass es wahr ist. Was ist Voraussetzung dafür, dass ich sagen kann, eine Behauptung sei wahr? Drei wichtige Kriterien der Wahrheit sind die Übereinstimmung mit der Sache selbst, das Zusammenstimmen mit anderen Sachverhalten und die praktische Anwendbarkeit. Diese drei Kriterien stehen im Mittelpunkt verschiedener Theorien der Erkenntnis. So kann ich etwa sagen, dass ich einen roten Apfel sehe, weil der vor mir liegende Apfel wirklich rot ist, weil also Erkenntnis und Sein übereinstimmen. Zwei Schwierigkeiten stellen sich dann ein: dass es nur die Sinneswahrnehmung ist, die uns den Apfel als rot erscheinen lässt, dass folglich die Aussage »Der Apfel ist rot« nur insofern wahr – im Sinne der Übereinstimmung mit der Wirklichkeit – sein kann, als meine Wahrnehmung sich mit der Vorstellung »roter Apfel« deckt. Das ist so, als wenn ich behaupte, ein Bild entspreche einem Gesicht, obwohl ich dieses Gesicht nie gesehen habe und auch nie sehen kann. Anders verhält es sich bei der Aussage 7 + 5 = 12. Diese Gleichung lässt sich nicht einfach durch Wahrnehmung beweisen. Nach dem Kriterium der Kohärenz lässt sich aber die logische Beziehung anführen, in der sie zu anderen Gleichungen steht. Zwischen 3 + 2 = 5, 3 + 2 + 2 = 7 und (3 + 2) + (3 + 2 + 2) = 12 besteht ein logisch geschlossener Zusammenhang, darum (können wir wissen, dass die Rechnung 5 + 7 = 12 tatsächlich stimmt. Zum Kriterium der praktischen Anwendbarkeit: Die amerikanischen Pragmatisten Charles Sanders Peirce und John Dewey behaupten, dass unsere Vorstellung von Wahrheit auf einem Prozess der Bewahrheitung beruhe. Dass wir den Apfel als roten erkennen, ermögliche uns, auf seine Reife und damit auf seine Süße zu schließen. Die Wahrheit unserer Erkenntnis erweise sich also, wenn die künftige Erfahrung mit unseren vorherigen Annahmen über einen Gegenstand übereinstimme. Weitere Gebiete der Philosophie
Die Philosophie befasst sich mit allem, auch mit den verschiedenen Kulturerscheinungen. Daher gibt es eine Philosophie der Kunst, der Sprache, der Politik, der Geschichte, der Religion, der Wissenschaft, des Rechts und der Mathematik. Im Übrigen wird die Philosophie nicht nur von ihren verschiedenen Gegenständen, z. B. Kunst oder Wissenschaften, beeinflusst, sondern wirkt ihrerseits auf diese zurück.

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Info 21.02.2018 18:21
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