Früchte der gemäßigten Zonen

»Frucht« ist der botanische Name für ein Gebilde, das nach der Befruchtung der Blüte aus den Fruchtknoten entsteht und die Samen umschließt. Die Samen vieler Pflanzen sind von fleischigen Hüllen umgeben: eine willkommene Nahrung für Tiere. Die mit verzehrten, meist unverändert wieder ausgeschiedenen Samen sorgen für die Verbreitung der Pflanze. Als Nahrungsmittel für den Menschen kommen vornehmlich Früchte in Betracht, deren Fleisch saftig und wohlschmeckend ist. Zu den Früchten rechnet man auch Nüsse, von denen nur die Samen (Nusskerne) gegessen werden. Bei der Obsterzeugung spielt vor allem eine Rolle, ob der essbare Teil der Frucht ausreichende Qualität und Größe hat und ob die Fruchtpflanze sich zum Anbau in einem bestimmten Gebiet eignet. Die meisten Obstsorten sind Jahrtausende alt. Anfangs sammelte der Mensch bloß das wildwachsende Obst, später betrieb er das Pflanzen von Obstbäumen und damit schon eine gewisse Auslese, in neuerer Zeit entstanden weitere Obstsorten durch Züchtungen. Edelsorten lassen sich nicht durch Samen, sondern nur durch Veredelung oder Ableger sortenrein fortpflanzen. Der Wert des Obstes besteht in seinem Reichtum an Vitaminen, Mineralstoffen, Fruchtsäuren und Zucker. Zitrusfrüchte
Die Zitruspflanzen – tropische oder subtropische Holzgewächse mit ledrigen Blättern – gehören zur Familie der Rutazeen. Die wirtschaftlich wichtigsten Arten sind Apfelsine, Mandarine, Zitrone, Grapefruit, Pampelmuse und Limetta (eine süße Zitrone), auch Pomeranzen und Zitronat Zitronen haben einige Bedeutung. Die Heimat der Zitrusfrüchte ist Südostasien. In der chinesischen Literatur werden sie schon im 8. Jahrhundert v. Chr. erwähnt. Etwa um das 2. Jahrhundert breiteten sie sich im Nahen Osten und im Mittelmeergebiet aus. Durch arabische Seefahrer gelangten sie nach Afrika (besonders Ostafrika), durch die Spanier und Portugiesen in die Neue Welt. Heute wird der größte Teil der Welternte im Mittelmeerraum und den USA (Kalifornien, Florida) erzeugt. Bei den meisten Zitrus arten nutzt man das Fruchtfleisch: als Frischobst, für Säfte und Konfitüren. Die Frucht ist in zahlreiche Segmente unterteilt, die aus lauter dünnwandigen Saftschläuchen bestehen, in welche die Samen eingebettet sind (Kultursorten besitzen nur noch wenige oder gar keine Samen mehr). Bei vielen Zitrusfrüchten kann man die Schale kandieren oder zu Marmelade verarbeiten, man gewinnt aus ihnen auch ätherische Öle. Zitrusfrüchte sind vor allem reich an Vitamin C. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Zitronen deshalb wertvoller Proviant für Seeleute: Weil auf den langen Segelschiffreisen anderes Obst und Gemüse nur begrenzt haltbar war, schützten sie sich durch Zitronensaft vor Skorbut, einer Vitamin C Mangelkrankheit. Der Farbwechsel der Fruchtschale von grün zu gelb oder orange findet erst nach einer Reihe von kühlen Nächten statt. Die in den Tropen wachsenden Zitrusfrüchte, die keine Temperaturen unter 17°C erfahren, bleiben grün, auch wenn sie voll ausgereift sind. Früchte der Rosengewächse
Viele Obstsorten gehören zur Familie der Rosaceen wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen und Pflaumen. Diese Obstbäume sind widerstandsfähig und gedeihen gut in den gemäßigten Zonen. Äpfel und Birnen sind in Afghanistan heimisch, alle Apfelarten stammen von dem dortigen wilden Holzapfel ab. Der Apfel nimmt nach den Weintrauben die zweite Stelle unter den Obstsorten ein. Hauptanbauländer sind die USA, Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Italien und einige Balkanländer. Große Apfelbäume sind wegen der Kosten für Beschneiden und Ernten unwirtschaftlich. Deshalb wird in modernen Apfelplantagen der Niederstamm und Spindelbusch bevorzugt. Diese kleineren Bäume sind Spezialzüchtungen, die dichter gepflanzt und vom Boden aus gepflückt werden können. Da die bisher entwickelten Erntemaschinen die Früchte meist beschädigen und so ihre Lagerfähigkeit beeinträchtigen, wird Tafelobst, speziell der Handelsklasse A, ausschließlich handgepflückt. Obst zur Herstellung von Säften, Most und Konfitüren wird oft maschinell geerntet. Birnen wachsen besonders gut in den warm gemäßigten Regionen. In Mitteleuropa dienen sie als Tafelobst, zum Teil auch zur Mostherstellung. In den USA, Australien und Südafrika werden Birnen zu Obstkonserven verarbeitet. Weintrauben
Die Weinrebe ist ein vieljähriger rankender Strauch aus der Familie der Vitazeen, sie kam ursprünglich aus Vorderasien. Die Trauben des echten Weins (Vitis vinifera) sind das wichtigste Obst auf dem Weltmarkt. Mehr als 1000 veredelte Sorten werden heute je nach Verwendungszweck für die Verarbeitung zu Wein, als Obst oder zur Herstellung von Rosinen und Korinthen angebaut. Melonen gehören zu den Kürbisgewächsen {Cucumis meld), einer den Gurken verwandte Art. Man unterscheidet Netzmelonen, Kantalupe Melonen (besonders in Italien) und Honigmelonen, die schon in der Antike beliebt waren. Die Wassermelone (Citrus vulgaris) mit wasserreichem, rotem Fruchtfleisch stammt aus den afrikanischen Steppen. Melonen und Weintrauben sind frostempfindlich. Die Obstbäume der gemäßigten Zone sind laubabwerfende Arten, die während der Winterruhe Temperaturen unter – 7°C vertragen. Sie benötigen sogar die niedrigen Wintertemperaturen für ein normales Wachstum und werden in tropischen oder subtropischen Klimabereichen nicht heimisch.

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Info 18.01.2018 04:58
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