Kaffee Tee und Kakao

Der Kaffee, noch im Mittelalter in Europa weitgehend unbekannt, nimmt heute auf dem Weltmarkt die führende Stellung unter den Genuss pflanzen ein. Seine Beliebtheit verdankt er dem typischen Aroma und der stimulierenden Wirkung des Koffeingehaltes seiner (gerösteten) Bohnen auf Nerven, Herz und Kreislauf. Haupteinfuhrländer sind die USA, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Italien, Haupterzeugerländer (1975, in 10001) Brasilien (1300), Kolumbien (540), Elfenbeinküste (280), Mexiko (240), Indonesien (192), Uganda (180), Äthiopien (170), Guatemala (165) und El Salvador (146). Kaffee: Anbau und Verarbeitung
Der Kaffeebaum gehört zur Familie der Färberrötegewächse (Rubiazeen). Wichtigste Kaffeebohnensorten sind Coffea arabica, der aus dem Hochland von Äthiopien (Provinz Kaffa) stammt und vor allem in Süd- und Mittelamerika, Ostafrika und in Indonesien angebaut wird, und Coffea canephora (Robuster Kaffee), heimisch und am meisten verbreitet in der Äquatorzone Afrikas von Guinea über Zaire bis Uganda sowie in Indonesien. Coffea Ubericamrd im tropischen Westafrika angebaut, spielt aber kaum eine Rolle, da auf Arabischen Kaffee etwa 75% der Weltkaffee Ernte, auf Robusten Kaffee über 20% entfallen. Der Kaffeebaum ist mit vier Jahren ertragsreif, er bleibt 30 Jahre lang fruchtbar, wird jedoch im Allgemeinen nach 15 Jahren wegen Ertragsrückgang durch einen neuen Baum ersetzt. Nach der Ernte werden die kirschenähnlichen Früchte maschinell vom Fruchtfleisch befreit, das als Düngemittel dient, Die Kaffeebohnen werden an der Sonne oder maschinell getrocknet und in Schäl- bzw. Poliermaschinen von Hornschale und Silberhaut befreit. Das Rösten, das dem Kaffee das Aroma verleiht, findet erst im Verbraucherland statt. Dabei setzt man die Bohnen in rotierenden Blechzylindern Temperaturen von 200° C bis 250° C aus, bis sie eine tiefbraune Farbe haben. Löslicher Kaffee, der pulverisiert oder gefriergetrocknet in den Handel kommt, wird bei der Herstellung gebrüht, dehydratisiert und vakuumverpackt. – Es gibt mehr als 100 Kaffeesorten, jede mit einem besonderen Geschmack. Die Unterschiede sind hauptsächlich durch Klima und Bodentyp im Anbaugebiet bedingt. Die wichtigsten Teesorten
Wie Kaffee ist auch Tee wegen der Wirkung seines Koffeingehaltes ein stimulierendes Genussmittel. In China seit vielen Jahrhunderten angepflanzt, wurde er in der westlichen Welt durch die Entdecker des 16. Jahrhunderts bekannt gemacht, die ihn von ihren Reisen in den Fernen Osten mitbrachten. Bald entwickelte sich zwischen Europa und Ostasien ein schwunghafter Handel mit Chinatee. 1826 gründeten die Holländer die ersten Teeplantagen auf Java, etwa 10 Jahre später folgten die Engländer in Indien. Heutige Hauptanbauländer sind (1975, in 10001) Indien (513), China (334), Sri Lanka/Ceylon (214), Japan (103), die UdSSR (81), Indonesien (65), Kenia (56), die Türkei und Taiwan. Wichtigste Einfuhrländer sind England, die USA und Australien. Der Tee (Cameüia sinensis) gehört mit der Kamelie zur Familie Theazeen. Die immergrüne Strauchpflanze wächst in den Tropen und Subtropen. Auf Plantagen wird sie auf 1-1,5 m zurückgeschnitten, um das Pflücken der Blätter und Knospen zu erleichtern. Die wichtigste von drei Teesorten ist der schwarze Tee. Man lässt die gepflückten Teeblätter welken, dann wird mit Rollmaschinen ihr Saft ausgepresst. Zum anschließenden Fermentieren werden die Blätter unter nassen Tüchern einige Tage lang einem Gärungsprozess unterworfen. Es folgt die Trocknung mit Heißluft (bei etwa 100° C). Der Tee wird sortiert und in Kisten verpackt, die zum Schutz des Aromas mit Metallfolie ausgekleidet sind. Schwarzer Tee bestreitet 90% des Teehandels, die besten Sorten sind Pekoe, Orange Pekoe und Suchong. Halbfermentierter Oolong-Tee stammt von einem besonderen Strauch. Die geernteten Blätter werden bereits erhitzt, ehe die Fermentierung abgeschlossen ist, dann gerollt und getrocknet. Zur Herstellung von grünem Tee erhitzt man die frischen Teeblätter kurz über Wasserdampf und zerstört dadurch die Enzyme, die sonst die Fermentation hervorrufen. Dann werden die Blätter gerollt und gedörrt. Sie behalten so ihre grüne Farbe. Grüner Tee ist vor allem in China und Japan beliebt. Paraguay- oder Mate-Tee im südlichen Südamerika ist ein Aufguss der Blätter der Stechpalme (Hex paraguaiensis). Kakao – das Getränk der Azteken
Schon in vorgeschichtlicher Zeit wurde Kakao von der indianischen Urbevölkerung Mittel- und Südamerikas kultiviert. In Mexiko dienten Kakaobohnen zeitweilig sogar als Geld. Die spanischen Eroberer waren dann von dem bitteren Getränk, dem »cacauatl«, das die Azteken aus den Bohnen (Samen) des Kakaobaumes herstellten, so angetan, dass sie Kakao nach Europa mitbrachten. Der Kakaobaum (Theobroma cacao) ist eine immergrüne tropische Nutzpflanze aus der Familie der Sterkuliengewächse. Den geernteten Früchten werden die 30-60 bitter schmeckenden Samen mitsamt dem klebrigen Fruchtfleisch entnommen. Die ganze Masse lässt man etwa eine Woche lang fermentieren. Anschließend werden die Kakaobohnen an der Sonne oder m Öfen getrocknet. In den Abnehmerländern werden die Bohnen sortiert, geröstet, geschält und fein zerrieben. Es entsteht die zähflüssige Rohkakaomasse, die mit hydraulischen Pressen entölt und weitgehend vom Fett, der Kakaobutter, befreit wird. Der Rohkakao kann jetzt zu Kakaopulver bzw. Schokolade weiterverarbeitet werden.

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Info 22.11.2017 17:42
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