Beeren Nüsse und Oliven

Von allen essbaren Früchten wird die Erdbeere ganz besonders geschätzt. Die Ureinwohner von Chile züchteten große, aromatische Erdbeeren, lange bevor die Europäer nach Südamerika kamen. Anfang des 18. Jahrhunderts brachte man diese Pflanzen nach Europa und kreuzte sie mit der früher eingeführten süßen nordamerikanischen Art. So entstand die heutige Erdbeere (Fragaria ananassa). Die Himbeere (Rubus idaeus) ist ein in den Wäldern der nördlichen gemäßigten Zone heimischer Halbstrauch. Verschiedene Kulturformen sind entwickelt worden, so gibt es z. B. in England eine gelbe Himbeere. Die Loganbeere, eine Kreuzung zwischen Himbeere und Brombeere (Rubus fructiosus), entstand in Kalifornien. Andere Hybriden der Brombeere sind die Boysen beere und die Riesenbeere. Die Brombeere ist ein widerstandsfähiger, kriechender Strauch mit stachligen Ranken. Vielerorts wächst er wild. Seine Früchte sind in Büscheln angeordnet. Die Maulbeergewächse zählen zu den Holzpflanzen der wärmeren Gegenden. Der schwarze Maulbeerbaum (Monis nigra) wird seit Jahrhunderten wegen seiner dunkelroten Früchte und zu Dekorationszwecken angepflanzt. Der weiße Maulbeerbaum (Morus alba) stammt aus China, sein Laub dient als Futter für Seidenraupen, auch liefert er Nutzholz und Papierfasern. Beerenfrüchte für den Feinschmecker
Die Heidel- oder Blaubeere und die Moorbeere gehören ebenso wie die Preiselbeere zur Gattung Vaccinium. Alle sind in lichten Wäldern sowie in Heidegebieten und Mooren zu Hause. Die roten sauren Früchte der Preiselbeere ergeben eine begehrte aromatische Sauce oder Konfitüre zu Braten von Wild und Truthahn. Die scharlachroten Beeren der Eberesche sind roh ungenießbar, gekocht oder als Gelee bilden sie jedoch einen aparten Kontrast zu Wildbret. Rote, Schwarze und Weiße Johannisbeeren (Unterart Ribes) aus der Familie der Steinbrechgewächse sind beliebte Gartensträucher und werden in Europa seit dem 15. Jahrhundert angepflanzt. Die Schwarze Johannisbeere, reich an Vitamin C, wird als Volksheilmittel gegen Husten, Gicht und Rheuma verwendet, außerdem wie die anderen Johannisbeeren zu Säften, Marmeladen und Gelees, Likören und Branntwein verarbeitet. Den Johannisbeeren nahe verwandt ist die Stachelbeere (Ribes grossularia) mit weißgrünen, gelben oder roten Kirsch- bis Pflaumengroßen Früchten, die behaart oder glatt sein können. Sie ist in Europa, Nordwestafrika und Vorderasien zu Hause und wird seit dem 16. Jahrhundert kultiviert. Dank ihrer Widerstandsfähigkeit hat sie sich bis in Gebiete nahe dem nördlichen Polarkreis verbreitet. Die Früchte können süß oder sauer sein, manche Arten sind voll ausgereift ein schmackhaftes Obst, alle eignen sich zum Einmachen, als Tortenbelag und Marmelade. Nüsse als Konfekt
Der mit dem Pfirsich verwandte Mandelbaum (Prunus amygdalus) gehört zur Gattung der Steinobstgewächse. Seine Heimat ist der östliche Mittelmeerraum. Der Mandelbaum hat drei Unterformen: die süße Mandel, die Bittermandel und die Krachmandel. In Jordanien werden besonders feine Mandeln geerntet. Süße Mandeln werden kandiert, in Kuchen und Gebäck verwendet und zu Marzipan verarbeitet. Aus bitteren Mandeln presst man Bittermandelöl, ein Aroma zum Backen und für Konfekt. Dieses öl wird auch in der Kosmetikindustrie gebraucht. Eine Spezialität sind die »marrons glaces« aus Südfrankreich, die gerösteten, süßen Früchte der südeuropäischen Edelkastanie (Castanea sativa). Die Kastanien (oder Maronen) werden geröstet oder eingemacht. Die Pekannuss ist die Frucht des Hickory (Carya illinoensis), einer nordamerikanischen Gattung der Walnussbaum Gewächse. Sie hat ein mildes, aber ausgeprägtes Aroma und ist zum Backen und für Konfekt sehr geeignet. In den USA, wo Hickory viel angepflanzt wird, findet sie auch als Dessertnuss Verwendung. Die länglich spitze braune Schale dieser Nuss enthält eine der Walnuss ähnliche Frucht. Die Para- oder Brasilnuss ist die dreikantige, apfelsinenscheibenförmige Frucht der im Amazonasgebiet heimischen »brasilianischen Kastanie«. Leicht ölig und geschmacklich der Kokosnuss ähnelnd, wird sie gern zur Weihnachtszeit gegessen. Andere Nüsse
Weitaus bekannter ist die in Südosteuropa und Vorderasien heimische Walnuss (Juglans regia). Sie wird zu Konfekt und Süßspeisen, in Torten sowie als Weihnachtsknabberei verwendet. In Frankreich isst man frische Walnüsse beim Wein zu Brot, Salz und Butter. Die Haselnuss ist in den europäischen Laubwäldern verbreitet. Der Art Name Corylus avellana stammt von der kleinen Stadt Avellino am Vesuv, wo sie geröstet zu örtlichen Weinen verzehrt wird. Die glänzende, runde, hartschalige Makademia oder Queenslandnuss wird ebenfalls zu Getränken serviert. Eine delikate Zutat zu Pasteten, Wurst und Konfekt ist die hellgrüne Frucht der Pistazie (Pistacia vera). Auch die ölhaltigen, elfenbeinfarbigen Samen verschiedener Kiefernarten haben Wohlgeschmack. In Italien dienen die Samen der Pinie (Pinus pinea) als süßsaure Füllung für Sardinen. Die Erdnuss (Arachis hypogaea) ist in Brasilien und Peru heimisch, sie wurde bereits von den Inkas und Mayas angebaut. Erdnüsse gehören nicht zu den Nüssen, sondern zu den Hülsenfrüchten. Die Cachew-Nuss (Kaschu-Nuss) vom Acajou baum (Anacardium occidentale) hat einen delikaten Geschmack, der durch Rösten noch erhöht wird.

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Info 18.12.2017 00:16
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