Schwein und Schaf

Schweine und Schafe sind auf der ganzen Welt sowohl in wilden als auch in domestizierten Formen zu finden. Wildschweine leben insbesondere in feuchten Waldgebieten der Alten Welt (von Nordeuropa bis Südostasien), Wildschafe in den Gebirgsregionen Asiens, Amerikas und des Mittelmeerraumes. Die Schweinezucht
Das Schwein ist ein besonders nützlicher Allesfresser. Die ersten Angaben über seine Domestizierung gehen auf das Jahr 3000 v. Chr. zurück. Das Wildschwein wurde in Europa etwa um 2900 v. Chr. domestiziert. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Schweinezüchter bemüht, Tiere heranzuzüchten, die das Futter statt zu dem weniger erwünschten Fett zu magerem Fleisch veredeln und größere Würfe bringen. Die veredelten Sauen werden jetzt im Alter von sieben oder acht Monaten belegt und werfen nach etwa 16 Wochen durchschnittlich mehr als 10 Ferkel. Bei guter Fütterung kann eine gesunde Sau jährlich über 20 Ferkel haben. Nach der Trennung von der Muttersau werden die Ferkel bzw. jungen Schweine unterschiedlich lange gemästet. Die Länge der Mastperiode hängt von dem erwünschten Schlachtgewicht ab, dieses wiederum vom Verwendungszweck: Frischfleisch, gepökelter Schinken, Fleischprodukte in Form von Wurst- oder Dauerwaren usw. Im Hinblick auf die Erzeugung von Fleisch und Schinken sowie »Bacon« (in angelsächsischen Ländern) werden von Landwirten und Käufern die weißen Rassen bevorzugt. In Europa sind die meisten Schweinerassen Kreuzungen oder Hybridzüchtungen von zwei oder drei reinen weißen Rassen. Die verschiedenen europäischen Landrassen – z. B. die Deutsche Landrasse – gehören zu den bekanntesten Kreuzungen. Schweinehaltung und Schweinefleischproduktion
Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass Schweine schmutzige Tiere seien. In Ställen mit ausreichendem Platz halten sich Schweine sauberer als die meisten anderen Nutztiere. Wenn Schweine jedoch in Ställen zusammengedrängt werden, die keine genügend großen Liege- und Fressplatzflächen sowie evtl. Kotplatzflächen haben, ist die sonst übliche Sauberkeit nicht mehr zu beobachten. Bei hohen Temperaturen benötigen Schweine immer Wasser zur Abkühlung, da sie nur wenige, nicht sehr wirksame Schweißdrüsen besitzen. Wenn den Schweinen ein Auslauf zur Verfügung steht, wühlen sie den Erdboden bei der Suche nach Futter mit ihrem Rüssel so auf, dass sie einen etwas feuchten Erdboden innerhalb kurzer Zeit in ein Schlammfeld verwandeln. Schon das Gras kann einen erheblichen Teil ihres Futterbedarfs decken, und die Weidehaltung ist in Gebieten mit mildem Klima eine nach wie vor bewährte und gewinnbringende Methode der Schweinezucht, sofern die Grünflächen dräniert sind. Da Schweine gegenüber extremen Temperaturen (Kälte, Hitze) reagieren, bevorzugen die meisten Landwirte bei Mastschweinen heute allerdings die Stallhaltung. In modernen Ställen sind Anlagen zur mechanischen Fütterung und Entmistung vorhanden. Aufgrund dieser Einrichtungen und der Verfütterung ausgewogener Rationen ist ein schnelles Wachstum möglich. Gute Schweine erreichen hier das Fleischgewicht in 120-150 Tagen, das »Bacon« Gewicht in 160-180 Tagen und das für die Verarbeitung zu Fleischwaren erwünschte Gewicht in etwa 6 Monaten. In einigen osteuropäischen Ländern – Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Jugoslawien – gibt es Betriebe mit bis zu 10 000 Schweinen. Das Hauptrisiko der fabrikmäßigen Haltung liegt darin, dass eine infektiöse Erkrankung schnell den ganzen Bestand erfassen kann. Diese Gefahr sucht man dadurch zu verringern, dass man große Gruppen unter den Tieren bildet und jede einzeln vor möglichen Infektionsquellen abschirmt. Schafe für Wolle und Fleisch
Schafe sind im allgemeinen Mehrzwecktiere, die vor ungefähr 7000 Jahren domestiziert wurden, deren Zucht aber erst 1000 Jahre später im Hinblick auf ihre Wolle begann. Der Reichtum vieler Länder im Mittelalter beruhte auf der Haltung von Schafen und Gewinnung von Wolle, die das Hauptprodukt darstellte. Heute gibt es große Schaf bestände insbesondere in Australien und Neuseeland, aber auch in der UdSSR. Als beste und feinste Schafwolle gilt die Merinowolle. Reine Merinozuchtherden sind zwar vereinzelt noch von Bedeutung, doch haben die Züchter meist andere Rassen eingekreuzt, um die Fleischleistung auf Kosten der Wollqualität zu verbessern. Gewöhnlich unterscheidet man Schafe nach folgenden Rassegruppen: feinwollige Fleisch Woll Schafe, muskelbetonte Fleischschafe sowie genügsame Landschafe. Auf den höher gelegenen Wiesen der Mittelgebirge und Gebirge, die als Rinderweiden bzw. für den Ackerbau ungeeignet sind, leben vor allem widerstandsfähige Höhenrassen. In mittleren und niedrigen Regionen werden Gebrauchskreuzungen bevorzugt. Häufig praktiziert man dabei die sogenannte Dreirassenkreuzung: Muttertiere bodenständiger Schafrassen werden mit Böcken einer fruchtbaren Rasse (z. B. Milchschaf) zur Erzeugung einer besonders fruchtbaren Generation belegt, die nach der Paarung mit einem Fleischschafbock frohwüchsige Lämmer gewünschter Schlachtqualität erbringt. Die Schafe haben sich in verschiedenen Ländern unterschiedlich entwickelt. Ostfriesisches Milchschaf, Finnschaf und russisches Romanowschaf sind Rassen mit hoher Fruchtbarkeit (Zwillinge, Drillinge, sogar Fünflinge). Europäische Züchter kreuzen daher diese Rassen oft ein. Das Texelschaf wiederum wird in Kreuzungen verwendet, um die Fleischleistung und Fleischqualität zu steigern.

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Info 22.11.2017 17:33
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