Holzgewächse

Obwohl Bäume und Sträucher sich in ihrem Aussehen durchaus von den übrigen Pflanzen unterscheiden, bilden sie keine systematische Einheit. Die Nadelhölzer und ihre Verwandten (Cycas, Ginkgo) sind nacktsamige Gewächse. Alle übrigen Bäume gehören den Angiospermen an. Diese gliedert man nach der Zahl ihrer Keimblätter (Kotyledonen) in den Samen in Einkeimblättrige oder Monokotyledonen und Zweikeimblättrige oder Dikotyledonen. Nur wenige einkeimblättrige Gewächse sind blühende Bäume, ihr Stamm zeigt kaum Dickenwachstum und liefert daher, im Gegensatz zu den zweikeimblättrigen Bäumen, kein Holz. Ihre bekanntesten Vertreter sind die Palmen, von denen es mehrere Hundert Arten gibt, darunter die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) und die Kokospalme (Cocos nucifera). Die meisten Baumarten sind dikotyle Gewächse aus tropischen Wäldern. Zu ihnen zählen die Lieferanten wertvoller Nutzhölzer, wie Ebenholz, Mahagoni und Teakholz. Im Vergleich zu den Tropen sind die gemäßigten Zonen ausgesprochen arm an Baumarten, Formen der Gattungen Quercus (Eiche), Fraxinus (Esche), Fagus (Buche) und Betula (Birke) gehören zu den bekanntesten. Sie wachsen meist in Mischwäldern und werden oft noch von anderen Arten, in Südeuropa etwa von der Edelkastanie, begleitet. Weniger häufig trifft man natürliche Wälder, die nur aus einer einzigen Baumart bestehen, wie etwa die Nothofagus-Wälder (Scheinbuche) auf Neuseeland. Größe und Wachstum der Bäume
Das Dickenwachstum der Bäume hängt aufs Engste zusammen mit einem unter der Rinde des Stammes liegenden Ring von Zellen, der als Kambium bezeichnet wird. Die vom Kambium durch schnelle Teilung abgegebenen Zellelemente dienen teils der Beförderung von Wasser und darin gelösten Mineralsalzen aus den Wurzeln zu den Blättern, teils dem Abtransport der in den Blättern gebildeten Nährstoffe. Die Standfestigkeit der Bäume wird, vom Wurzelwerk abgesehen, durch das Wassergefäßsystem (Xylem) bedingt, dessen Zellen während ihres Wachstums durch Einlagerung von Holzstoff (Lignin) verstärkt werden. Die Teilung der Kambiumzellen erfolgt nicht gleichmäßig, sondern bei Bäumen der gemäßigten Breiten im Sommer bedeutend schneller als im Winter. Daher erscheinen im Stammquerschnitt die in den Sommermonaten entstehenden Zellen mit großem Lumen (Innenraum) als heller gefärbte Ringe, sodass sich das Alter eines Baumes an der Zahl seiner Jahresringe ablesen lässt. In den Tropen ist das Wachstum in analoger Weise dem Wechsel von Regen- und Trockenzeiten unterworfen. Die den Stamm umgebende Borke ist das Erzeugnis eines besonderen Gewebes, das Korkkambium genannt wird. Die Borke schützt u. a. das lebenswichtige Kambium und variiert hinsichtlich ihrer Dicke und Festigkeit von Art zu Art. So ist sie bei der Birke papierartig, während sie bei der Korkeiche extrem dick, wenn auch porös ist. Bei einigen Bäumen der Savanne ist die Borke feuerunempfindlich. Blätter und Fotosynthese
Wie alle grünen Pflanzen, so erzeugen auch die Bäume die erforderliche Nahrung auf dem Wege der Fotosynthese. Es ist dies ein Prozess, bei dem Sonnenenergie vom Blattgrün oder Chlorophyll »eingefangen« und zum Aufbau von Körperstoffen aus Wasser und Kohlendioxid verwendet wird. Die Blätter der Bäume zeigen eine große Vielfalt hinsichtlich ihrer Größe und Gestalt: Sie können einfach oder aus mehreren Fiederblättchen zusammengesetzt sein. Die Blätter der Birke sind mit nur 5 cm Länge für einen Baum sehr klein, dagegen erreichen die Riesenblätter des Gummibaums eine Länge von 30 cm und mehr. Die Lebensdauer eines Blattes hängt vom Klima ab. Die meisten Laubbäume gemäßigter Regionen werfen ihre Blätter im Herbst ab und bringen im Frühjahr neue hervor, sie werden als Laub werfend bezeichnet. Daneben gibt es immergrüne Bäume, bei denen die Blätter nach zwei bis drei Jahren absterben und durch neue ersetzt werden. Die meisten tropischen Bäume sind immergrün, sofern sie extreme Trockenzeiten zu bestehen haben, können sie auch Laub werfend sein. In gemäßigten Klimazonen sind die Blüten der Bäume oft so unscheinbar, dass sie dem ungeschulten Auge u. U. völlig entgehen. Es handelt sich bei diesen Bäumen fast ausschließlich um Windblütler, die keine Schauapparate zum Anlocken von Insekten benötigen. Holzgewächse, die von Insekten bestäubt werden – die meisten Sträucher, Kletterpflanzen und Tropenbäume -, bringen große, leuchtende, oft auch duftende Blüten hervor. Die Früchte, die Ergebnisse einer erfolgreichen Bestäubung, können ebenso verschieden sein wie die Blüten. Man denke nur an die Flügelfrüchte von Ahorn und Esche, die großen Nüsse tropischer Bäume wie die Kokosnuss, die fleischigen Früchte unserer Obstbäume, die Hülsen der Robinien und des Goldregens. Die Zukunft der blühenden Bäume
Die Verteilung der blühenden Bäume über die Erde hat sich seit deren Erscheinen ziemlich stark verändert. Wie Pollenanalysen ergaben, bestanden die voreiszeitlichen europäischen Wälder nicht nur aus den uns vertrauten Bäumen der Gegenwart, sondern auch aus fremdartigen Elementen, wie Magnolien oder Rhododendronarten. Gäbe es keine Abholzung durch den Menschen, dann wären heute noch riesige Landflächen von Wäldern bedeckt. Erst in jüngster Zeit beginnt der Mensch sich darauf zu besinnen, auch im gemäßigten Klimabereich seine Wälder zu schützen.

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Info 22.11.2017 14:04
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