Gummibaum – Ficus

Immergrüner Mittelpunkt des Zimmerpflanzenreiches ist der Gummibaum, zugleich das Lieblings- wie auch das Sorgenkind des Blumenfreundes. Er wird verwöhnt, gegossen und »geputzt«. Und doch erscheinen auf den Blättern manchmal gelbe und schwarze Flecken, die Blätter fallen ab oder das ganze Wachstum stockt. Die Gründe für dieses Unwohlsein sind auf den ersten Blick nicht zu erklären. Man muss den Lebens- und Leidensweg der Pflanze zurückgehen und überlegen, ob ihr immer alle Wünsche an Pflege und Umwelt erfüllt wurden. Ficus deltoideaFicus deltoidea Der aufrechtwachsende, braun berindete Gummibaum mit seinen glänzendgrünen Blättern stellt sich in dreifacher Gestalt vor: Zuerst der »alte« Gummibaum, Ficus elastica, mit langen schmalen, sich etwas neigenden Blättern, dann sein hübscher Bruder, Ficus elastica Decora, dessen Blätter breiter sind und waagerecht vom Stamm abstehen, und schließlich die langsam wachsenden Formen mit gelblichen Blatträndern oder weißlichen Flecken auf den Blättern, die etwas höhere Ansprüche stellen. Sie alle lieben einen hellen, immer aber sonnenabgewandten Platz im Zimmer, halten sich im Sommer ganz gern vor Sonne und Wind geschützt im Freien auf und bevorzugen Wintertemperaturen um 15-18°C. Stehen sie irgendwann und irgendwo dunkel und allzu kühl, spürt man bald ihre Unzufriedenheit. Ficus elasticaFicus elastica Von besonderer Bedeutung für das Wohlergehen der Gummibäume ist ein sorgfältiges Gießen. Sorgfältig, das heißt entsprechend den Raumtemperaturen und dem Wachstumszustand der Pflanze. Ein Zuviel an Wasser ist immer von Übel und der größte Feind des Gummibaumes. Vor allem in der Ruhezeit – von Oktober bis Februar – schränke man die Wassergaben deutlich ein. Viel angenehmer und wohltuender empfinden die Gummibäume ein oftmaliges Spritzbad, durch das die Blätter auch noch von dem lästigen und porenverstopfenden Staub befreit werden. Von März bis August, aber nur dann, erhält der Gummibaum vierzehntäglich einen Düngeguss, dessen Höhe vom Wachstumszustand abhängig gemacht wird; Pflanzengröße und Wurzelentwicklung entscheiden auch über die Notwendigkeit des Umtopfens (Frühjahr). Beim Umtopfen nicht vergessen, dass eine dicke Scherbeneinlage am Topfgrund und einige der Erde zugefügte Holzkohlenstückchen für ein gutes und gesundes Wachstum sorgen. Zur Gattung Ficus gehören aber noch viele reizvolle, unterschiedlich wachsende und aussehende, kletternde oder baumartige Blattpflanzen, deren Bekanntschaft sich wirklich lohnt. Das Fähnlein der Aufrechten hat in seinen Reihen die wunderschöne Geigenfeige (Ficus lyrata) mit großen, geigenförmigen, hell geaderten, dunkelgrünen (unterseits hellgrünen) Blättern. Viel von sich reden macht die Juniorfeige (Ficus benjamina), deren dünne Zweige unzählige, kleine, grüne Blätter tragen. Einer der schönsten Vertreter dieser liebenswerten Pflanzengattung aber ist Ficus aspera Parcellii, der wegen seiner hübschen weißgefleckten, farbenfrohen, dünnen Blätter sehr zu Recht Clownfeige genannt wird. Ficus pumilaFicus pumila Die reichverzweigte Australische Feige (Ficus rubiginosa) beendet mit ihren kleinen, gelbgefärbten, derben Blättern (die grüne Stammform ist uninteressant) den abwechslungsreichen Reigen der aufrechten, strauchartig wachsenden »Gummibäume«. Viel hübscher jedoch ist Ficus deltoidea (syn. F. diversifolia), dessen Hauptattraktion in den zahlreichen erbsengroßen, grünen, sich später gelb färbenden Früchten besteht. Mit hübschen, vielseitig verwendbaren Kletter- und Hängepflanzen weiß die Feigengattung aber auch noch aufzuwarten. Allen voraus wächst die Kletterfeige (Ficus pumila), deren dünne Zweige mit den kleinen, runden, grünen oder weißlichen Blättern gern an den sogenannten Moosstäben emporklettern und sich besonders in kühlen Räumen prächtig entwickeln. Fast das gleiche Wachstumstempo zeichnet Ficus sagittata (syn. F. radicans) aus, dessen etwas länglichere und fast spitze Blätter grün-weiß gefärbt sind.

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Info 22.11.2017 17:42
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