Kakteen und andere Sukkulenten – Pflegekalender

Die Freude an Kakteen und anderen Sukkulenten, die Beschäftigung mit diesen originellen, dornenbewehrten oder dickblättrigen, immer aber genügsamen Pflanzengestalten wurde zu einer speziellen Liebhaberei vieler Zimmergärtner. Die Kakteenfreunde in aller Welt sind in nationalen Gesellschaften vereinigt, sie tauschen Pflanzen und Erfahrungen aus und freuen sich an ihrem Hobby. KaktusGroße und schöne Blüten bringen die Echinopsis-Hybriden hervor. Aber auch auf den Fensterbänken der Blumenfreunde ohne besondere Kakteenpassion finden sich einige stachlige Gesellen, die Jahrzehnte überdauern, manchen Unbill ertragen und außerdem noch durch alljährlich erscheinende, prächtige Blüten erfreuen. Vor allem der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) steht hoch in der Gunst der Zimmergärtner. Seine Blühwilligkeit wird beträchtlich gefördert durch eine zweimonatige Ruhezeit nach der Blüte und einen weiteren »Urlaub vom Wachsen« im Juli oder August, in dem er sich auf seine winterliche Blüte vorbereiten kann. In dieser Ruhezeit dürfen die Weihnachtskakteen natürlich nicht völlig trocken stehen; das Anfeuchten der Erde und ein gelegentliches Übersprühen genügen aber völlig. Sehr beliebt sind die Blattkakteen (früher Phyllocactus genannt, heute in tagblühende Epiphyllum und in nachtblühende Nopalxochia aufgeteilt), deren Blütenschönheit im Kakteenreich nicht ihresgleichen findet. Die Farbenpracht ihrer roten, schwefelgelben, rosaroten oder weißen Blumen entfaltet sich bei denkbar wenig Pflegemühe. Auch hier liegt das »Geheimnis« der alljährlichen Blütenwiederkehr bei der Einhaltung der Ruhezeit. Sie beginnt ab November durch eine Aufstellung der Pflanzen in kühlen, nur etwa 10°C warmen Räumen bei gleichzeitigem Einschränken der Wassergaben. Anfang März werden sie aus ihrem Winterschlaf geweckt und reichlicher gegossen. Auch die Düngung muss jetzt einsetzen und bis nach der Blüte regelmäßig durchgeführt werden. Dann gönnen wir den Blattkakteen wieder eine vierwöchentliche Ruhepause, wenn möglich durch eine Sommerfrische auf dem Balkon oder im Garten. EpiphyllumBlattkaktus, Epiphyllum-Hybride Anschließend erhalten sie neue Erde und dürfen bis zum Beginn der Winterruhe wieder reichlich und regelmäßig Wasser und Nahrung zu sich nehmen. Der Dritte im Bunde dieser in ihrer südamerikanischen Heimat auf Bäumen lebenden Kakteen heißt Korallenkaktus (Rhipsalis). Die Vertreter dieser reizvollen Gattung besitzen vornehmlich stielrunde, lang herabhängende, vielverzweigte »Blätter«, die aussehen wie dünne Schnüre und mit kleinen, weißen oder gelblichen Blütchen besetzt sind. Von imponierender Größe und bizarrem Wuchs zeigen sich die Säulenkakteen, die früher einmal schlicht Cereus hießen, heute jedoch mit verschiedenen Gattungsnamen versehen werden. Neben schlanken, aufrechten, meterhohen Riesen fesselt uns die blütenschöne »Königin der Nacht« (Selenicereus), deren lange, dunkelgrüne Triebe sich in den Abendstunden mit großen, herrlichen Blüten schmücken. Nicht weniger eindrucksvoll ist das »Greisenhaupt« (Cephalocereus), dessen weißes Haarkleid den ganzen Kakteenkörper verhüllt. Völlig aus der Rolle fällt der unberechenbar wachsende »Felsenkaktus« (Cereus peruvianus), der im Alter einem wildzerklüfteten Felsen ähnelt. Ihre kleineren, meist mehrtriebigen Vettern heißen Echinocereus, deren farbenprächtige Blütenkelche oft länger als eine Woche halten und deshalb besonders hoch einzuschätzen sind. Königin der NachtSelenicereus Kakteenfreunde lieben die Echinocereen auch wegen ihrer hübschen, dicht bei dicht stehenden, reizvoll gefärbten Stacheln. Und außerdem ist ihre Anspruchslosigkeit noch sehr zu loben. In der großen Gruppe der Kugelkakteen, die übrigens auch säulenförmig wachsende Arten enthält, finden wir die weitverbreiteten Echinopsis, die sich durch Blühwilligkeit und starke »Kindel«-Bildung auszeichnen. Wunderschön sind die manchmal mehrfarbigen Blüten der Lobivia, die schon an kleinen Pflanzen erscheinen. Die hübsche Färbung der Stacheln gibt diesen blütenschönen Kakteen noch einen würdigen Rahmen. Leicht blühende Zwerge sind die Vertreter der Gattungen Rebutia, Aylostera und Lobivia, die wegen ihrer geringen Größe wenig Platz beanspruchen. EchinopsisEchinopsis eyriesii Der Sammler origineller Formen kommt bei der Gruppe der Igelkakteen voll auf seine Kosten; außerdem wachsen sie gut und blühen leicht und sicher. Hier ist der vielrippige Echinocactus grusonii wegen seiner goldgelben Stacheln zu nennen. Zu empfehlen sind auch Notocactus, Gymnocalycium und Parodia, alles stachlige Gewächse von außergewöhnlicher Gestalt und prächtigem Blütenflor. Eine Hauptrolle auf der Bühne der Igelkakteen spielen die »Bischofsmützen« (Astrophytum) mit ihren unbestachelten, dicht mit weißen Wollflöckchen besetzten, mehrrippigen Körpern und seidig-gelben Blüten. AstrophytumAstrophytum myriostigma NotocactusNotocactus ottonis. Sehr wüchsig und reichblühend. Sehr gut für Anfänger. Wenig Platz beansprucht die vielgestaltige, polsterbildende Schar der reizvollen kleinen Warzenkakteen. Die reichen Blütenkränze und die hübsche Bestachelung der vielen unterschiedlich geformten Mammillarien machen diese blüheifrige Kakteengruppe für den Sammler fast unentbehrlich. GymnocalyciumGymnocalycium quehlianum. Anspruchslose, zuverlässig blühende Art. Zu den originellsten Pflanzengestalten in dem gewiss nicht langweiligen Reich der Kakteen und anderer Sukkulenten gehören die schnellwachsenden, immer lustig anzuschauenden Feigenkakteen (Opuntia). Die Freunde dieser Kakteen gaben ihnen treffende Namen wie »kleinborstige«, »weißhaarige«, »filzige«, »zerbrechliche«, »walzenförmige«, »Papierstachel-Opuntia« oder gar »Negerhand«. Namen, die den Formenreichtum dieser Gattung verraten. Die meisten besitzen flache, plattgedrückte Glieder, die alle voller tückischer Widerhaken (Glochiden) sitzen und dem unkundigen Pfleger bei einer zufälligen Berührung mit der Hand zu schaffen machen. Trotz dieser Unart sind die Opuntien so etwas wie Veteranen des Kakteenreiches; ihre »Vorfahren« begründeten die Kakteenliebe unserer Altvorderen. Dass bei Kakteen alles möglich ist, beweisen die Laubkakteen (Pereskia), die tatsächlich frischgrüne Blätter besitzen, strauchartig wachsen und an den Trieben kurze, hakige Stacheln tragen. Sie werden nur selten als Einzelstücke einer Sammlung zugesellt, sondern dienen als begehrte und viel verwendete »Stammunterlage« für aufgepfropfte Weihnachtskakteen. Allen Kakteen und Sukkulenten gemeinsam ist die von der Natur bestimmte Form der Feuchtigkeitsspeicherung, die der Botaniker Sukkulenz (lat. sucus = der Saft) nennt. Deshalb werden sie oft auch als »Fettpflanzen« bezeichnet. Sie gehen recht sparsam mit dem kostbaren Wasser um und sind es gewöhnt, in der Regenzeit Wasser in den Zellen zu speichern, um in Trockenzeiten dann davon zehren zu können. Diese Lebensform ist durchaus nicht nur auf Kakteen beschränkt; wir finden sie bei vielen blatttragenden Zimmerpflanzen, die man auf den ersten Blick niemals zu der großen Familie der Sukkulenten zählen würde. Wir kennen »Fettpflanzen« aber auch als skurrile, liebenswerte und auffallende Bewohner unserer Gärten wie die anspruchslosen und ausdauernden Mauerpfeffer (Sedum) und Dachwurz (Sempervivum). Die kleinen blütenschönen Mittagsblumen (Mesembryanthemum), die rosettenbildenden Echeveria oder die stolze Palmlilie (Yucca) mit ihren riesigen Blütenschäften; alles anspruchslose Pflanzen, die sonnigen Steingärten einen bizarren, exotischen Reiz verleihen. Viel reichhaltiger aber ist die Welt der »Zimmersukkulenten«, die mit ihren Kakteenvettern vieles gemeinsam haben und auf den ersten Blick von ihnen nicht zu unterscheiden sind. Viele haben sich als alteingesessene Zimmerpflanzen längst bewährt. Vertraut sind uns die dickblättrigen, großen Agave-Arten mit ihren hohen Blütenschäften, die etwas kleineren, aber ähnlichen Aloe-, die hübschen Gasteria- und Haworthia-Arten. Sie alle erfreuen uns durch die hübsche Zeichnung ihrer »Blätter«, die sich zu reizvollen Rosetten zusammenfinden. Geringer in der Größe, aber farben- und formenschöner in der Blüte, präsentieren sich die Kokardenblumen (Stapelia). Zusammen mit ihren Verwandten Huernia und der Ampelpflanze Ceropegia gehören sie zu den schönsten Blütenkleinodien, mit der das Pflanzenreich aufzuwarten weiß. Übrigens, der Verwandtschaft nach, gehören auch der Bogenhanf (Sansevieria), die Wachsblume (Hoya), die Kalanchoe (in vielen Arten) und sogar eine Tradeskantie (Tradescantia navicularis) zur großen Familie der Sukkulenten. Viele Crassula-Arten, das rosettenbildende Aeonium, die dickfleischigen Cotyledon, die formenreiche Schar der Echeveria und Sedum und natürlich das Brutblatt (Bryophyllum), dessen Blattränder voll von »vorgefertigten« jungen Pflanzen sind, bilden unendliche Sammlermöglichkeiten für den Blumenfreund. Die schönste, artenreichste und außergewöhnlichste Sukkulentenfamilie aber ist die der Wolfsmilchgewächse, der Euphorbiaceae. Jeder kennt den blatttragenden Christusdorn (Euphorbia milii) mit seinen roten Blüten und grau verholzenden Trieben. Weniger verbreitet, aber durch ihr bizarres Wachstum hochinteressant sind die Arten mit dem vielfach vereinzelten, kandelaberartigen Wuchs. Andere wiederum gleichen Medusenhäuptern mit Schlangentrieben (E. caput-medusae) oder beblätterten Keulen. Dann gibt es Euphorbien mit stehenden oder hängenden Stäbchengliedern, mit melonenförmigem oder kugelrundem Pflanzenkörper (E. obesa) und solche mit dünnen Ästen oder mit drei-bis vierkantigen Gliedern. Mit Recht erfreuen sich die kleinen, zierlichen Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) besonderer Beliebtheit. Die Blüten überdecken oft völlig die kleinen Pflänzchen. Aus der Vielzahl der Arten und Formen reizen den Blumenfreund besonders der Tigerrachen und die lebenden Steine (Lithops), die Kieselsteinen zum Verwechseln ähnlich sehen. Der gewissenhafte Blumenfreund weiß wohl die Genügsamkeit der stachligen oder dornenlosen Pflanzen zu schätzen, er wird aber auch immer versuchen, ihre besonderen Wünsche zu erfüllen. Das ist einmal der Standort im Wechsel der Jahreszeiten. Kakteen wollen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, den sonnigsten Platz haben. Eine strikt eingehaltene winterliche Ruhezeit von Oktober bis März bildet die Grundlage für natürliches Wachstum und alljährliche Knospenbildung. Dabei sind Temperaturen von +6-10°C für die meisten Arten ideal. Wasser wird in dieser Zeit nur wenig, am besten tropfenweise gegeben. Im Frühjahr weckt vorsichtiges Zerstäuben mit kalkfreiem, erwärmtem Wasser die Pflanzen aus ihrem Winterschlaf. Um die Freude an Kakteen ungetrübt zu genießen, berücksichtigen wir einige Pflegeregeln, deren Beachtung für Gesundheit und Blühwilligkeit unserer stachligen Freunde sorgen. Eine besondere Bedeutung im Sukkulentenleben hat das Licht, das stets in ausreichendem Maß zur Verfügung gestellt werden muss. Das volle Sonnenlicht ist das beste für alle dem Kindesalter entwachsenen Kakteen. Geben wir ihnen also den hellsten Platz am Fenster, der meist zum guten Gedeihen genügt, besonders, wenn es sich um ein Süd-, Südost- oder Südwestfenster handelt. Da jedoch die Pflanzen am Zimmerfenster, infolge der einseitigen Belichtung, nicht einmal die Hälfte der Helligkeit erhalten wie im Freien, suchen wir für sie, gleich nach den Eisheiligen, ein sonniges Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon. Dabei empfiehlt es sich, die in den lichtarmen Zimmern überwinterten Pflanzen nach und nach an die strahlende Frühlingssonne zu gewöhnen und damit Verbrennungen zu vermeiden, die sich durch eine gelbliche oder rötliche Verfärbung der Glieder zeigen. Das gilt vor allem für Sukkulenten, die an ihrem heimatlichen Standort an Baum- oder Grasschatten gewöhnt sind. Diese Pflanzen bilden dann einen roten Farbstoff – bei Menschen ist es das braune Pigment in der Oberhaut -, der sie vor allzu grellen Sonnenstrahlen schützt. Diese Rotfärbung tritt aber auch ein, wenn wärmeliebende Arten eine Zeitlang zu kühl stehen. Ein typisches »Kakteenunwohlsein« äußert sich auch durch sogenannte Korkstellen an den unteren Teilen der Pflanze. Ursache dafür sind Alterserscheinungen, schwerwiegende Gießfehler oder unsachgemäße Überwinterung. Frisch gekaufte Kakteen sollte man immer zuerst auf Schädlinge untersuchen. Auch in der Erde, denn nicht selten treiben dort die in weißlichen Gespinsten lebenden Wurzelläuse ihr Unwesen. Mit Mitteln aus dem Fachgeschäft ist ihre Bekämpfung heute kein Problem mehr. Überhaupt sollte man diesen Pflanzen möglichst nach der Blüte neue Erde, ja auch ein neues Pflanzgefäß gönnen. Das winzige mitgekaufte Töpfchen war nämlich nur als Verpackung gedacht. Als Pflanzgefäße sind Schalen oder Töpfe aus Kunststoff empfehlenswert. Verschiedene Nachteile des porösen Tontopfes, so starkes Erhitzen bei freier Aufstellung, vermehrtes Auftreten von Wurzelschädlingen und frühzeitige Alkalisierung der obersten Erdschicht, lassen sich hier weitgehend ausschalten. Allerdings: Kunststofftopfwandungen verdunsten keine Feuchtigkeit, man wird deshalb viel weniger gießen müssen. Allzuleicht neigt man dazu, den Kakteen bei uns neben einem sonnigen Standort eine sandig-kiesige und damit eine nährstoffarme Erde anzubieten. Die Verwunderung ist groß, wenn dann die Kakteen darin nicht wachsen, geschweige denn blühen. Nur wenige Kakteenfreunde wissen, dass die Böden in der Heimat der Kakteen äußerst nährstoffreich sind. Nur fehlt meist die Feuchtigkeit, die eben erforderlich ist, um die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar zu machen. In kleinen Sammlungen, sei es auf dem Fensterbrett, im Frühbeet oder Kleingewächshaus, sollen die Kakteen nicht hungern. Im allgemeinen wird man auf Erden aus dem Fachgeschäft zurückgreifen. Diese Substrate bestehen überwiegend aus Torf und enthalten weiter als Lockerungssubstanzen Bimskies, Ziegelsplitt, Sand oder Stryromull. Solche Erdmischungen sind nur bedingt empfehlenswert. Ihr hoher Humusanteil, so der Torf, ist wohl für die urwaldbewohnenden Kakteen wie Blattkakteen (Epiphyllum), Weihnachtskakteen (Schlumbergera), die Königin der Nacht (Selenicereus) und gerade noch den Schlangenkaktus (Aporocactus) zuträglich. Für die echten Wüstenkakteen jedoch sollte der Anteil von humosen Stoffen wesentlich geringer, die Erde mehr durchlässiger gemacht werden. Der passionierte Kakteenliebhaber spricht hier von mineralischen Substraten. Neben einem Drittel Gartenerde und einem Drittel Torf kommt ein Drittel Sand mit Zusatz von Holzkohle und Lehm zur Verwendung. Wichtig ist auch zu wissen, dass die Kakteenerde einen ganz bestimmten pH-Wert, also Säuregrad, haben muss. Er wird je nach Art verschieden gewünscht, liegt jedoch bei Wüstenkakteen bei etwa pH 5,6. Wer es genau wissen will, kann diesen Wert mit Indikatorpapier oder einem pH-Meter überprüfen. Diese Hilfsmittel gibt es im Fachhandel. Doch die beste Erde für unsere Kakteen nützt nichts, wenn zur Düngung die gebräuchlichen Blumendünger verwendet werden. Mit wenigen Ausnahmen sind sie für speziellen Kakteen-Dünger, also Substanzen mit geringem Stickstoff- und dafür höherem Phosphoranteil, empfänglich. Dadurch wird die Ausbildung von Pflanzenmasse, das Wachstum also, reduziert und dafür die Blütenbildung erheblich gefördert. Ausgezeichnete Erfahrungen wurden auch mit flüssigem Guano gemacht. Alle Kakteendünger dürfen selbstverständlich nur in der Wachstumszeit in eine zuvor angefeuchtete Erde gegeben werden. Selbstverständlich ist, dass man sich streng an die Anweisungen der Hersteller halten sollte. Ein Zuviel auf einmal schadet. Größte Sorgfalt sollte man auch einer sachgemäßen Überwinterung schenken. Im Spätherbst beziehen unsere stachligen Freunde ihre Winterquartiere, für die sich am besten mäßig geheizte, aber frostfreie Räume eignen; die beste Überwinterungstemperatur liegt bei +6-10°C. An diesen kühlen, immer aber recht hellen Aufenthaltsorten erhalten die Sukkulenten natürlich nur wenig Wasser, gerade so viel, dass die feinen Faserwurzeln nicht vertrocknen, die Pflanzen aber auf jeden Fall am Weiterwachsen gehindert werden. Nur durch das strikte Einhalten dieser Ruhezeit können wir mit einem zufriedenstellenden Wachsen und Blühen rechnen. Eine Ausnahme von dieser Ruheregel machen die winterblühenden Arten, wie der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) und der Korallenkaktus (Rhipsalis), die während der Blütezeit ein recht warmes Plätzchen zugewiesen bekommen. MammillariaMammillaria zeilmanniana. Blüht reich, willig und auffallend in der Farbe. Eine der besten Anfängerpflanzen. ParodiaParodia nivosa. Blüht wie alle Parodien lang und sicher. Ältere Exemplare sind faszinierend. Kakteen-Pflegekalender JANUAR
Noch halten unsere stachligen Freunde ihren wohlverdienten Winterschlaf. Dieses Ausruhen vom Wachsen und Blühen fördern wir durch frische Luft; deshalb an sonnigen, frostfreien Tagen die Fenster öffnen, aber Vorsicht vor Zugluft. Alle Läusearten müssen jetzt intensiv bekämpft werden. Erdkakteen sollen noch völlig trocken, aber hell und wenn möglich luftig stehen. Epiphyten früh morgens mit heißem Wasser bespritzen. FEBRUAR
Die warme Frühlingssonne darf uns nicht verleiten, jetzt schon die Wassergaben zu erhöhen. Wer allen Sorgen mit dem Gießen aus dem Wege gehen will, stelle die Töpfchen in eine mit Torf und Sand gefüllte Tonschale; dieses Erdgemisch wird angefeuchtet – und jedes weitere Gießen entfällt. MÄRZ
Die Wachstumsferien der Kakteen sind vorüber. Sie dürfen wieder ihren Platz am hellen, sonnigen Zimmerfenster einnehmen. Aber Vorsicht, auch diesen Sonnenanbetern kann eine Umstellung vom lichtarmen Winterquartier zum Platz an der Sonne gefährlich werden. Deshalb ist ein Sonnenschutz angebracht; am einfachsten: eine Zeitung falten und vor die Pflanzen stellen. Größere Wasser-Rationen erhalten nur Kakteen, die jetzt schon Knospen bilden. APRIL
Die Wachstumslust der stachligen »Wüstensöhne« ist offensichtlich. Wir fördern dieses Bemühen durch tägliches Gießen und durch »Brausebäder«; alle Kakteen freuen sich über oftmaliges Abspritzen (mit einem möglichst feindüsigen Spritzball), das sie von dem lästigen und porenverstopfenden Staub befreit. Wenn es die Sonne in den Mittagsstunden allzu gut meint, den Sonnenschutz nicht vergessen. MAI
Nichts wie hinaus mit unseren Pflegebefohlenen an die frische Frühlingsluft. Sie genießen sichtlich die wärmende Sonne, das Licht von allen Seiten und regelmäßige Wassergaben. Geeignete Aufenthaltsorte sind Balkon, Terrasse oder weit geöffnete Fenster. Auch für Nährstoffnachschub in Form von Kakteen-Spezialdünger ist zu sorgen. JUNI
Alle Arten, deren Blühen (leider) schon vorüber ist, werden weniger gegossen und an sonnenabgewandte Plätze gestellt. Die anderen Kakteen aber freuen sich über Sonnenschein, frische Luft und wachstumsanregende Brausebäder. Umtopfen, nur wenn unbedingt nötig, in eine besondere Kakteenerde, die wir in Blumengeschäften und Gartenfachhandlungen bekommen. KaktusRhipsalidopsis JULI
Unsere Sommerfrischler verlangen von uns jetzt nur wenig Aufmerksamkeit. Gegossen wird reichlich, am besten abends, weil in den Mittagsstunden das begehrte Wasser verdunstet, noch ehe es an die Wurzeln gelangt. AUGUST
In diesem Monat erhalten unsere stachligen Freunde ihre letzten Düngemahlzeiten. Mit einem feinen Zerstäuber erzeugen wir künstlichen »Tau«, der die Lebensfreude aller Kakteen beträchtlich erhöht. Darüber hinaus ist die Gießkanne aber keineswegs untätig, denn reichliche Wassergaben sind noch erwünscht. SEPTEMBER
Trotz kühler Temperaturen bleiben alle Kakteen bis Mitte Oktober draußen im Freien. Kakteenfreunde, ohne Garten und Balkon, lassen (auch nachts) zwecks Frischluft die Fenster offen. Alle werden jetzt auf die halbe Wasserration gesetzt. OKTOBER
Ab Monatsmitte beziehen unsere Kakteen ihre Winterquartiere; dazu eignen sich wenig geheizte, möglichst aber helle Räume wie Schlafzimmer, Dielen oder ein Kellerraum ohne Heizungsrohre. Für Dauergäste auf der Fensterbank bleiben die Fenster jetzt öfter als im Sommer geschlossen. Die Gießwasserrationen noch weiter herabsetzen. NOVEMBER
Wenn die Sonne scheint, darf frische Luft ins Winterquartier, aber nur für eine paar Stunden. So sparsam wir auch jetzt mit dem Wasser umgehen, ganz austrocknen darf die Erde nicht. Die besten Überwinterungstemperaturen liegen bei +6-10°C, nie höher! Ausnahmen von dieser Regel machen Winterblüher wie Weihnachtskakteen und Korallenkakteen (Rhipsalis). Sie brauchen regelmäßig Wasser. DEZEMBER
Völlige Wachstumsruhe ist jetzt oberstes Gebot. Diese notwendige Ruhezeit ist sicherster Garant für das Blühen im nächsten Jahr. Deshalb nur noch in zehntäglichen Abständen gießen und darauf achten, dass das Thermometer keine tropischen Temperaturen anzeigt. Also, besonders wohl fühlen sich die Kakteen, wo es kühl ist und auch gelegentlich gelüftet wird.