Friedrich Ebert – Kurze Biografie

Friedrich EbertWie Bebel, kam auch Friedrich Ebert (* 4. Februar 1871) aus kleinen Verhältnissen. Der Vater war Schneider, der in Heidelberg geborene Sohn lernte das Sattlerhandwerk. Während seiner Wanderzeit stieß er zur Gewerkschaftsbewegung (1889) und zur SPD. 1893 wurde er Redakteur an deren Bremer Bürger-Zeitung, 1900 Arbeitersekretär und Mitglied der Bremer Bürgerschaft, 1905 Sekretär des Parteivorstandes in Berlin. Dogmatische Streitigkeiten kümmerten Ebert nicht; sein Interesse galt der Besserung der Lage der Arbeiter. Deshalb bemühte er sich um enge Zusammenarbeit von Partei und Gewerkschaften und um Ausgleich zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei. Dieses Streben nach Ausgleich führte ihn, der ab 1912 dem Reichstag angehörte, nach Bebels Tod (1913) an die Spitze der Partei. Obwohl Gegner des Krieges, steuerte Ebert 1914-1918 einen staatstreuen Kurs. Im Zusammenbruch hat er nicht zur Revolution aufgerufen, sondern sie zu verhindern getrachtet. Als dies misslang, versuchte er als Reichskanzler (ab 9. November 1918) und Vorsitzender des »Rates der Volksbeauftragten«, die Dinge in demokratischen Bahnen zu halten und eine Wiederholung der Vorgänge in Russland zu verhindern. Am 2. November 1919 wählte ihn die Weimarer Nationalversammlung zum vorläufigen Reichspräsidenten und bestätigte ihn später in diesem Amt. Die Weimarer Verfassung gab ihm eine starke Stellung, und so steuerte er das Land durch Spartakus- und Kommunistenaufstände, Kapp- und Hitlerputsch. Ebert war immer der Mann des Ausgleichs, doch oft genötigt, Unpopuläres im Interesse des als richtig Erkannten zu tun. Von den Reaktionären als vermeintlicher Totengräber des Kaiserreichs verachtet und von der revolutionären Linken als angeblicher Verräter an der Revolution gehasst, durch bösartige persönliche Angriffe von vielen Seiten verbittert, starb Ebert am 28. Februar 1925 in Berlin.