Bertolt Brecht – Kurze Biografie

Bertolt BrechtBertolt Brecht, geboren am 10. Februar 1898, stammte aus einer gutbürgerlichen Augsburger Familie. Nach der Gymnasialzeit studierte er in München und kam in Kontakt mit Literatenkreisen. Auch Karl Valentin lernte er in München kennen. 1918-1922 entstand der schockierende »Baal«: eine Szenenfolge um einen triebhaften Säufer. Antibürgerliche Themen dominieren auch im zweiten Drama »Trommeln in der Nacht« (1922) und in den Gedichten der »Hauspostille«. 1928 heiratet Brecht, nun Dramaturg bei Max Reinhardt in Berlin, die Schauspielerin Helene Weigel. Nach expressionistischen Versuchen (»Im Dickicht der Städte« 1924) gelingt ihm mit der »Dreigroschenoper« 1928 der Durchbruch: realistische Darstellung der Wirklichkeit (»Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral«), verpackt in zündende Songs (»Und der Haifisch [...]«, Musik von K. Weill). 1929 folgt »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«. In dieser Zeit wendet sich Brecht dem Marxismus zu: in »Die heilige Johanna der Schlachthöfe« (1932) wird Religion als Instrument des Kapitalismus dargestellt. In den folgenden Jahren entstehen eine Reihe von »Lehrstücken«, die vor allem für gesellschaftliche Veränderungen eintreten. 1933 begann Brechts Exil quer durch Europa. Vorläufige Bleibe wurde zunächst Dänemark (»Svendborger Gedichte« 1939). 1941 findet er endlich in Kalifornien eine dauerhafte Zuflucht. Im Exil schreibt er seine großen Stücke: »Mutter Courage und ihre Kinder«, »Leben des Galilei«, »Der gute Mensch von Sezuan«, »Der kaukasische Kreidekreis«. 1948 findet Brecht eine neue Heimat in Ost-Berlin, wo er mit H. Weigel und dem »Berliner Ensemble« im »Theater am Schiffbauerdamm« modellhafte Aufführungen seiner Stücke erarbeitet. Seine Lyrik gipfelt jetzt in den Miniaturen der »Buckower Elegien« 1954 (z. B. »Der Radwechsel«). Zur SED verhält er sich eher distanziert. Brecht stirbt am 14. August 1956 in Berlin, bedeutend als Autor, Regisseur, Theoretiker und engagierter Sozialkritiker.

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Info 18.01.2018 04:56
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