Ernst Barlach – Kurze Biografie

Ernst BarlachErnst Barlach, geboren am 2. Januar 1870 in Wedel in Holstein, studierte 1888 bis 1895 an der Kunstgewerbeschule in Hamburg und an der Akademie in Dresden. Anschließend war er in Hamburg, Berlin, Wedel und Güstrow tätig. In der ersten Zeit seines Schaffens sind vor allem keramische Arbeiten entstanden. Seine aufwühlenden Gesichte suchte Barlach in dramatischen Versuchen zu bannen. Eine zweimonatige Reise durch Russland 1906 wird zum wichtigen Wendepunkt für sein künstlerisches Wollen. Nicht, dass er dort Vorbilder für seine Arbeiten fand, aber »die unerhörte Erkenntnis ging mir auf, die lautete: Du darfst alles Deinige, das Äußerste, das Innerste, Gebärde der Frömmigkeit und Ungebärde der Wut ohne Scheu wagen, denn für alles [...] gibt es einen Ausdruck«. Von nun an versuchte der Bildhauer und Zeichner Barlach die Elementarform einer Figur zu finden, die Abstraktion um des Ausdrucks willen. Das Volumen der Gestalten verdichtet sich und gibt den Figuren eine erdverhaftete Schwere. Dem Kunstwerk Wird eine Ausdrucksformel auferlegt, die dessen Formäußerung umdeutet in eine Aussage, die eher dem literarischen Bereich angehört. Beispielhaft für Barlachs Kunst ist das 1927 für den Güstrower Dom geschaffene Gefallenenehrenmal, das nach der Entfernung durch die Nationalsozialisten jetzt in einem Zweitguss in der Antoniter-Kirche zu Köln wieder einen würdigen Platz gefunden hat. Die blockhaft geschlossene Form des schwebenden Engels ist auf das Allgemeinste der menschlichen Gestalt vereinfacht. Das Plastische als Volumen ist stark, die Bewegung gering, aber von um so größerer Eindringlichkeit. Der Ausdruck ist auf den Kopf konzentriert. In ähnlicher Weise verdeutlichen alle Werke Barlachs in einer fast maskenhaften Versenkung nicht sinnhaftes Sehen, sondern inneres Schauen. Auch Barlach traf 1937 die Verdammung durch die Nationalsozialisten; seine Werke wurden aus den öffentlichen Sammlungen entfernt, seine Denkmale zerstört. Am 24. Oktober 1938 ist Barlach in Rostock gestorben.

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Info 18.12.2017 00:13
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