Alexander von Humboldt – Kurze Biografie

Alexander von HumboldtEs kommt nicht allzu häufig vor, dass zwei Brüder gleichermaßen bedeutend sind. Von den Söhnen des preußischen Majors Humboldt trat Wilhelm, der ältere, als Staatsmann und Kulturpolitiker hervor, sein jüngerer Bruder Alexander war einer der bedeutendsten Naturforscher und Geografen des 19. Jahrhunderts. Der 1769 Geborene studierte Botanik, Geografie und Geologie, dann arbeitete er vier Jahre lang in der preußischen Bergbauverwaltung und sammelte hier wichtige geologische Erfahrungen. 1799 trat Alexander von Humboldt, begleitet von dem Franzosen Aimé Bonpland, eine große Forschungsreise an, die ihn durch weite Teile Mittel- und Südamerikas (Kuba, Mexiko, Venezuela, Kolumbien, Ecuador) führte. Er erkundete den Orinoko und entdeckte die Verbindung von dessen Stromgebiet mit dem des Amazonas. Nach einem mehrmonatigen Zwischenaufenthalt auf Kuba durchwanderte er dann mit seinem Reisegefährten die Anden und bestieg 1802 den Vulkan Chimborazo, wobei er zwar nicht den Gipfel, aber doch die absolut höchste bis dahin von einem Menschen erstiegene Höhe erreichte. In Peru studierte er noch die Überreste der Inka-Kultur und kehrte dann über die Vereinigten Staaten 1804 nach Europa zurück, wo er sich in Paris niederließ. Fünf Jahre hatte diese in ihrer Art einmalige und epochemachende Expedition gedauert, fast dreißig benötigte er zur Verarbeitung der wissenschaftlichen Ausbeute, deren Ergebnisse er in einem dreißigbändigen Reisewerk veröffentlichte. 1827 übernahm er eine Professur an der von seinem Bruder begründeten Universität in Berlin. Eine kurze Forschungsreise führte ihn im Auftrag des Zaren noch nach Russisch-Asien. Die Hauptarbeit aber galt fortan seinem Alterswerk, dem »Kosmos«, in dem er ein groß angelegtes Bild der Welt nach dem neuesten Stand der damaligen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse gab. 1859 starb er, neunzigjährig, in Berlin. An die einmalige Größe seiner Leistung erinnern mehrere Hundert Tiere, Pflanzen und Orte, die seinen Namen tragen.