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Philipp Melanchthon – Kurze Biografie

Philipp MelanchthonPhilipp Melanchthon wurde am 16. Februar 1497 als Sohn des angesehenen Waffenschmieds Georg Schwarzerd in dem Städtchen Bretten an der pfälzisch-schwäbischen Grenze geboren. Der frühe Tod des Vaters bewog die Mutter, den elfjährigen Jungen auf die ausgezeichnete Lateinschule in Pforzheim zu schicken, wo er bei seiner Großmutter, der Schwester des berühmten Humanisten Johannes Reuchlin wohnte. Dieser war es auch, der ihn zur Gräzisierung seines Namens (griech. Melanchthon = schwarze Erde) bewog. Bereits mit zwölf Jahren nahm der wissensdurstige und hochbegabte Melanchthon sein Studium an der Universität Heidelberg auf. Im Jahre 1512 wechselte er auf die Universität Tübingen über und wurde dort nach seiner Promotion zum Magister selbst ein gefeierter und beliebter Lehrer der alten Sprachen. Die entscheidende Wende in Melanchthons Leben brachte seine Berufung als Professor des Griechischen an die junge und angesehene Universität Wittenberg. Von nun an verband sich Melanchthons Lebensweg aufs engste mit dem Martin Luthers, dessen treuer Mitarbeiter, Berater und Freund er wurde. Melanchthon wirkte an fast allen wichtigen Entscheidungen der lutherischen Reformen mit, insbesondere an der »Confessio Augustana«. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Organisation des reformatorischen Schulwesens. Nach dem Tod Luthers, dem er am 22. Februar 1546 die Grabrede hielt, war sein Leben überschattet von den politischen Auseinandersetzungen und von Lehrstreitigkeiten, besonders in der Abendmahlsfrage. 1546 verließ Melanchthon zusammen mit der gesamten Universität Wittenberg vor dem heranrückenden Heer des Herzogs Moritz von Sachsen. Melanchthon, der bereits 1521 mit seinem »Loci communes rerum theologicarum« (frei übersetzt: »Grundbegriffe der Theologie«) die erste protestantische Dogmatik (Glaubenslehre) verfasst hatte, starb am 19. April 1560 nach kurzer Krankheit. Erfand an der Seite Luthers in der Schlosskirche zu Wittenberg seine letzte Ruhestätte.

emu