Tilman Riemenschneider – Kurze Biografie

Tilman RiemenschneiderAuf der Wanderschaft kam Riemenschneider, der 1460 in Heiligenstadt auf dem Eichsfeld geboren wurde und seine Kindheit in Osterode am Harz verbrachte, 1478 nach Würzburg. 1483 kehrte er wieder nach Würzburg zurück, wo er Aufnahme in die Zunft der Maler und Bildhauer findet. Die Ehe mit der Witwe eines Goldschmiedes gibt Riemenschneider 1485 in Würzburg Bürgerrecht und Meisterwürde, Voraussetzung zur Gründung einer Werkstatt. Rasch findet seine Kunst voller inniger Menschlichkeit Beifall. Jahr um Jahr wandern seine Arbeiten hinaus in Städte und Dörfer, z. B. nach Münnerstadt, Rothenburg, Creglingen, Windsheim. Seit 1493 zieren die Gestalten von Adam und Eva die Marienkapelle in Würzburg, heute sind die Originale Mittelpunkt der Riemenschneider-Sammlung des Mainfränkischen Museums Würzburg. Zwar war der auftraggebende Rat teilweise befremdet von den jugendlichen, nackten Stammeltern der Menschheit, aber doch erhöhte er, wie das Sitzungsprotokoll belegt, in Bewunderung der vorzüglichen handwerklichen Kunst freiwillig das Honorar für den Meister. Dem Gedächtnis des Fürstbischofs Scherenberg gilt das Grabdenkmal im Würzburger Dom. Für den Dom in Bamberg schafft Riemenschneider 1499-1513 das Kaisergrab. In der Kirche in Maidbronn bei Würzburg findet sich Riemenschneiders letztes Werk, die Steintafel mit der Beweinung Christi. Seit 1504 ist Riemenschneider Mitglied im Rat der Stadt Würzburg, Krönung seines Lebens aber bedeutet die Wahl zum Bürgermeister für das Jahr 1520/21. Als Ratsherr wird Riemenschneider in den Strudel des Bauernkrieges gerissen. Seine Stellungnahme beeinflusste die ablehnende Haltung der Ratsherren gegenüber der fürstlichen Forderung auf Einsatz der Bürgerschaft gegen die anrückenden Bauern. Vor allem aber hatte er sich durch ein aufwiegelndes Gerücht, das er leichtgläubig weitererzählte, die Ungnade des siegreichen Landesherrn zugezogen. So war auch Riemenschneider unter den Ratsherren der Bischofsstadt, die Gefängnis, Schrecken und Folter erdulden mussten. Am 7. Juli 1531 starb er.

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Info 26.09.2017 - 22:03
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