Paracelsus – Kurze Biografie

ParacelsusSein Leben war so ungewöhnlich wie sein Name: Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim – Paracelsus nannte er sich erst fünf Jahre vor seinem Tod. Früh hat der Vater, Stadtarzt von Villach, in dem Jungen (* um 1493 zu Einsiedeln/Schweiz) die Neigung zur Heilkunst geweckt. Sein Studium absolvierte Hohenheim an den berühmten europäischen Universitäten, in Ferrara erwarb er 1516 den »Doctor beyder Arzeneyen«. Bald entlarvte sich ihm die Schulmedizin seiner Zeit als gelehrte Scharlatanerie; er verhöhnte ihre Vertreter als »Geldpfaffen und Requiemsdoktoren«. Paracelsus wollte sich sein »Wissen unmittelbar aus der Natur« holen. Er durchstreifte ganz Europa von Lissabon bis Moskau, um »der arztney auf den grunt« zu kommen: Überall sammelte er die alten Geheimnisse der Volksheilkunst. Auf diesen Wanderungen mag sein medizinisches Weltbild entstanden sein: der Mensch als Mittelpunkt der Natur ist auch ihren Gesetzen unterworfen – danach hat sich der Arzt zu richten. Die Medizin wurde zur Naturwissenschaft. Zweimal unternahm Paracelsus den Versuch, sesshaft zu werden – in Salzburg und als Professor der Medizin in Basel – nach kurzer Zeit jeweils musste er wieder flüchten. Die Natur, der er sich verschrieben hatte, hat es mit ihm nicht gut gemeint: er war klein und verwachsen und sprach mit »krächzender Zunge«. Er fand keine Frau und hatte kaum Freunde – nur »den Kranken gefiel ich«, musste er bekennen. Sie strömten dem »Wunderarzt« in Massen zu – das genügte ihm. Als Paracelsus 1541 mit kaum 48 Jahren in Salzburg starb, vermachte er seine wenigen Habseligkeiten den Armen. Wie reich sein Erbe in Wirklichkeit war, haben erst spätere Zeiten entdeckt: er hat der modernen Medizin den richtigen Weg gewiesen, er hat den Zusammenhang von Krankheit und Seele erkannt und wurde so zum »Ahnherrn der Psychiatrie«, den Apothekern hat er neue Arzneien vermittelt, gegen die Geißeln der Zeit, Pest und Syphilis, hat er wirksame Therapien gefunden.

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Info 18.12.2017 00:20
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