Nikolaus Kopernikus – Kurze Biografie

Nikolaus KopernikusKopernikus wurde am 19. Februar 1473 als Sohn eines wohlhabenden deutschen Kaufmanns in Thorn geboren. Die Erziehung des schon früh verwaisten Knaben übernahm sein Onkel Lukas Watzenrode, der später Bischof von Ermland wurde. Auf dessen Einfluss ist es wohl zurückzuführen, dass Kopernikus Theologie und Kirchenrecht studierte. Nach dem Besuch verschiedener Universitäten promovierte er 1503 in Padua zum Doktor des kanonischen Rechts und kehrte dann in die Heimat zurück, wo er durch Vermittlung des Onkels als Domherr und späterer Kanzler des Domkapitels zu Frauenburg (Ostpreußen) ein wichtiges Verwaltungsamt in der ermländischen Diözese erhielt. Dieses Amt ließ ihm aber Zeit genug, sich eingehend mit astronomischen Fragen zu beschäftigen, für die er sich schon seit seiner Jugend brennend interessierte. Weniger aufgrund astronomischer Beobachtungen, die damals ohne geeignete Fernrohre sowieso nur in bescheidenem Umfang möglich waren, als vielmehr nach sorgfältigen theoretischen Überlegungen und gründlicher Auseinandersetzung mit den antiken Autoren wandte er sich gegen das allgemein anerkannte, höchst komplizierte geozentrische Weltbild des Ptolemäus und ersetzte es durch ein eigenes System, das die Sonne als ruhenden Mittelpunkt des Weltalls annahm. Die Zeitgenossen erkannten die revolutionierende Bedeutung dieser Auffassung noch nicht. Katholische Theologen – darunter auch zwei Päpste – ließen sie immerhin als Hypothese gelten; die Fachgelehrten blieben gleichgültig oder lehnten sie ab. Kopernikus legte seine Gedanken schließlich in einem großen Werk »De revolutionibus orbium coelestium« nieder, zögerte wegen der Ablehnung aber dessen Druck dreizehn Jahre lang hinaus, bis es endlich wenige Tage vor seinem Tod erschien. Er starb am 24. Mai 1543; erst siebzig Jahre später nahm die Kirche erstmals Anstoß an seinem Weltsystem.

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Info 18.11.2017 13:08
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