Maximilian von Baiern – Kurze Biografie

Maximilian von BaiernMaximilian wurde 1573 als Sohn Herzog Wilhelms des Frommen in München geboren. Zusammen mit seinem Vetter Ferdinand, dem späteren Kaiser, studierte er an der Universität Ingolstadt bei den Jesuiten, deren wohlwollender Förderer er auch in seinen späteren Jahren blieb. Als der Vater wegen hoher Schulden abdanken musste, wurde er 1598 Herzog von Baiern. Der mittelgroße, hagere, leicht kränkelnde Mann galt als ein ungemein zäher Arbeiter. Beliebt war er bei seinen Zeitgenossen wegen seiner selbstherrlichen Art nicht, wohl aber als Politiker und Staatsmann geachtet. Sofort richtete er das Hauptaugenmerk auf die Sanierung der Staatsfinanzen. Es gelang ihm, die Steuerkraft des Landes wieder zu heben, indem er wirtschaftliche Initiativen unterstützte. Gleichzeitig baute er eine straffe Staatsverwaltung auf, suchte das Leben seiner Untertanen bis in kleinste Einzelheiten zu reglementieren und verwandelte sein Herzogtum damit in einen frühabsolutistischen Staat. Als tiefgläubiger Mann wurde er zu einer Hauptstütze des Katholizismus. Mit einem Heer der von ihm begründeten »Liga« unterstützte er Kaiser Ferdinand im Kampf gegen die Protestanten. Nach dem Sieg am Weißen Berg bei Prag übertrug ihm der Kaiser dafür die ursprünglich nur auf seine Person beschränkte Kurwürde der Pfalz. Das hinderte Maximilian nicht daran, gegen absolutistische Bestrebungen Ferdinands als entschiedener Wahrer reichsständischer Freiheiten und der traditionellen Kräfteverteilung im Reich aufzutreten. Er konnte nicht verhindern, dass Baiern schwer unter dem Einfall der Schweden zu leiden hatte, aber noch während der letzten Kriegsjahre ging er mit der ihm eigenen Zähigkeit an den Neuaufbau. Der Friedensschluss von Münster brachte ihm die endgültige Anerkennung der Kurwürde. Drei Jahre später starb er achtundsiebzigjährig.

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Info 22.11.2017 17:37
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