Tod Ottos III. und die Nachfolge Heinrichs II.

Als Otto III. von den Intrigen gegen sich erfuhr, war er bereits sterbenskrank. Pusteln hatten seinen Körper übersät, am 23. Januar 1002 starb er in der Nähe des geliebten Rom, das seine Zuneigung so unerwidert gelassen hatte. Selbst der letzte Wunsch, in Aachen an der Seite Karls bestattet zu werden, stieß auf Schwierigkeiten. Mit der Waffe musste sich der Leichenzug den Weg durch das aufständische Italien freikämpfen – ein vernichtender Nachruf auf Ottos III. Politik. Ob sein Tod in Deutschland wirklich solche Bestürzung auslöste, wie die Quellen versichern? Das offene Unverständnis für Ottos III. Vorstellungen scheint eher dafür zu sprechen, dass einem Teil der Fürsten der Tod nicht ungelegen kam, vor allem denen, die auf die Nachfolge spekulierten. Heinrich, Herzog von Baiern, Sohn des Zänkers hatte schon beim Empfang des Leichenzuges auf seinem Gebiet alles versucht, sich als potenzieller Nachfolger zu profilieren, war er doch nach dem Geblütsrecht als Urenkel König Heinrichs I. der nächste Anverwandte. Seinem massiven Anspruch traten Ekkehard von Meißen und Herzog Hermann von Schwaben entgegen. Auf Anraten der noch lebenden Schwestern Ottos III. und der meisten Bischöfe schlug sich der größte Teil der Sachsen auf Heinrichs Seite. Ekkehards Versuch, durch Zusammenarbeit mit Herzog Hermann von Schwaben den Thronanwärter auszuschalten, misslang, weil Ekkehard am 30. März 1002 in Pöhlde am Harz umgebracht wurde. Des Schwabenherzogs Hermann Heer, das dem Baiern Heinrich den Weg nach Mainz, wo sich die fränkischen Adeligen versammelt hatten, verlegen wollte, wurde umgangen, und Herzog Heinrich von Baiern am 6. Juni 1002 von Erzbischof Willi-gis gesalbt und gekrönt. Rasch fand König Heinrich II. Anerkennung bei den Thüringern, in Merseburg huldigten ihm Sachsen und der Polenherzog Boleslaw »Chrobry«, der »Tapfere«. Dieser hatte sich sofort nach Ekkehards Ermordung rechtswidrig die Lausitz und die Markgrafschaft Meißen angeeignet und erhielt nun vorläufig – um des lieben Friedens willen – offiziell die Lausitz zum Lehen, während Meißen seinem Stiefbruder übergeben wurde. Nach dem Einverständnis der Lothringer stand Heinrichs II. Thronerhebung in Aachen am 8. September 1002 nichts mehr im Wege. Herzog Hermann von Schwaben söhnte sich im Oktober mit dem neuen König aus.

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Info 26.09.2017 - 22:02
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