Heinrich II. – Kurze Biografie

Heinrich II.Historische Beinamen sollen ihren Träger charakterisieren, gelegentlich können sie sein Bild auch verzerren. So hat die Legende aus Kaiser Heinrich dem »Heiligen« einen pfäffischen Frömmler und schwächlichen Regenten gemacht. Die Zeitgenossen sind seinem zwiespältigen Wesen eher gerecht geworden: priesen ihn die einen als »Vater der Mönche«, galt er anderen als »Kirchenräuber«. 973 als Sohn des Baiernherzogs Heinrichs des Zänkers geboren, war seine Kindheit durch die Verbannung des Vaters vom Flüchtlingsschicksal überschattet. Wohl aus politischen Gründen wurde Heinrich II. schon früh für den Beruf des Geistlichen bestimmt. In der Domschule von Hildesheim hat er seine außergewöhnliche Bildung erhalten, hier und später durch die Erziehung des Bischofs Wolfgang von Regensburg wurden seine tiefe persönliche Frömmigkeit und seine kirchliche Haltung entscheidend geprägt. Noch als König ließ er sich in die Kapitel mehrerer Domkirchen aufnehmen. So wie er die Kirche reich beschenkte, aus eigenem Besitz etwa das Bistum Bamberg stiftete, so selbstherrlich verfügte er auch über sie und stellte sie voll in den Dienst seiner politischen Absichten: er war der »Papst seiner deutschen Kirche«. Königsamt und Kaiserwürde verstand Heinrich II. als strenge geistliche Pflichten. Trotz eines lahmen Fußes und häufiger Koliken, die ihn oft wochenlang auf das Krankenlager warfen, bereiste er alljährlich sein ganzes Reich. Seine Politik führte er mit kühler Berechnung, gelegentlich mit grausamer Verschlagenheit. Tiefe menschliche Zuneigung bestimmte Heinrichs II. Beziehung zu seiner gebildeten Gemahlin Kunigunde, der ersten gekrönten deutschen Königin. Ihre kinderlose Verbindung wurde später als »Josephsehe« missdeutet. Kaiser Heinrich starb 1024 in der Pfalz Grona bei Göttingen. Das imposante Hochgrab im Bamberger Dom, in dem Heinrich und Kunigunde in einem gemeinsamen Sarg beigesetzt sind, wurde im 16. Jahrhundert von Tilman Riemenschneider geschaffen.

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Info 18.01.2018 05:08
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