Die brave Magd

Im Kreis Friedeberg war einmal eine Frau mit ihrer Magd beim Brotbacken, als plötzlich eine fette Kröte aus dem Teig kroch. Die Frau wollte das scheußliche Tier sofort ins Feuer werfen, aber die Magd überredete sie, es doch lieber ins Freie zu lassen und gab ihm sogar noch heimlich eine Handvoll Teig, damit es nicht verhungerte. Die Magd hatte dieses Erlebnis schon fast vergessen, als nach einem Jahr eine prächtige Kutsche mit acht Pferden vor den Bauernhof fuhr. Ein Zwerg saß darin, köstlich gekleidet, und lud die Magd ein, mit ihm zu fahren. Sie kam ohne langes Überlegen mit, denn sie hatte nicht viel zu verlieren, vielleicht aber doch dabei etwas zu gewinnen. In einem Wald ließ das Wichtelmännchen halten und führte die Magd vor einen Berg, in dem sich plötzlich eine Tür auftat. Im Berg kamen sie zu einem hübschen Haus. Darin lag eine junge Mutter in ihrem Bett, und genau über ihrem Kopf hing ein großer Mühlstein an einem dünnen Seidenfaden. Die Magd rief erschrocken: »Aber Ihr seid ja in Lebensgefahr! Der Stein kann jeden Augenblick auf Euch fallen, wenn der Faden reißt!« Die Frau aber lächelte und sagte: »So ähnlich war es schon einmal, liebes Kind, als mich deine Bäuerin ins Feuer werfen wollte und du mir halfst. Ich habe dich holen lassen, weil mein Kind heute getauft wird und du mit uns feiern sollst. Ohne dich wäre ich tot.« Da feierte die Magd mit bis zum nächsten Morgen. Dann wurde sie reich beschenkt und in der prächtigen Kutsche wieder nach Hause gefahren.

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Info 18.12.2017 00:13
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