Der Teufelsstein

In Pommern kann man bei Neuendorf, in der Nähe von Lauenburg, noch heute einen riesenhaften Stein sehen. Von ihm erzählt die Sage, dass der Teufel ihn dorthin gebracht habe. In Neuendorf nämlich wohnte einmal ein reicher Mann, den man Heidenreich nannte. Er war ein Sonderling und glaubte in seinem Hochmut, es sogar mit dem Teufel aufnehmen zu können. Der fand sich auch bald ein. Denn wenn es darum geht, eine Menschenseele zu bekommen, lässt er nicht auf sich warten. Die Wette zwischen den beiden war schnell abgeschlossen: Der Teufel sollte in einer Nacht einen riesigen Stein auf den Schornstein des Hauses von Heidenreich legen. Dafür sollte er die Seele des reichen Mannes haben. Daraufhin machte sich der Teufel auf den Weg, um einen geeigneten Stein zu suchen. Als er ihn gefunden hatte, lud er ihn sich auf, aber er schleppte so schwer daran, dass er zu spät ans Ziel kam: Der Morgen dämmerte schon. Als er einsehen musste, dass er die Wette verloren hatte, fuhr er brüllend und in einer Schwefelwolke davon. Der reiche Heidenreich lachte dazu, dass er sich seinen dicken Bauch halten musste, und die Leute, die ihn wegen seiner Habsucht nicht mochten und ihm das traurige Ende eigentlich gegönnt hätten, kamen einer nach dem andern, um ihn zu beglückwünschen. Sie hielten es für klug, sich gut mit ihm zu stellen, nachdem er davongekommen war. Auf dem Stein sieht man noch heute den Abdruck einer Hand. Man nimmt an, dass er vom Teufel stammt.

Forum (Kommentare)

Info 21.01.2018 15:30
Noch keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden.