Die Nixe vom Mummelsee

Einmal hütete ein Hirt seine Herde am Mummelsee, hoch droben im Schwarzwald. Die dunklen Tannen warfen schwarze Schatten aufs Wasser, und der Hirt lag am Ufer, träumte in den Tag hinein und spielte zärtliche Melodien auf seiner Flöte. Plötzlich hörte er ein seltsames Rascheln neben sich im Gras und schaute verwundert auf. Vor ihm saß eine Seejungfrau, strahlend und mit lieblichem Lächeln. »Spiel weiter« sagte sie, »dein Lied hat mich ganz glücklich gemacht.« Der Hirt lächelte zurück, nahm seine Flöte, die ins Gras gefallen war, und dann spielte er, wie er es noch nie im Leben getan hatte und wunderte sich selber, dass ihm eine solch schöne Melodie einfiel. Er spielte, und das Mädchen saß ihm gegenüber und wandte kein Auge von ihm ab. »Spiel weiter« sagte sie, »dein Lied hat mich ganz glücklich gemacht.« Der Hirt lächelte zurück, nahm seine Flöte, die ins Gras gefallen war, und dann spielte er, wie er es noch nie im Leben getan hatte, und wunderte sich selber, dass ihm eine solch schöne Melodie einfiel. Er spielte, und das Mädchen saß ihm gegenüber und wandte kein Auge von ihm ab. Nach langer, langer Zeit hielt er ein. Er war inzwischen so mutig geworden, dass er das Mädchen zu fragen wagte, ob sie etwa ein Mümmelfräulein aus dem See sei. Aber als der Hirt den Wunsch äußerte, mit ihr in den Zauberpalast hinabsteigen zu dürfen, schüttelte sie den Kopf und sagte, das sei unmöglich. Sie aber wolle jeden Tag zu ihm kommen, wen es ihm recht sei. Käme sie aber einmal nicht, so solle er sich nicht darüber ärgern, auf keinen Fall aber dürfe er an den See kommen und sie beim Namen rufen. Der Hirt war damit einverstanden und versprach es ihr. Täglich kamen sie nun zusammen und verbrachten wunderschöne Stunden miteinander. Dann aber wurde es Herbst und Winter. Der See fror zu, und das Mümmelfräulein konnte nicht mehr durch das Eis ans Ufer kommen. Als dann der See im Frühjahr wieder aufbrach und das Mädchen immer noch nicht kam, packte den Hirten die Sehnsucht nach ihr. Er lief ans Ufer und rief; »Komm zu mir, mein Mümmelein«. Aber kaum hatte er das verhängnisvolle Wort ausgesprochen, als ein Blitz vom dunklen Himmel zuckte, und der Donner aufdröhnte, dass er fast besinnungslos wurde. Aus dem See aber hörte er einen Schrei, so verzweifelt und unglücklich, dass es ihm das Herz zerschnitt. Gleich darauf tauchte eine Seerose aus dem Wasser auf, schneeweiß und blütenrein und glitt langsam dem Ufer zu. Todunglücklich sank der Hirt auf den winterlichen Boden nieder und weinte bitterlich. Er wusste nun, dass das Seejüngferlein nie mehr zu ihm kommen würde, da er sein Wort gebrochen und sie gerufen hatte. Sie war für alle Zeiten in eine Seerose verwandelt und konnte nie mehr seinen Liedern lauschen.

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Info 21.02.2018 18:23
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