Der Schmied und der Husar

Bei Posen lebte einmal ein Schmied, der wenig Arbeit fand und deshalb in große Not geriet. Die verhungerten Gesichter seiner Frau und seiner Kinder bekümmerten ihn so sehr, dass er beschloss, in die Fremde zu ziehen und dort sein Glück zu suchen. Unterwegs traf er einen roten Husaren, der ihn ein Stück begleitete und nach seinem Kummer fragte. Als er hörte, dass der Wandersmann ein Schmied war, riet er ihm, nach Hause zurück zu gehen und ein paar tausend Hufeisen zu schmieden. Sobald er mit dieser Arbeit fertig sei, solle er wieder hierher kommen. Um das Eisen solle er sich keine Sorgen machen, das liege bereits in seiner Werkstatt. Der Schmied befolgte den Rat des roten Husaren. Er fand daheim das Eisen und schmiedete Tag und Nacht. Nach drei Wochen hatte er es geschafft. Er lud die Hufeisen auf seinen Esel und begab sich zum verabredeten Treffpunkt, wo der Husar schon auf ihn wartete. Der ging nun voran, bis sie zu einem Berghang beim Golopsee kamen. Dort murmelte er ein paar unverständliche Worte, und da tat sich der Berg vor ihnen auf. Der rote Husar ließ den Schmied seinen Esel an einen Baum binden und die Hufeisen ins Berginnere bringen. Dort sah der Schmied staunend ein ganzes Heer von schlafenden Soldaten. Ihr König aber saß auf einem goldenen Thron und schlief ebenfalls. Ohne Aufenthalt führte ihn der Husar an den Schlafenden vorbei zu den Pferden, die er ihm zu beschlagen befahl. Da der Schmied merkwürdigerweise weder Müdigkeit noch Hunger oder Durst empfand, arbeitete er ohne Unterbrechung weitere drei Wochen. Nur war er ziemlich enttäuscht, als ihn der rote Husar nach getaner harter Arbeit aufforderte, die Hufspäne, die er ausgeschnitten hatte, zusammenzufegen, in Säcke zu füllen, mitzunehmen und sie erst dann zu öffnen, wenn er wieder zu Hause sei. Da er bald zurück zu Frau und Kindern wollte, tat er, was der Husar sagte. Als er aber daheim in seiner Schmiede die Säcke ausschüttete, kam Gold und Silber in solch großen Mengen heraus, dass alle Not beendet war. Seine Nachkommen leben sogar heute noch davon!