Der gottlose Graf

Nicht weit von Athanasienhof liegt ein seltsam geformter Stein, an dem die Menschen nur mit Schaudern vorübergehen. Er hat eine düstere Geschichte. Einst lebte in dieser Gegend ein Graf, der durch seine Gotteslästerungen alle Menschen entsetzte. Da er aber so mächtig war, wagte sich niemand an ihn heran. Eines Tages fuhr er mit seiner Kutsche während eines schweren Gewitters durch die Dörfer und verspottete seinen zitternden Kutscher und die ängstlichen Bauern, die vor Angst beteten. In seinem Übermut schrie er in den tobenden Aufruhr hinein und machte sich lustig über die Blitze, die Bäume zerschmetterten und Häuser in Brand setzten. Aber plötzlich fuhr eine grelle Feuerlohe vom Himmel herab und hüllte die Kutsche, die Pferde und den Grafen in ein Flammenmeer. Als das Gewitter vorüber war, lag dort, wo die Kutsche gestanden hatte, jener seltsam geformte Stein. Man sagt von ihm, dass er in Vollmondnächten zum Leben erwache, um am Morgen wieder zu erstarren.

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Info 18.12.2017 00:23
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