Die Glocken von Arnhausen

Bei Belgards, in Arnhausen, siedelte sich vor Jahrhunderten das Geschlecht derer von Manteuffel an, das aus Westfalen stammte. Neben einer stattlichen Burg ließen die Herren auch eine schöne Kirche errichten. Da es den Leuten, die für sie arbeiteten, gut ging, entstand bald eine große Siedlung, die sich im Laufe der Zeit aber immer mehr nach Polzin verlagerte. Es wurde zu einer Stadt, und Arnhausen blieb ein Dorf. Da tat es den Herren von Manteuffel leid, dass in dem kleinen Arnhausen so kostbare Glocken hingen, und sie beschlossen, sie nach dem weiter entfernten Groß-Poplow bringen zu lassen. Das aber gelang nicht. Die Glocken kehrten stets in der gleichen Nacht wieder nach Arnhausen zurück. Nachdem das mehrmals so gegangen war, schlug der Burgherr wütend mit der Faust auf den Tisch. Er möchte den sehen, schrie er, der es verhüten könne, dass die Glocken dorthin kämen, wohin er wolle. Die Glocken wurden nun auf einen schweren Wagen geladen und mit eisernen Ketten befestigt. Im Morgengrauen fuhr man sie auf einem Umweg um Polzin herum, weil man kein Aufsehen erregen wollte. Plötzlich aber standen die Pferde still und waren durch nichts mehr weiter zu bewegen. Die Fuhrknechte wussten nicht, was sie mit den störrischen Tieren anfangen sollten. Als sie entsetzt bemerkten, dass ihr Wagen immer tiefer in den Boden sank, ergriffen sie schließlich die Flucht. Der Wagen aber war bald darauf im Wiesengrund verschwunden. Man fand keine Spur mehr von ihm. In den nächsten Tagen aber bildete sich dort, wo die Glocken versunken waren, ein See, den die Leute heute noch Glockenpfuhl nennen.

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Info 26.09.2017 - 22:03
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