Die Einteilung der Säugetiere

Die Säugetiere sind von allen Lebewesen am höchsten organisiert. Auch der Mensch zählt zu ihnen. Sie entwickelten sich aus unauffälligen Vorfahren, Zeitgenossen der Dinosaurier, und wurden zur herrschenden Tierform. Doch ist trotz ihres entwicklungsgeschichtlichen Erfolges die Zahl der Arten verhältnismäßig klein, verglichen mit anderen Gruppen. Die Klasse der Säugetiere (Mammalia) umfasst ungefähr 4500 Arten, während es über eine Million Insekten-, mehr als 20 000 Fisch- und etwa 8600 Vogelarten gibt. Gemeinsame Merkmale
Allen Säugetieren sind mehrere Merkmale gemeinsam. Sie sind Warmblüter, für gewöhnlich behaart, haben ein verhältnismäßig großes Gehirn und säugen ihre Jungen. Kloakentiere, obwohl auch sie zu den Säugetieren gehören, legen Eier, alle anderen Säugetiere gebären lebendige Junge. Bis zu ihrer Geburt werden die Jungen bei allen Säugetieren (mit Ausnahme der bereits genannten Kloakentiere) in der Gebärmutter über die Plazenta ernährt und mit Sauerstoff versorgt. Die Säugetiere werden nach Körperbau und Verhalten in 19 Ordnungen gegliedert. Tiere einer Ordnung ähneln einander jeweils in den wesentlichen Merkmalen: Beispielsweise haben alle Herrentiere ein außerordentlich gut entwickeltes Großhirn. Die Tiere einer Ordnung werden in Familien, Gattungen usw. unterteilt. Eine Vorstellung von der ungefähren Artenzahl jeder Ordnung erhält man durch den Größenvergleich der Abbildungen ihrer Vertreter auf diesen Seiten. Die Einteilung der Säugetiere spiegelt auch ihr entwicklungsgeschichtliches Alter wider. Eine urtümliche Gruppe bilden die Kloakentiere, zu den am höchsten entwickelten Säugetieren gehört die junge Gruppe der Paarzeher. Die Herrentiere stehen am Gipfel der Entwicklungsreihe. Im frühen Eozän (vor 60 Millionen Jahren) bot sich den Säugetieren nach dem Aussterben der Dinosaurier ein breites Spektrum an nicht voll besetzten Lebensräumen. Mehrere der frühen Säugetiergruppen starben nach einigen Millionen Jahren aus. Durch veränderte Umweltbedingungen blieben sogar von sehr erfolgreichen Ordnungen nur wenige Vertreter, die bis heute überlebt haben. So bilden die Elefanten, Klippschliefer und das Erdferkel Ordnungen mit je einer einzigen rezenten Familie. Die Säugetierordnungen
Die zwei primitivsten Säugetierordnungen, die Kloakentiere (Monotremata) und die Beuteltiere (Marsupialia), unterscheiden sich von allen übrigen in wesentlichen Merkmalen. Die Monotremen legen Eier, die Marsupialier, z. B. Kängurus, tragen und beschützen ihre noch nicht voll entwickelten Jungen in Beuteln. Die Insektenfresser (Insectivora) sind von den höheren Säugetieren die am wenigsten spezialisierte Gruppe. Insektenfresser ähneln den gemeinsamen Vorfahren der Säugetiere am meisten. Zähne und Körperbau sind einfach, Körper und Gehirn relativ klein. Die Fledermäuse (Chiroptera) sind mit den Insektenfressern nah verwandt, ihr Körper ist jedoch zum Fliegen umgestaltet. Sie sind die einzigen echten fliegenden Säugetiere. Der Riesengleiter segelt nur von Baum zu Baum und wird in der Ordnung Dermoptera gesondert eingestuft. Die Herrentiere (Primates) sind einander im Aussehen oft recht ähnlich, die meisten Gruppen zeigen verschiedene Anpassungsformen an das Leben auf den Bäumen. Der ebenfalls zu den Herrentieren zählende Mensch ist das einzige Säugetier, das nur zwei Beine zum Gehen verwendet, seine Hände für vielerlei Tätigkeiten frei hat und durch seine aufrechte Haltung seine Umgebung verhältnismäßig weit überblicken kann. Zu den Ameisenbären, Faultieren und Gürteltieren (Ordnung Edentatd) und den Schuppentieren (Pholidota) zählen Arten, die auf ihre Hauptnahrung, Ameisen und Termiten, spezialisiert und daher zahnlos sind. Nur die Faultiere ernähren sich von Blättern und verfügen dementsprechend über ein einfaches Gebiss. Die Hasen und Kaninchen (Lagomorpha) und die Nagetiere (Rodentia) sind – obwohl beide Gruppen besonders zum Pflanzenfressen eingerichtete Zähne und Verdauungsorgane haben – nicht so nahe miteinander verwandt, wie früher vermutet wurde. Es gibt nur zwei Lagomorphen-, jedoch ungefähr 33 Nagerfamilien. Nagetiere sind die zahlreichste und am weitesten verbreitete Säugergruppe. Raubtiere (Carnivora) sind Säugetiere, welche sich vorwiegend von erjagten Beutetieren ernähren. Der einzige heute noch lebende Vertreter einer einst weitverbreiteten und umfangreichen Gruppe ist das Erdferkel (Ordnung Tubulidentata). Zwei weitere Säugetierordnungen umfassen die Huftiere (Ungulata): Die Unpaarzeher (Perissodactyla) haben eine ungerade Zahl von Zehen, die Paarzeher (Artiodactyla) eine gerade Zahl. Huftiere sind hoch entwickelte Pflanzenfresser. Im Wasser lebende Säugetiere
Drei Säugetierordnungen sind zum Leben im Wasser zurückgekehrt, das ihre amphibischen Urahnen vor vielen Millionen Jahren aufgegeben hatten. Wale und Delfine (Cetacea) sind Meerestiere, abgesehen von wenigen Arten, z. B. einem Süßwasserdelfin im Amazonas. Robben (Pinnipedia) ziehen ihre Jungen am Land auf. Die dritte Gruppe, die Seekühe (Sirenia), ist artenarm. Sie sind mit zwei kleinen, aber auf dem Land lebenden Ordnungen nahe verwandt: den Elefanten (Proboscidea) und Klippschliefern (Hyracoidea).

Forum (Kommentare)

rümeysa kus 08.03.2017 um 11:21:35 Uhr.
sehr schön