Nagetiere Insektenfresser Fledermäuse

Zwei von fünf Säugetieren in der Welt sind Nagetiere (Ordnung Rodentia), mit meißelscharfen Nagezähnen ausgerüstete Säugetiere. Insektenfresser (Ordnung Insectivora), Fledermäuse (Chiroptera), Zahnarme (Edentata) und Schuppentiere (Pholidota) ernähren sich überwiegend von Insekten. Trotz vieler Unterschiede, die hauptsächlich mit ihrer Ernährungsweise zusammenhängen, besitzen Nagetiere und Insektenfresser eine Anzahl gemeinsamer für ursprüngliche Säuger kennzeichnende Züge: Sie sind klein, ihr Bauplan ist einfach, die meisten haben fünf Zehen an jedem Fuß, sie vermehren sich überaus rasch. In der Größe variieren Nagetiere, vom fast schweinegroßen Wasserschwein oder Capybara Südamerikas bis zur 7,5 cm langen Afrikanischen Zwergmaus (Mus minutoides) und der noch kleineren Eurasiatischen Zwergmaus (Micromys minutus). Unterboten werden sie von den Spitzmäusen, welche zu den Insektenfressern zählen. Die kleinste amerikanische Art ist die Nordamerikanische Zwergspitzmaus, der kleinste Säuger der Welt die Etruskische Spitzmaus (Suncus etruscus) mit 4 cm. Nagetiere und Hasentiere
Nagetiere konnten sich an fast jeden Lebensraum der Erde, mit Ausnahme des Meeres, anpassen. Die meisten leben am Boden, aber auch von den Wipfeln der Bäume bis in unterirdische Gänge trifft man sie. Einige, wie der Biber, haben sich durch Schwimmfüße und einen dichten, wasserundurchlässigen Pelz nahezu völlig dem Leben im Wasser angepasst. Die Bewegungsarten der Nager sind verschieden: Am Boden laufen oder hüpfen sie für gewöhnlich. Einige klettern ausgezeichnet. Früher zählte man Kaninchen, Hasen und ihre Verwandten, die Pfeifhasen, zu den Nagetieren. Doch haben sie andere Nagezähne, weshalb man sie heute als eine eigene Ordnung, die Hasentiere (Lagomorpha), betrachtet. Verglichen mit den Nagern ist diese Ordnung artenarm, nichtsdestoweniger ist sie aber entwicklungsgeschichtlich sehr erfolgreich. Hasen unterscheiden sich von Kaninchen durch längere Hinterbeine und mehr als kopflange Ohren. Kaninchen und Hasen können gehen, aber meistens hoppeln sie. Pfeifhasen sind die kleinsten Hasentiere. Man erkennt sie an ihren kleinen Ohren und an den vier gleichlangen Beinen. Ihr Schwanz ist äußerlich unsichtbar. Insektenfresser
Diese Säuger blicken auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurück. Man kennt Versteinerungen fossiler Arten aus dem späten Erdmittelalter. Sie teilten ihre Welt mit den inzwischen ebenfalls ausgestorbenen Dinosauriern. Heute sind die Insektenfresser über die ganze Erde, mit Ausnahme der Antarktis und Australiens, verbreitet (in Australien leben an ihrer Stelle insektenfressende Beutel- und Kloakentiere). So vielgestaltig die Gruppe auch ist, alle Arten ernähren sich von Insekten oder anderen kleinen Wirbellosen. Am weitesten verbreitet sind die immer hungrigen Spitzmäuse, die kleinsten aller Säugetiere. Etwas größer, aber nicht weniger gefräßig sind die Maulwürfe, grabende Tiere, die die Erde mit ihren kurzen, kräftigen Schaufeln lockern und sich so einen Tunnel bauen. Größer sind die Igel, die nur in der Alten Welt vorkommen. Sie sind durch einen Stachelmantel geschützt, der den Vorteil hat, eine leichte Bewehrung zu sein. Das Stachelschwein, ebenfalls mit Stacheln versehen, ist mit dem Igel nicht verwandt, sondern ein Nagetier. Fledermäuse, Schuppentiere und Zahnarme
Fledermäuse sind die einzigen fliegenden Säugetiere, die meisten Arten fressen Insekten. Fledermausflügel, umgewandelte Vordergliedmaßen, sind lang und schmal. Sie werden von einer dünnen Membran gebildet, die sich zwischen den verlängerten Fingerknochen und den Körperseiten spannt, an den Hinterbeinen festgewachsen ist und meist auch noch den Schwanz einschließt. Fledermäuse machen fast ein Viertel aller höheren Säugetiere (Plazentatiere) aus. Diesen Erfolg verdanken sie möglicherweise der Tatsache, dass sie als nächtliche Flugtiere eine ökologische Nische besetzen, die den Tagvögeln verschlossen blieb. Ihre Beute spüren sie mit einem hoch entwickelten Ultraschallortungssystem auf. Ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die Tropen, wo das Nahrungsangebot bedeutend vielseitiger ist: Neben Insekten leben sie von Früchten, Fischen oder Blut. Auch viele andere Säugetiergruppen fressen Insekten, so die Schuppentiere der tropischen Alten Welt. Ihr Panzer besteht aus einander überlappenden Hornplatten, wodurch sie an Fichtenzapfen erinnern. Einige Arten leben auf Bäumen. In der tropischen Neuen Welt wird der Platz der Schuppentiere von den Ameisenbären eingenommen. Diese gehören zu einer seltsamen südamerikanischen Tierordnung (Edentata = »Tiere ohne Zähne«). Der Name ist aber irreführend, denn einige Vertreter dieser Gruppe – Faultiere und Gürteltiere – besitzen Zähne im hinteren Teil der Kiefer, allerdings handelt es sich dabei nur um degenerierte Strukturen ohne Zahnschmelz. Die schwachen Kiefer der Ameisenfresser sind lang und hohl. Die Mundöffnung bildet an der Schnauzenspitze einen winzigen Schlitz. Die lange klebrige Zunge schnellt heraus wie eine Peitsche und sammelt Termiten als Nahrung. Erdferkel Südafrikas sind mit Ameisenbären nicht nah verwandt, haben jedoch durch übereinstimmende Lebensweise eine ähnliche Form erlangt. Verwandtschaftlich stehen Erdferkel in keiner Beziehung zu den übrigen insektenfressenden Säugern. Sie bilden eine eigene Ordnung, die Röhrenzähner (Tubulidentata).

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Info 18.01.2018 05:10
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