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Abstammung der Hunde und Hunderassen

Der Hund, das wohl älteste Haustier, gehört zur Familie Canidae (Hund, Wolf, Fuchs). Diese stammen vermutlich von der Cyndesmus-Tomarctus-Gruppe ab und hatten ihren Ursprung vor 25-30 Mio. Jahren. In Europa taucht der Hund um 10 000 v. Chr. erstmals in der Gesellschaft des Menschen auf. Etwa 2000-4000 Jahre später tritt in Nordeuropa der Torfhund in Erscheinung, der als Vorfahr der Spitzrassen angesehen wird. In der Folgezeit werden die Hunde durch den Canis familiaris inostranzewi, Vorfahr der Hirtenhunde, der Tibetdogge, des Pyrenäenhundes, des Neufundländers und aller Treibhunde, sowie um den Canis familiaris matris optimae bereichert, der als Ahnherr der Schäferhunde gilt. Im Nahen Osten entwickelte sich gleichzeitig ein »Windhund«, der Sloughi. Abstammung der Hunde
Die Abstammung der Haushunde vom Wolf scheint gesichert. Unbeantwortet bleibt, wie die Domestikation des Wolfes zustande kam. Ursprünglich mag er nur als Jagdwild betrachtet worden sein, bis man bald den Wert des Hundes auch auf anderen Gebieten kennenlernte. In der Frühzeit war er Begleiter von Jägern und Sammlern und als Schlittenhund, später (2000 v. Chr.) wurden Hunde bei Hetzjagden, in Kriegen, bei der Bewachung von Gefangenen und als Kampfhunde eingesetzt. Sie waren bekannt in den alten Kulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Griechenlands und Roms. Auch religiöse Gründe spielten bei der Haltung von Hunden eine große Rolle. Tibetanische Mönche züchteten stumpfnasige Hunde, die Ähnlichkeit mit Löwen hatten, da der Löwe mit dem Auftreten des Buddhismus (700 v. Chr.) zu einem religiösen Symbol wurde. In Japan wurde der Gott des Selbstmordes als eine Persönlichkeit mit Hundekopf dargestellt, ebenso in Ägypten der Totengott Anubis. Die Teilnahme des Hundes an Beerdigungsriten war in vielen Kulturen üblich. So wurde in Mexiko der Haushund beim Tode seines Herrn geopfert, damit er ihm im Jenseits seine Dienste weiterhin erweisen konnte. In Ägypten war dagegen das Töten von Hunden unter Androhung der Todesstrafe verboten. Sie wurden nach ihrem natürlichen Tod mumifiziert und in das Grab ihres verstorbenen Besitzers gelegt. Bis in die heutige Zeit gelten Hunde als geistersichtig, aber auch als dämonische Tiere. Durch alle Kulturbereiche zieht sich eine widersprüchliche Wertung, derzufolge der Hund als treuester Begleiter des Menschen gilt, während das Wort Hund andererseits eine Beschimpfung ist. Hunderassen
Obwohl Varro (1. Jh. v. Chr.) in seinem »Resrusticae« fünf Hauptrassen zitiert (Molosser, Jagdhund, Wachhund, Schoßhund, Mastiff) und Aristoteles bereits sieben Arten zählt, so gibt es eine wirkliche Rassengeschichte erst seit dem 19./20. Jahrhundert. Die bisher bekannten 300 bis 400 Rassen werden heute nach dem Reglement der internationalen Kynologenvereinigung in 10 Gruppen eingeteilt, und zwar nach den Merkmalen ihrer Brauchbarkeit.Gruppe 1: Schäferhunde, zu ihnen zählen neben den bekannten Schäferhundarten der Bouvier des Flandres, Kouvasz, Puli, Lapphund, Collie, Bobtail, Sheltie und Welsh Corgie.
Gruppe 2: Wach-, Dienst- und Gebrauchshunde, hier wird wie bei Gruppe 1 zwischen Hunden unterschieden, die eine Gebrauchsprüfung ablegen müssen und solchen, die keine benötigen. Zur ersten gehören u. a. der Boxer, Hovawart, Dobermann, Rottweiler, Riesenschnauzer, zur zweiten die Deutsche und Italienische Dogge, der Leonberger, Bernhardiner, Berner Sennenhund, Schnauzer, Pyrenäenhund, Bordeaux-Dogge, Eskimo-Hund, Neufundländer, Samojede, Siberian Husky, Englische Bulldogge, Bullmastiff, Mastiff, Tibetdogge.
Gruppe 3-8: Jagdhunde, die aufgeteilt sind in: Terrier (Fox-, Bedlington, Airdale, Kerry Blue, Bull-, Scottish, Skye, Silky, Basenji, Dt. Jagdterrier), Dachshunde (Dackel), Spürhunde für Großwild (Bloodhound, Hannoverscher Schweißhund, Poitevin, Ungarische Bracke, Foxhound), Spürhunde für Niederwild (Otterhound, Beagle, Basset, Dachsbracke, Wachtel, Bayr. Gebirgsschweißhund, Finnenspitz), Vorstehhunde (Deutsch Kurz-, Draht-, Langhaar, Münsterländer, Pudelpointer, Weimaraner, Ungar. Vorstehhund, Franz. Bracke) und Britische Jagdhunde (Pointer, Engl. und Irischer Setter, Gordon Setter, Golden Retriever, Labrador, Engl. Cocker Spaniel).
Gruppe 9: Begleithunde (Pinscher, Dt. Großspitz, kleiner Spitz, Zwergschnauzer, Pudel, Franz. Bulldogge, Dalmatiner, Pekinese, Chow-Chow, King Charles Spaniel, Boston Terrier, Mops, Nackthund, Yorkshire Terrier).
Gruppe 10: Windhunde (Afghane, Barsoi, Whippet, Greyhound, Irish Wolf, Saluki, Sloughi). Für die Zucht von Rassehunden wurden von der Federation Cynologique Internationale (FCI) verbindliche Standards festgelegt. Sie enthalten eine allgemeine Beschreibung der Rasse sowie eine spezielle des Kopfes und des Körpers, genaue Angaben über Haarart, Farbe, Größe, Gewicht und eine Aufstellung der rassespezifischen Fehler. Neben den gezüchteten Hunden gibt es heute noch urtümliche Hunde, die Primitiv-Hunde, die überwiegend wild, ohne tiefer greifende Beeinflussung durch den Menschen leben und sich somit im Anfangsstadium der Haustierwerdung befinden. Zu ihnen zählen u. a. der Dingo und die Paria-Hunde. Die Hunde sind Zehengänger, sie besitzen eine große Gehörkapsel und 42 Zähne, die mit 3-6 Mon. gewechselt werden. Mit Eintritt der Geschlechtsreife (7-11 Mon.) werden Hündinnen zweimal jährlich läufig und gebären nach 59 bis 67 Tagen Trächtigkeit meist mehr als 4 Welpen, die die ersten 10-14 Tage blind sind.

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