Oktober 1152 Ende des Bürgerkriegs

Auf dem Würzburger Reichstag im Oktober 1152 gelang Friedrich I., einen Erbstreit zwischen Welfen und Askaniern in Sachsen zu schlichten. Die verwandtschaftlichen Beziehungen erleichterten ihm die Verständigungspolitik, die er bereits als Herzog von Schwaben gepflegt hatte. So fühlte er sich nicht zuletzt durch die Abstammung seiner Mutter Judith in seinem Handeln bestärkt: sie war die Schwester des Baiernherzogs Heinrichs des Stolzen und Welfs VI., des Herrn der welfischen Hausgüter in Oberschwaben, also eine Welfin. Auch auf dem Kreuzzug Konrads III. hatte Friedrich schon die Möglichkeiten genutzt, die Spannungen zwischen den Familien zu mildern, was ihm sichtbar gelang, wie z. B. vor Konstantinopel, wo Herzog Friedrich und sein welfischer Onkel Welf VI. ihre Feldlager demonstrativ dicht nebeneinander, deutlich abgegrenzt vom Lager des Heeres aufgeschlagen hatten. Nach dem Regierungsantritt drängte es ihn, sich mit seinem welfischen Vetter Heinrich – später »Heinrich der Löwe« genannt – zu versöhnen, der die Nachfolge Heinrichs des Stolzen in Sachsen angetreten hatte. Als freundliche Geste überließ er ihm zunächst die Reichsvogtei Goslar als Lehen. Das ursprünglich geplante Vorhaben, Heinrich das Herzogtum Baiern zurückzugeben, das Kaiser Konrad III. den in die Reichsacht verfallenen Welfen entzogen und den Babenbergern übergeben hatte, konnte Friedrich I. auf dem Würzburger Reichstag nicht durchführen, da der Babenberger Heinrich Jasomirgott den Akt durch sein Fernbleiben sabotierte. Immerhin signalisierte Friedrich I. seine Bereitschaft, das Problem auf jeden Fall anzugehen, und erreichte damit eine gewisse Beruhigung im Reichsinnern, die sich weiter festigte, als Friedrich I. im gleichen ersten Jahr seiner Regierung dem mächtigsten Mann im Südwesten des Reiches, Herzog Berthold von Zähringen, die Ausübung der Herrschaftsrechte in Burgund und in der Provence überließ. Welfen auf dem baierischen Herzogsstuhl
Auf dem Reichstag in Würzburg wurde auch die Romfahrt beschlossen. Friedrich I. bereitete dieses Unternehmen gründlich vor. Neu war, dass noch vor einer Begegnung Papst – König die Klärung und Abgrenzung der vielfältigen Fragen und sich überschneidenden Interessen in einem beide Teile bindenden Vertrag erfolgte. Eine nüchterne Überlegung erleichterte dieses juristische Geschäft: Gemeinsame Gegner sowohl des Königs als auch des Papstes waren die Normannen in Sizilien und Unteritalien sowie die bürgerlichem Revolutionäre in Rom. Friedrich I. fiel es daher nicht schwer, dem Papst zuzusichern, keinen Separatfrieden zu schließen. Auch unterstrich er die traditionelle Verpflichtung, den Papst gegen jeden Angreifer zu verteidigen, und gab überdies die Zusicherung, Byzanz, d. h. »dem König der Griechen keine Zugeständnisse territorialer Art in Italien zu machen«, was der Papst auch ihm gegenüber versprach. Dafür erhielt Friedrich I. die Zusage der Kaiserkrönung und das Wort des Papstes Eugens III., alle die mit Kirchenstrafen zu belegen, die es wagen sollten, die »Ehre des Reiches« zu verletzen. Dieser 1153 in Konstanz ausgehandelte Vertrag beeinflusste auch die päpstliche Politik gegenüber der deutschen Kirche: Rom kam in der Frage der Um- und Neubesetzung von Bischofsstühlen den Wünschen des Königs weitgehend entgegen. Der bilaterale Charakter des Vertrags zeigte deutlich, dass es Friedrich I. vor allem darauf ankam, den die Italienpolitik belastenden Streit zwischen Papst und Kaiser zu entschärfen und Konfliktsituationen von vornherein durch partnerschaftliches Verhandeln zu begegnen. Bevor Friedrich 1154 nach Italien aufbrach, führte er die baierische Herrschaftsfrage zu einer Lösung. Da der Babenberger Heinrich Jasomirgott, Inhaber des baierischen Herzogstuhls, mehrmaliger königlicher Vorladung nicht Folge leistete, entzog ihm das Gremium der Reichsfürsten durch Spruch das Herzogtum und sprach es Heinrich dem Löwen zu. Damit war entschieden und der Welfe in seine alten Rechte eingesetzt. De facto blieb der Fall allerdings noch offen, da sich der Babenberger taub stellte und zu keinem Rückzug bequemte. Friedrich hatte so jedoch die Weichen für eine Aussöhnung mit den Welfen gestellt.