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Papst Alexander III. – Kurze Biografie

Papst Alexander III.In der Sala Regia des Vatikans hat der Renaissancemaler Vasari die große Szene vom Friedensschluss in Venedig 1177 in einem Fresko festgehalten: Kaiser Friedrich I. kniet vor dem Papst und erhält den Friedenskuss. Die Darstellung sollte den Triumph der Kirche zum Ausdruck bringen, doch Alexander III. ging es nicht um Demütigung des Gegners, sondern um Versöhnung. Nach allgemeinem Urteil war er ein friedliebender und hochgebildeter Mann, der sich zu mäßigen wusste, aber energisch seine päpstliche Autorität einsetzte, wenn es um die Freiheit der Kirche ging. Alexander III., ursprünglich Roland Bandinelli, lehrte zunächst an der Universität Bologna Kirchenrecht und war als Wissenschaftler und Redner sehr geachtet. Er hatte Verbindung zur geistigen Welt Frankreichs mit ihrer modernen scholastischen Theologie. Als Kardinal und Kanzler der römischen Kirche zeigte er Profil und behauptete sich ab 1159 als Papst der kaiserfeindlichen europäischen Mehrheit gegen vier Gegenpäpste. Den größten Teil seines Pontifikats verbrachte er im Exil, lange Zeit residierte er im gastlichen Frankreich. Obwohl der englische König Heinrich II. ihn stützte, forderte er von ihm harte Buße, als dieser Thomas Becket, den gegen die königlichen Eingriffe in das Kirchenrecht opponierenden Primas von England, ermorden ließ. 1179 berief er das dritte allgemeine Laterankonzil ein, das vor allem eine neue Papstwahlordnung beschloss, die den mit Zweidrittelmehrheit gewählten Kandidaten zum rechtmäßigen Papst erklärt und heute noch gültig ist. Als kirchenrechtlicher Experte versuchte er, das germanischen Grundsätzen entsprechende Eigenkirchenrecht zu beseitigen und so den Einfluss der Laien entscheidend zurückzudrängen. Nach wechselvollen Kämpfen starb er 1181 als einer der bedeutendsten Päpste des Mittelalters in Civita Castellana.

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