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Elisabeth von Thüringen – Kurze Biografie

Elisabeth von ThüringenElisabeth, 1207 als Tochter König Andreas II. von Ungarn und seiner Frau Gertrud von Andechs-Meranien geboren, kam bereits mit vier Jahren an den Hof des Landgrafen Hermann von Thüringen und wuchs dort mit dessen Sohn Ludwig auf, den sie 1221 heiratete und ihm drei Kinder gebar. Weder er noch ihre Schwiegermutter Sophia haben sie, wie die Legende es will, daran gehindert, selbstlos und reichlich Geld und Gut an Hungernde und Arme auszuteilen. Sie war derartig freigebig, dass sie an einem einzigen Tag fünf ihrer Prachtmäntel verschenkte. Gänzlich unerschrocken widmete sie sich Kranken und Gebrechlichen, ohne sich dabei um Ansteckungsgefahr oder Ekelgefühl zu kümmern. So badete sie einmal, während der Abwesenheit ihres Gatten, einen Aussätzigen und legte ihn ins Bett des Landgrafen. 1226 wurde der Franziskanermönch Konrad von Marburg ihr Beichtvater und gewann größten Einfluss auf ihren Lebenswandel. Als ihr Gatte Ludwig 1227 in Otranto als Kreuzzugsteilnehmer starb, fühlte sie sich frei für ein Leben in Askese und Armut und geriet in völlige Abhängigkeit von Konrad. Konrad, bald der erste Inquisitor in Deutschland und Propagandist päpstlicher Intentionen, stand zu Elisabeth in einem spannungsreichen Beschützerverhältnis. Was ihre Massenspeisungen übrigließen, wurde 1228 für den Bau des Franziskus-Spitals verwendet. Dort lebte sie mit ihren Mägden in strengster Askese und pflegte Kranke, für die 28 Betten aufgeschlagen waren. Als ihre Mägde sie verlassen, bleiben nur eine taube Witwe und eine Nonne bei ihr, überwacht von Konrad, der immer unerbittlicher Unterwerfung, Gehorsam und Fasten verlangt, auch mit der Geißel durchgreift, wenn sie zur Messe zu spät kommt. Als aber Boten aus Ungarn sie heimholen wollen, verlangt sie, als spinnende Magd zu bleiben. Das Problem ihrer Zeit, die Armut, hat sie ohne Originalität zu beanspruchen angegangen, denn: »Ich tue nicht die Werke von mir, sondern in mir wirket und tut die Gnade Gottes.« Nach ihrem Tod 1231 wird sie 1235 heiliggesprochen.

emu