Bagger und Planierraupen

Beim Bau frühgeschichtlicher Fluchtburgen mussten ebenso wie heute beim Ausheben von Kanälen oder beim Aufschütten von Eisenbahndämmen und Autobahntrassen Tausende Tonnen von Erdreich bewegt werden. Seit jeher wurden daher Maschinen zur Bodenbewegung erdacht und gebaut. Eines der ersten Geräte dieser Art ist die Schubkarre, die in China bereits 118 v. Chr. bekannt war. Die chinesische Schubkarre hatte ein Laufrad von etwa einem Meter Durchmesser und Ladefläche oberhalb und seitlich des Rades. Die ersten europäischen Ausführungen hatten dagegen ein kleineres Rad und waren den heute benutzten Karren schon weitaus ähnlicher, die Ladefläche befand sich zwischen dem Laufrad und den beiden Handgriffen. Beim Ausbau des europäischen Kanalsystems und bei der Errichtung der ersten Eisenbahnanlagen in Europa leisteten diese Arbeitskarren sehr gute Dienste. Maschinen zur Bodenbewegung
Für größere Tiefbauarbeiten steht heute eine Vielzahl von Spezialmaschinen zur Verfügung. Eine der ältesten dieser Maschinen ist der Bagger, der bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts – mit Dampfkraft betrieben – weit verbreitet war. In heutiger Zeit finden die verschiedensten Baggertypen Verwendung, je nach dem vorgesehenen Einsatzbereich. Der Schürfkübelbagger hat beispielsweise Gleisketten für unebenen oder weichen Untergrund. Seine Schaufel ist am Ende eines langen Auslegers angebracht und wird mit Stahlseilen über das abzutragende Erdreich gezogen. Je nach dem abzuschürfenden Material ist die Baggerschaufel unterschiedlich gestaltet: Für die Bewegung von weichem Erdreich oder für den Transport von Schüttgütern wie Kohle und zerkleinerte Erze werden leichte Baggerschaufeln verwendet, Schaufeln mittlerer Stärke für normalen Boden und schwere Schaufeln für felsiges Gestein oder tiefere Aushebungen. Große Schaufelradbagger gehören zu den größten Maschinen, die mit eigenem Antrieb selbstständig fahren können. Sie werden zum raschen Ausgraben oder zum Ausheben großer Mengen losen Materials, wie etwa Erz oder Kohle, eingesetzt. Solche Maschinen sind in der Lage, bis zu 10 000 m3 pro Stunde zu fördern. Schwimmbagger werden benutzt, um Docks, Häfen und Schifffahrtsrinnen in Flüssen von Schwemmsand und Schlamm freizuhalten. Ein weiteres Einsatzgebiet ist das Ausgraben von nutzbarem Material wie Sand und Kies oder sonstigen Mineralien, das unterhalb der Wasseroberfläche gefunden wird. Die Schwimmbagger haben einen schiffsähnlichen Schwimmkörper und werden entweder von Schleppern zur Arbeitsstelle gezogen oder erreichen diese mit eigenem Antrieb. Einige Schwimmbagger sind sogar seetüchtig. Sie werden von Dieselmotoren angetrieben, die gleichzeitig entweder direkt über Getriebe oder über Generatoren die Baggeranlage elektromechanisch mit Energie versorgen. Schwimmbagger kommen hauptsächlich in drei Grundarten vor: als Schöpf- Graboder Saugbagger. Schöpfbagger haben Endlosketten mit eimerförmigen Behältern, mit denen sie das zu fördernde Material vom Grund (z. B. Schlamm vom Gewässerboden) aufnehmen. Grabbagger besitzen dagegen einen Ausleger, an dem eine starre oder eine zweigeteilte, schließbare Schaufel angebracht ist. Die meisten Grab- und Schöpfbagger sind mit teleskopartigen Stützen ausgerüstet, die während der Baggerarbeiten ausgefahren werden und das Umkippen verhindern. Schaufellader
Die am häufigsten eingesetzten Maschinen zur Bodenbewegung sind die Planierraupen, sie sind relativ wendig und vielseitig verwendbar. Mit ihren hydraulisch betätigten Schaufeln können die Planierraupen nicht nur Erdreich verschieben, sondern auch anheben, transportieren und entweder an beliebiger Stelle lagern oder Lastkraftwagen beladen. Ihr Fahrwerk ist mit Gleisketten oder mit Rädern, meist mit Allradantrieb, ausgerüstet. Gleiskettenfahrzeuge erzeugen einen geringeren Bodendruck, sie eignen sich gut für weichen Untergrund und können auch schwierigstes Gelände überwinden, Radfahrzeuge dagegen erreichen höhere Fahrgeschwindigkeiten. Welche Fahrzeugart jeweils verwendet wird, hängt von der individuellen Aufgabenstellung ab. Sie können bei den anfallenden Planierarbeiten das Erdreich entweder an bestimmte Stellen schieben und dort anhäufen oder Lastkraftwagen beladen, die es abtransportieren. Für letzteres werden Lastwagen eingesetzt, die eine Ladefähigkeit von 20 Tonnen und mehr haben. Planierpflüge und Erdhobel
Um ebene Flächen zu schaffen – beispielsweise beim Straßenbau -, werden Planierpflüge verwendet. Sie haben ein messerartiges Schild, das ähnlich wie ein Hobel in genau eingestellter Höhe Erdreich abhebt und es in einen Laderaum schiebt. Der Laderaum hat ein Fassungsvermögen bis zu 40 m3. Das Fahrzeug kann das abgeräumte Erdreich zu einer nahegelegenen Abladesteile transportieren und dort entladen, dies geschieht über eine Heckklappe. Diese Maschinen haben entweder Eigenantrieb oder sie werden von Traktoren gezogen. Die letzten Feinheiten beim Einebnen einer Fläche werden vom sogenannten Erdhobel besorgt. Wie der Name schon sagt, arbeitet er (wie auch der Pflug) nach dem gleichen Prinzip wie ein normaler Hobel: In der Mitte des Fahrzeugs ist an der Unterseite ein Schild angebracht, das dünne Erdschichten präzise abräumt. Allerdings besitzt der Erdhobel keine eigene Ladefläche, das Planierschild ist schräg angebracht und schiebt das Erdreich beiseite.