Auto und unsere Gesellschaft

Das Automobil mit Verbrennungsmotor, dessen Anfänge ungefähr 100 Jahre zurückliegen, ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden. Anfangs nur ein Spielzeug, diente es später reichen Leuten als individuelles Fortbewegungsmittel. Inzwischen aber hat das Automobil – sei es als Personen- oder Lastkraftwagen – den Welthandel und das Verkehrswesen im allgemeinen – und als Konsequenz die Gesellschaft in ihrer Beweglichkeit geradezu revolutioniert. Den entscheidenden Anstoß dazu gab Henry Ford (1863-1947), der 1908 mit seinem »Modell T« erstmals ein billiges und in Massen produziertes Automobil auf den Markt brachte. Die Möglichkeit, dass nun auch der einfache Mann praktisch überall hinreisen konnte, wurde zur Grundlage des modernen Tourismus. Das teure Automobil dagegen wurde zum Statussymbol, mit dem der Besitzer Reichtum und Einfluss demonstrieren konnte. Gefahren für die Gesellschaft
Inzwischen bewegen sich aber rund 600 Millionen Autos auf den Straßen unseres Globus, und es stellt sich immer drängender die Frage nach der Zukunft des Autos. Umweltverschmutzung und Treibstoffverknappung nehmen rasch zu, und immer mehr Menschen wird klar, dass wir uns in Zukunft ein Auto in der heutigen Form nicht mehr werden leisten können. Ein bis zu 5 m langes und 2m breites Fahrzeug für nur fünf Personen, angetrieben von einem Verbrennungsmotor mit schlechter Treibstoffausnutzung, der die Luft verpestet und die Menschen lärmkrank macht – ein Fahrzeug, das die Städte verstopft, wertvolle Rohstoffe verbraucht und die Bewegungsfreiheit, für die es geschaffen wurde, selbst wieder zunichte macht. Vielmehr müssten Fahrzeuggrößen und Leistungsbedarf, aber auch die Einstellung der Gesellschaft zum Straßenverkehr grundlegend geändert werden. Welche Motoren sind geeignet?
Bei der Verbrennung des Treibstoffs in den Zylindern des Automotors treten zahlreiche unerwünschte Nebenprodukte wie Kohlenmonoxid, unverbrannte Kohlenwasserstoffe, Stickstoffoxid, Bleisalz, Eisenoxid und Ruß auf. Neue gesetzliche Bestimmungen haben zwar zur Verringerung der Luftverschmutzung in den Städten beigetragen. Sie lässt sich aber selbst durch strenge Auflagen wie in den USA nicht völlig verhindern. Die Bekämpfung des Lärms, der zu einem großen Teil auch durch schwere oder untermotorisierte Fahrzeuge hervorgerufen wird, ist ein weiteres, schwer zu lösendes Problem. In beiden Fällen lassen sich gewisse Erleichterungen höchstens für bestimmte Bezirke erreichen, beispielsweise durch die Einrichtung von Fußgängerzonen in den Stadtzentren. Damit verlagert sich der Verkehr aber nur in die umliegenden Gebiete und ruft hier zusätzliche Belastungen hervor. Zukunftsaussichten
Die bisherige Forschung hat bereits zu technischen Fortschritten geführt, die größere Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit zum Ziel hatten. Da ist z. B. der katalytische Nachbrenner im Auspufftopf zu nennen, der Schadstoffe im Abgas bleiarmer Benzine beseitigt. Treibstoffeinsparungen wurden erzielt durch verbesserte elektronische Zündanlagen, Gürtelreifen, weniger untersetzte Hinterachsen und geringeren Hubraum. Für die nahe Zukunft strebt man drei Ziele an. Da der heutige Verbrennungsmotor mindestens noch 5 Jahre vorherrschen wird, bemüht man sich erstens um weitere Verringerung des Treibstoffverbrauchs und der Schadstoffemission. Zweitens müssen Maßnahmen zur Steuerung der Verkehrsdichte und des Verkehrsflusses gefunden werden. Drittens aber muss die Fahrzeugkonstruktion sicherer werden (bessere Airbags, abknickende Lenksäulen, stabile Innenräume, stoßabweisende Formgebung), Außerdem müssen Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen getroffen werden (bessere Reifen, Bremsen, Beleuchtung, Federung und Erkennbarkeit). Langfristig aber müssen Antriebssysteme gefunden werden, für die man das knapper werdende Erdöl nicht mehr braucht.

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Info 18.01.2018 05:03
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