Maschinenwaffen

Maschinenwaffen geben eine ununterbrochene Schussfolge ab, solange der Abzug gedrückt wird. Zu ihnen gehören Kanonen, Gewehre und Pistolen. Die ersten Konstruktionen mussten noch von Hand betätigt werden, stellten aber die Grundlage für die späteren echten Maschinenwaffen dar. Die ersten amerikanischen Konstruktionen
Als eine der ersten mechanischen Waffen ist die nach ihrem Erfinder, dem Amerikaner Richard Gatling (1818-1903), benannte Kanone bekannt geworden, die 1863 erstmals vorgeführt wurde. Sie besaß sechs parallele Läufe und wurde durch Drehen einer Handkurbel betrieben. Waffen dieser Art wurden SO Jahre lang auf der ganzen Welt und mit verschiedenen Kalibern benutzt. Spätere Konstruktionen wurden mit Elektromotoren angetrieben oder nützten den Gasdruck im Lauf aus. Rückstoßbetriebene Konstruktionen nutzen den Abschussrückstoß zum Auswurf der leeren Patronenhülse, zum Neuspannen des Verschlusses und zum Abzug. Bei der Gasdruck-Konstruktion werden diese Funktionen von einem Kolben ausgelöst, der über eine Bohrung aus dem Lauf mit Treibgas beaufschlagt wird. Eine weitere amerikanische Konstruktion war die Lowell-Kanone von 1875, die ebenfalls von Hand betrieben wurde. Bei ihr wurde aber bereits das Problem der Erhitzung nach 300 bis 400 Schuss dadurch gelöst, dass die Waffe vier revolverartig drehbare parallele Läufe besaß, von denen jeweils drei Läufe auskühlen konnten, während sich ein vierter Lauf in Schussposition befand. Die nächste Entwicklungsstufe wurde von dem Amerikaner Sir Hiram Stevens Maxim (1840-1916) in London ausgelöst. Auf der Basis eines Winchester-Gewehrs konstruierte er das erste echte Maschinengewehr. Durch den Rückstoß wurde sein Schlagbolzen mitsamt dem Schloss nach rückwärts getrieben. Dabei wurde die leere Patronenhülse herausgezogen, eine neue Patrone in Schussposition gebracht und der Bolzen gegen Federdruck weiter nach hinten getrieben. Dann schnellte er wieder nach vorne und zündete die nächste Patrone. Die Patronen waren auf einem Gürtel aufgereiht und wurden seitlich in das Gewehr eingeführt. Die einzelnen Gürtel konnte man miteinander verbinden, sodass es möglich war, auch über längere Zeit Dauerfeuer zu geben. Maxim vereinfachte diese erfolgreiche Konstruktion weiter und gründete mit der Schiffsbaugesellschaft Vickers eine Firma zur Herstellung dieses Maschinengewehrs, das dann bei Vorführungen in ganz Europa großen Eindruck hinterließ. Vickers übernahm schließlich selbst die Herstellung und verbesserte die Konstruktion noch. In dieser Version wurde das Maxim das Standardmaschinengewehr für viele Jahre. Neben den Maschinenwaffen, die mit Rückstoß funktionieren, wurden später noch Gasdruck-Konstruktionen eingeführt. Maschinenwaffen im Zweiten Weltkrieg
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs gab es drei Hauptgruppen von Maschinengewehren: leichte Maschinengewehre wie das Bren, die rasch in Feuerstellung gebracht werden können, mittelschwere Maschinengewehre wie das Vickers-Gewehr mit der Möglichkeit langer Schussfolgen, aber auch schwerer und unhandlicher, und schließlich schwere Maschinenwaffen gegen Flugzeuge und ähnliche Ziele. Die Unterschiede zwischen diesen Typen waren aber eher taktischer als technischer Art. Das leichte Maschinengewehr führte sich erst ein, nachdem deutsche Waffen wie das Erma-Gewehr und zahlreiche sehr einfache russische Konstruktionen sowie die Gewehre von Sten und Thompson ihre Kriegstauglichkeit bewiesen hatten. Die Amerikaner bevorzugten höchste Feuerkraft wie z. B. beim M1-Gewehr, von dem General George Patton (1885-1945) gesagt hatte, es sei die beste jemals gebaute Kriegswaffe. Es war eine sehr einfache und zuverlässige Gasdruck-Konstruktion. Für Truppen, denen eine lange Waffe hinderlich war, wurde später eine kürzere Karabinerform dieses Gewehrs konstruiert. Diese Bauart stand dann in der Nachkriegszeit bei der Konstruktion des belgischen FN-Maschinengewehrs Pate. Automatische Pistolen, die streng genommen halb automatische Waffen sind, kamen um die Jahrhundertwende auf. Die 9-mm-Luger-Pistole wurde 1908 eingeführt und die Walther-Pistole P 38 1938 bei der deutschen Wehrmacht. Sie blieb als bewährte Faustfeuerwaffe, die allerdings stark von der Munitionsqualität abhängig war, auch weiterhin allgemein in Gebrauch. Gegenüber dem Revolver hat die automatische Pistole eine höhere Feuergeschwindigkeit und ein größeres Magazin, es kommt aber bei ihr unter Schmutzeinwirkung leichter zu Ladehemmungen. Dies ist ein schwacher Punkt aller Maschinenwaffen, sie müssen auch unter widrigsten Bedingungen noch zuverlässig funktionieren. Die Jagdflugzeuge und Bomber im Ersten Weltkrieg waren mit Lewis-, Spandau- und Hotchkiss-Maschinengewehren bewaffnet. Im Zweiten Weltkrieg trugen die Jagdflugzeuge bis zu acht solcher Maschinengewehre vom Kaliber 12,7 mm, die als »Fliegende Festung« bekannten amerikanischen Bomber sogar bis zu 13 Stück. Als dann die Jagdmaschinen immer schneller wurden und ihre vielfach gepanzerten Ziele nur noch in Sekundenbruchteilen erfassen konnten, wurden sie mit Maschinenkanonen und Sprengmunition ausgerüstet. Die letzte Entwicklung ist von Mike O’Dwyer, der Australier entwickelte ein vollelektronisches Waffensystem (Metal Storm), das theoretisch bis zu einer Million Schüsse pro Minute abfeuern kann.

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Info 23.11.2017 19:30
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