Kosmetika und Parfüms

Schon in der Steinzeit haben die Menschen kosmetische Mittel benutzt, wenn sie ihren Körper anlässlich ihrer Jagdriten bemalten. Diese Sitte wird bei manchen Naturvölkern noch heute geübt. Bei den Ägyptern war das Schminken bereits um 5000 v. Chr. eine hoch entwickelte Kunst, wie man bei Ausgrabungen festgestellt hat. Heute werden Kosmetika aber nicht nur zur Schönheitspflege, sondern auch zur Hautreinigung, zur Verhütung von Hautreizungen sowie zur Korrektur von Schönheitsfehlern angewandt. Mit dem Anlegen einer Schminkmaske für Bühne und Kamera (Theater, Film, Fernsehen) können ganz besondere Effekte erzielt werden. Cremes und Lotionen
Viele Kosmetika sind Emulsionen von Ölen oder Wachsen und Wasser. Nach dem Auftragen auf Haut oder Haar verdunstet das Wasser, die öligen Substanzen bleiben als dünner Film zurück. Ähnlich sind auch Reinigungscremes zusammengesetzt, mit denen man das Make-up wieder entfernt. Zur Herstellung einer derartigen Creme mischt man ein Gewichtsteil weißes Bienenwachs mit drei Teilen Paraffin bei einer Temperatur von 70 °C und fügt dann zwei Teile Wasser und ein sechzehntel Teil Borax (ein farblos kristallines Pulver) hinzu. Das Gemisch wird schließlich so lange verrührt, bis es auf 35 °C abgekühlt ist. Dann kann man einen Duftstoff beimischen. Fortschritte in der Technik des Emulgierens und neuartige Grundstoffe haben dazu geführt, dass heute eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Cremes hergestellt wird. So gibt es beispielsweise sogenannte Foundation Cremes als Grundlage für das Make-up, Feuchtigkeitscremes, die das Austrocknen der Haut verhindern, und Handcremes, die das Öl-Wasser-Gleichgewicht in der Haut erhalten oder auch wiederherstellen. Kosmetische Lotionen wie z. B. Tonics und Fresheners sind mild adstringierende, d. h. zusammenziehende Lösungen mit Wasser und Alkohol als Grundstoffen. Sie sollen angeblich die »Poren« der Haut schließen, tatsächlich aber ziehen sie die Öffnungen der Haarfollikel zusammen. Sie können wasseranziehende Stoffe wie Glycerin und erfrischend wirkendes Menthol enthalten. Zu den Fresheners gehören auch Kölnisch Wasser und Aftershave-Lotionen. Lippenstift, Puder und Lidschatten
Gesichtspuder überdeckt Lichtreflexe auf der Haut, die durch natürliche fettige Hautausscheidungen entstehen, und gibt ihr ein gleichmäßiges Aussehen. Grundstoffe sind Zinkoxid, Wiener Kalk, Talkum und stearinsaures Zinksalz für die Haftfähigkeit, ferner anorganische Farbpigmente und organische Farblacke. Als Duftstoffe dienen Blütenauszüge oder synthetische Riechstoffe. Gesichtsmasken werden mit einem heißen Schwamm auf die Haut aufgetragen und trocknen als wasserabstoßende Puderschicht auf. Sie enthalten eine parfümierte Pudermasse und Füllstoffe, vermischt mit Ölen und Wachsen. Lippenstifte müssen eine gut haftende und deckende Farbe enthalten und angenehm schmecken. Grundstoffe sind Wachse und nicht trocknende Öle, die je nach Mischungsverhältnis und Wachsschmelzpunkt unterschiedliche Eigenschaften ergeben. Als Farbmittel kommen wieder Pigmente, Farblacke sowie Farblösungen – meist auf der Basis von Eosin-Derivaten – zur Anwendung. Für gute Deckkraft ist Titandioxid beigegeben. Zur Herstellung einer einfachen Lippenstiftmasse mischt man sechs Gewichtsteile Ceresin-Wachs mit einem Teil Olivenöl, zwei Teilen Lanolin, vier Teilen Petrolgelee und einem Teil flüssigem Paraffin. Dann werden die gewünschten Pigmente mit Rizinusöl verrieben, je nach Farbton wird Eosin zugefügt. Dann wird die geschmolzene Masse in eine Form gegossen, in der sie erkaltet. Ähnlich sind Lidschattenfarben und Augenbrauenstifte mit entsprechenden Farbmaterialien zusammengesetzt, jedoch enthält Lidschattenmasse mehr Petrolgelee, sodass sie mit dem Pinsel aufgetragen werden kann. Augenbrauenstifte dagegen haben einen höheren Schmelzpunkt, damit sie fest bleiben. Nagellack und Desodorants
Grundstoff des Nagellacks ist Nitrocellulose mit einem platifizierenden Mittel sowie Harz und einer Farbe in flüchtigem Lösungsmittel. Die Harzzugabe erhöht Haftfestigkeit, Härte, Glanz und Beständigkeit gegen seifenartige Mittel. Das Lösungsmittel verdunstet nach dem Auftragen in knapp fünf Minuten. Als Farben dienen gelöste Farbmittel und unlösliche Farblacke mit Titandioxid. Perlmutt oder Glimmer, pulverisiert eingemischt, ergibt einen irisierenden Metalleffekt. Bei der bakteriellen Zersetzung von Schweiß entstehen unangenehme Gerüche (vor allem durch die sich bildende Buttersäure), die man ganz einfach durch öfteres Waschen, aber auch durch antibakterielle Mittel in geeigneter Lösung beseitigen kann. Sogenannte Desodorants unterdrücken die Schweißbildung nicht, und ihre Wirkung lässt nach einiger Zeit nach. Antitranspirants sollen dagegen das Auftreten von Schweiß verhindern. Man geht davon aus, dass ein elektropositiver Stoff an den negativ geladenen äußeren Öffnungen der Schweißkanäle den Transport des Schweißes auf die Hautoberfläche verhindert. Die schweißunterdrückenden Stoffe enthalten meist ein Aluminiumsalz als Wirkstoff. Aluminiumchlorid und Aluminiumsulfat wirken gleichartig, können aber durch ihr saures Verhalten Haut und Kleider schädigen. Die heutigen Antitranspirants enthalten Aluminiumchlorid in gepufferter Form. Dadurch werden diese Nachteile weitgehend vermieden.

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Info 18.11.2017 12:56
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