Geschichte der Drucktechnik

Wahrscheinlich wurden bewegliche Lettern aus Metall zum ersten Mal in der königlichen Schriftgießerei von Korea im Jahre 1403 hergestellt, mit diesen Typen wurde sechs Jahre später ein Buch gedruckt. Erst seit 1439 gibt es in Europa eine Drucktechnik, wie wir sie heute kennen. Johannes Gutenberg (um 1400-68), ein Deutscher, der in Mainz und in Straßburg arbeitete, entwickelte die Drucktechnik weiter. Er verwandte bewegliche, aus Metall gegossene Drucktypen (Lettern). Frühe Druckverfahren
Im Jahre 1456 erschien das erste wirklich gedruckte Buch, es war eine lateinische Bibel, die in Mainz mit größter Wahrscheinlichkeit von Johannes Gutenberg und seinen Mitarbeitern gedruckt wurde. Wie Gutenberg seine Drucktypen herstellte, ist nicht exakt überliefert, erst 1540 findet sich in dem in Venedig gedruckten Buch von Vannoccio Biringuccio (1480-1539), »De la Pirotecnica«, eine Beschreibung des Schriftgießens. Die Drucktypen wurden hergestellt, indem geschmolzenes Metall in eine Kupfermatrize gegossen wurde. Die Matrize (Gussform) stellte man durch Ein punzen eines gravierten Stahlstempels in ein Stück Kupfer her. Seit Gutenberg gab es viele Jahrhunderte hindurch keine bedeutsamen Änderungen in den grundlegenden Druckverfahren. Die Metalltypen wurden mit der Hand zu Seiten zusammengesetzt: Sie bildeten die Druckformen, die eingefärbt und auf Papierbogen in einer Handpresse abgedruckt wurden. Eine erste größere Änderung kam erst 1795, als Finnin Didot (1764-1836) Verfahrensweisen ausprobierte, um Duplikat-Druckplatten (Stereotypien) von gesetzten Drucktypen herzustellen. Drei Jahre später erfand Alois Senefelder (1771-1834) aus München die Lithographie. Er hatte in seinem Bestreben, ein praktisches Verfahren zum Druck von Musiknoten zu finden, versucht, die Noten seitenverkehrt auf eine flache Steinplatte zu zeichnen, dabei benutzte er eine Farbe aus Wachs, Seife und Lampenruß. Ursprünglich bestand seine Absicht darin, den Stein mit Säure zu ätzen, doch führten seine Experimente zu einem ganz neuen Druckverfahren, das auf der Grundlage des wechselseitigen Abstoßens von Druckfarbe auf Ölbasis und Wasser beruht. Von der Druckplatte zur Druckmaschine 1800 wurde Didots Stereotypieverfahren durch Charles Stanhope (1753-1816) vervollkommnet. Er benutzte Gipsmörtel, um die Matern herzustellen. Geschmolzenes Metall wurde in die Gipsmatern gegossen und damit eine haltbare Druckplatte hergestellt, jeweils eine ganze Seite auf einmal. 1806 erfand Anthony Berte eine mechanische Vorrichtung für das Schriftgießen, bei der eine Pumpe geschmolzenes Metall in die Matrize presst. In der gleichen Zeit baute Friedrich König (1774-1833), der als deutscher Drucker 1806 nach England gekommen war, die erste erfolgreiche Druckmaschine, eine Reihe lederbezogener Walzen übernahm die Druckfarbe aus einem Behälter und färbte die Drucktypen bei einer Hin- und Her-Bewegung automatisch ein. Außer dem Anlegen und Abnehmen des Papiers von der Druckform arbeitete diese dampf getriebene Presse automatisch. 1806 entwickelte König eine Zylinderdruckmaschine, in der die Drucktypen auf einem Fundament befestigt waren, sie bewegten sich unter den lederbezogenen Druckwalzen und anschließend unter einem Zylinder, um den der Druckbogen lag. Bald wurden zwei Maschinen, jeweils mit doppelten Zylindern, hergestellt. Entwicklungen im 19. Jahrhundert
Edward Cowper (1790-1852) erhielt 1816 ein Patent für ein Verfahren zum Biegen von Stereotypieplatten für Rotationsdruck, wobei die erste Platte von einer flachen Drucktypenform gegossen wurde. 1816 bauten F. König und Andreas Friedrich Bauer (1783-1860) die erste Druckmaschine, die gleichzeitig beide Seiten eines Papierbogens bedruckte. Eine herkömmliche Buchdruckpresse verwendet seitenverkehrte Drucktypen mit einem spiegelverkehrten Bild. Augustus Applegath (1788-1871) entwickelte 1817 eine Maschine, mit der man Banknoten mit dem gleichen Bild auf beiden Seiten des Papiers drucken konnte, jede Farbe stand dabei in perfektem Zusammendruck mit den anderen Farben. Dadurch sollte das Fälschen erschwert werden. Die Maschine druckte auf der Vorderseite im Hochdruck, auf der Rückseite in dem Verfahren, das wir heute Offset nennen. Ein Lederpolster wurde mit dem Spiegelbild der Originaldruckform bedruckt, welche danach auf das Papier übertragen wurde. So war das Druckbild auf der Rückseite identisch mit dem der Vorderseite. Dieses Prinzip wurde später in den Offsetdruck übernommen, bei dem die Druckform seitenrichtig mit dem fertigen Druck steht. Die folgenden siebzig Jahre brachten viele Änderungen. Claude Genoux aus Lyon führte die Herstellung von Stereotypien mittels Matern aus Papiermache ein. Die französische Firma Worms & Phillipe ließ sich 1845 die Idee patentieren, gebogene Stereoplatten direkt aus einer gebogenen Mater zu gießen. Diese Methode wird noch heute verwendet. Der Amerikaner David Bruce jr. (1809-92) baute 1838 die erste wirtschaftlich erfolgreiche mechanische Schriftgussmaschine, die 100 Drucktypen je Stunde herstellen konnte. 1852 führte der Franzose Rose Joseph Lemercier (1802-87) den ersten photolithographischen Druck aus. Er bedeckte seinen Druckstein mit einer lichtempfindlichen Schicht, die er durch ein Papiernegativ belichtete. Nach dem Auswaschen mit Terpentin konnte die Zeichnung auf dem Stein danach für den normalen lithographischen Druck eingefärbt werden.