Die Einteilung des Tierreichs

Die einfachsten Tiere bestehen aus einer einzigen Zelle (Einzeller, Protozoa). Bei manchen Arten der Protozoen finden sich die Einzelindividuen zu Kolonien zusammen. Die Zellen einer Kolonie sind untereinander weitgehend gleich, jede Zelle ist auch für sich allein lebensfähig. Die Vielzeller (Metazoa) bestehen aus verschiedenartigen Zellen, die wegen ihrer Spezialisierung nur im Zellverband existieren können. Einen Zellverband aus gleichartigen Zellen nennt man Gewebe, verschiedene Gewebe können zu einem Organ verbunden sein. Im Grundplan stimmen Protozoen- und Metazoenzellen überein. Hier wie dort finden sich ein echter Zellkern und Protoplasma mit einigen Strukturen, die für die grundlegenden Lebensfunktionen nötig sind. Als selbstständige einzelne Zelle verfugt ein Protozoon darüber hinaus über besondere Organellen, mit welchen es Leistungen vollbringen kann, zu denen ein vielzelliges Tier eigene Organe aus verschiedenen spezialisierten Zelltypen benötigt. Von den Schwämmen zu den Weichtieren
Man unterteilt das Tierreich in Stämme. Den einfachsten Stamm der Vielzeller bilden die Schwämme (Porifera), deren einzelne Zellen ein großes Maß an Selbstständigkeit bewahrt haben. Die Hohltiere (Coelenterata) zeigen bereits eine Differenzierung in verschiedene Gewebe. Der Zölenteratenkörper enthält einen einzigen Hohlraum mit nur einer Öffnung, die von einem Kranz von Fangarmen umgeben ist. Es gibt festsitzende Hohltiere wie Hydra und freischwimmende wie die Quallen. Die Tiere der drei nächsten Stämme sind sich in ihrer äußeren Gestalt so ähnlich, dass man sie früher als »Würmer« zusammenfasste. In ihrem inneren Bau weisen sie jedoch so große Unterschiede auf, dass eine Unterteilung in die Stämme der Plattwürmer (Plathelminthes), der Schlauchwürmer (Aschelminthes) und der Ringelwürmer (Annelida, z. B. Regenwurm) sinnvoll ist. Die Weichtiere (Mollusca) bilden nächst den Gliederfüßern den artenreichsten Tierstamm. Ein auffallendes Merkmal vieler Mollusken ist ihre äußere Schale. Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia) liefern die vielgestaltigen Schalen und Gehäuse, die an den Stränden aller Meere zu finden sind. Die Kopffüßer (Cephalopoda) sind Mollusken, die ihren Namen von den zehn (Tintenfische) oder acht Armen (Kraken) haben, die am Kopf sitzen. Bei vielen Kopffüßern ist die Schale überwachsen oder, wie beim Octopus, fast ganz zurückgebildet. Die komplizierte Art der Fortbewegung und die räuberische Lebensweise der Kopffüßer sind gekoppelt mit dem Besitz leistungsfähiger Sinnesorgane und eines hoch entwickelten Nervensystems. Gliederfüßer, Stachelhäuter, Chordatiere
Die Gliederfüßer (Arthropoda) bilden mit fast einer Million Arten den artenreichsten Tierstamm. Seine wichtigsten Klassen sind die Krebstiere (Crustacea), die Spinnentiere (Arachnida) und die Insekten. Die Gliederfüßer haben jede nur denkbare ökologische Nische auf dem Land, im Wasser, in der Luft und als Parasiten eingenommen. Sie besitzen, wie die Ringelwürmer, einen segmentierten Körper, dessen ursprüngliche Gliederung oft jedoch nur noch während des Larvenstadiums sichtbar ist. Ferner zeichnen sie sich durch ein dem ganzen Körper Halt und Schutz gebendes äußeres Skelett aus. Die meisten Gliederfüßer besitzen aus vielen Sehelementen zusammengesetzte Komplexaugen und ein gut entwickeltes Nervensystem. Die Stachelhäuter (Echinodermata), z. B. Seeigel und Seesterne, besitzen meist ein Stacheln tragendes Kalkskelett. Ihre Larven zeigen, dass Stachelhäuter ursprünglich zweiseitig(bilateral)-symmetrisch, erwachsen meist fünfstrahlig radiär-symmetrisch sind. Die Chordatiere (Chordata) erhielten ihren Namen von dem als Achsenskelett dienenden ungegliederten Rückenstab (Chorda dorsalis). Bei zwei der drei Unterstämme der Chordaten ist er nur während der Entwicklung angelegt, beim erwachsenen Tier fehlt er ganz (Manteltiere, Tunicata) oder ist durch eine knöcherne Wirbelsäule ersetzt (Wirbeltiere, Vertebrata). Fische, Lurche, Kriechtiere, Vögel, Säuger
Zu der artenreichsten und stammesgeschichtlich ältesten Gruppe der Wirbeltiere, den Fischen, gehören zwei Klassen: die Knorpelfische (Chondrichthyes: Haie und Rochen) und die höherentwickelten Knochenfische (Osteichthyes). Die Lurche (Amphibia: Frösche und Kröten, Molche, Salamander und Blindwühlen) sind die ältesten Landwirbeltiere. Sie haben das Leben im Wasser noch nicht vollständig aufgegeben, sondern legen ihre Eier im Wasser ab. Ihre Larven (Kaulquappen) leben im Wasser und atmen mit Kiemen. Die Entwicklung der Kriechtiere (Reptilia: Eidechsen, Schlangen, Schildkröten und Krokodile) verläuft bereits vom Ei an auf dem Lande. Eine pergamentartige Schale schützt das Ei und verhindert, dass es austrocknet. Ein großer Dotter bietet dem im Ei heranwachsenden Embryo Nahrung. Die Vögel (Aves) ähneln den Reptilien in vieler Hinsicht, sodass sie dem englischen Zoologen Thomas Huxley wie »herausgeputzte Reptilien« vorkamen. Die meisten Unterschiede beruhen auf der fliegenden Lebensweise der Vögel. Diese haben leichte Röhrenknochen, ein Federkleid hilft ihnen, ihre Körpertemperatur konstant auf 42 °C zu halten. Wie die Vögel sind die Säuger (Mammalia) gleichwarm. Von wenigen Ausnahmen (z. B. Schnabeltier) abgesehen, entwickeln sich die Embryonen der Säuger im Körper der Mutter. Kennzeichnendes Merkmal aller Säuger sind die Milchdrüsen, mit ihrer Milch säugen sie ihre Jungen.

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Info 18.01.2018 05:08
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