Fremde Lebensformen im Weltall

Das Leben hat sich auf der Erde in den uns vertrauten Formen entwickeln können, weil hier die Bedingungen dafür günstig sind. Wäre die Erde kleiner, kälter oder von geringerer Masse, dann müsste das Leben eine andere Entwicklung genommen haben, bei ganz ungeeigneten Verhältnissen wäre es überhaupt nicht entstanden. Leben ist da wo es vorkommt, stets seiner Umgebung angepasst. Falls anderswo ein Planet die Größe und Masse der Erde haben und ebenfalls in 150 Millionen km Entfernung um einen Stern gleicher Art wie die Sonne laufen sollte, könnte man auf ihm vernünftigerweise auch Leben erwarten. Der 1972 gestarteten Sonde Pioneer 10 wurde daher eine Plakette mitgegeben als Botschaft von der Erde für den Fall, dass die Sonde irgendwann in den Bereich intelligenter Lebewesen kommt. Leben ganz anderer Art?
Es ist keineswegs selbstverständlich, dass alle Erscheinungsformen des Lebens dem irdischen Muster entsprechen müssen. Theoretisch wäre z. B. nichts gegen einen gescheiten Astronomen mit sechs Beinen und zwei Köpfen einzuwenden. Wenn er aus den gleichen Naturstoffen bestünde wie wir, dürfte man ihn nicht solchen interessanten Kreaturen zurechnen wie etwa den »kleinen grünen Männchen«. Wirklich fremdartig wären Lebewesen, die etwa reines Methan atmen und bei Temperaturen von -150°C und darunter existieren könnten. Man behaupte nicht, derartiges sei unmöglich, wir können nur alle erreichbaren Fakten sammeln und diese dann möglichst sinnvoll zu deuten suchen. Aber eine vernünftige Erörterung der Frage nach Leben auf anderen Planeten muss sich auf uns geläufige Erscheinungsformen beschränken. Andernfalls würden die Spekulationen sinnlos ausarten. Man darf erwarten, dass ein Planet vom p der Erde auch Leben irdischer Art hervorbringen kann. Beispielsweise sind der 19 Lichtjahre entfernte Stern 6 Pavonis der Sonne verblüffend ähnlich. Wir haben nicht die geringste Ahnung, ob er Planeten besitzt, aber warum sollte das nicht der Fall sein? Vielleicht machen sich die Bewohner eines seiner Planeten in eben diesem Augenblick Gedanken über die Möglichkeit intelligenten Lebens auf einem Planeten eines gelben Sterns 4. Größe an ihrem Himmel. Und wie es auf der Erde biologische Gemeinschaften gibt, die polarem Klima öder tropischen Bedingungen angepasst sind, könnten sehr wohl auf einem angenommenen Planeten der Sonne Pavonis von vornherein arktisch oder tropisch entwickelte Lebensformen zu finden sein je nachdem, ob dieser in größerer oder geringerer Entfernung von seinem wärmespendenden Zentralgestirn seine Bahn zieht als die Erde. Aber dies sind reine Vermutungen, solange wir keine Vergleichs Möglichkeiten mit wirklich existierenden außerirdischen Wesen haben. Unterschiedliche Perspektiven
Etwa die Hälfte aller Sterne unserer Galaxie gehört zu Doppelsternsystemen. So reizvoll es ist, sich Planeten vorzustellen, deren Himmel das Spiel zweier, eventuell sogar verschiedenfarbiger Sonnen belebt, so fraglich ist es, ob es wegen der wenig bekannten himmelsmechanischen Verhältnisse bei Doppelsternen überhaupt Planeten in stabilen Bahnen geben kann. Noch problematischer sind veränderliche Sterne als Zentralsterne belebter Planeten, denn nur ein über sehr lange Zeiträume leidlich stabiles Strahlungsklima macht die Evolution höherer biologischer Formen überhaupt möglich. Immerhin sind relativ lichtschwache, langlebige Hauptreihensterne wie unsere Sonne weitaus in der Mehrzahl. Alles spricht eigentlich dafür, dass wir einen ganz normalen Durchschnittsfall im Universum darstellen, so dass auch anderswo ähnliche Lebensformen existieren mögen. Unsere Sonne liegt in einem verhältnismäßig sternarmen Außengebiet der Milchstraße am Rand eines Spiralarms. Befänden wir uns dagegen in einem Kugelsternhaufen, so würde der Nachthimmel im Licht vieler Sterne erglühen, die alle die Venus an Glanz überträfen. Viele dieser Sterne wären rötlich, weil sie schon einen recht langen Lebensweg zurückgelegt hätten. Sollten sie Planeten besitzen, könnte auf diesen das Leben weiter fortgeschritten sein als bei uns. Die relative Nähe dieser Sterne würde die Aufnahme interstellarer Kontakte erleichtern. Verbindungen mit anderen Planetensystemen
Bei den uns zur Verfügung stehenden Mitteln ist der Funk die einzige Möglichkeit, mit »Brüdern im Geist« auf anderen Planeten Verbindung herzustellen. Radiowellen bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit durch den Raum, so dass eine Antwort im günstigsten Fall immerhin schon nach 10 bis 100 Jahren zu erwarten wäre. Tatsächlich empfangen wir ständig Radiostrahlungen aus dem Weltall. Über die Frage, wie man bewusste Signale (falls vorhanden) aus ihnen herausfinden könne, sind schon internationale Konferenzen veranstaltet worden. In Green Bank (USA) wurde 1960 die Suche nach »intelligenten« Signalen aufgenommen. Als mögliche Quellen wurden zwei verhältnismäßig nahe, sonnenähnliche Sterne, x Ceti und e Eridani, angepeilt, als Wellenlänge 21,8 cm gewählt, weil auf dieser Länge der interstellare Wasserstoff der Milchstraße »sendet«, sie also jeder astrophysikalisch einigermaßen fortgeschrittenen Zivilisation geläufig sein sollte. Positive Ergebnisse liegen bisher noch nicht vor. Die Suche wird aber fortgesetzt auch in Deutschland. Aber bei der Deutung von Signalen aus dem Weltraum ist Zurückhaltung am Platze. Dies hat die Entdeckung der Pulsare gezeigt, deren Signale zuerst (scherzhaft?) »kleinen grünen Männchen« zugeschrieben wurden.

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Info 14.12.2017 16:06
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