Vom Bund zum Deutschen Reich – Chronik – 1850 bis 1870

1850 31. Januar: In Preußen wird das Dreiklassenwahlrecht eingeführt. März: In Erfurt tritt das Parlament der "Union" zusammen. Aufgrund der "hessischen Frage" droht zwischen Preußen und Österreich ein Krieg auszubrechen.

1850 1. September: Ohne die Staaten der "Union" tritt der Frankfurter Bundestag wieder zusammen.

1850 19. November: Preußen verzichtet in der Punktation von Olmütz auf die "Union". Der "Deutsche Bund" wird somit wieder hergestellt.

1851 Ernennung des Otto von Bismarck zum preußischen Gesandten am Bundestag. Das Parlament wird durch einen Staatsstreich des Präsidenten Louis Napoleon auseinandergetrieben.

1852 Die Thronfolge für Schleswig und Holstein wird durch das Londoner Protokoll wiederhergestellt.

1853 Ein Krieg zwischen der Türkei und Russland beginnt.

1854 Bildung eines Bündnisses zwischen den Westmächten und der Türkei. Während Österreich noch zögert, bleibt Preußen neutral. Im September landen die Verbündeten auf der Krim. Verkündung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria.

1856 Durch den Frieden von Paris findet der Krim-Krieg ein Ende.

1858 In Preußen wird die Regentschaft von Prinz Wilhelm übernommen. Treffen von Napoleon III. und Cavour in Plombieres. Gemeinsam planen sie den Befreiungskrieg Italiens und Frankreichs gegen Habsburg.

1859 29. April: Der Präventivangriff Österreichs auf Piemont bringt den Krieg in Italien zum Ausbruch. Daraufhin marschiert die französische Armee in Italien ein.

1859 Juni: Niederlage der österreichischen Armeen bei Magenta und Solferino.

1859 September: Gründung des liberalen und nationalen "Nationalvereins" in Eisenach.

1860 Vorlage des Entwurfs zur Heeresreform durch den Kriegsminister Preußens.

1861 Dezember: Sieg der "Fortschrittspartei" bei den Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus.

1862 Ablehnung des Antrags Österreichs um Aufnahme in den deutschen Zollverein durch den deutschen Bundestag. Bismarck, der bislang preußischer Gesandter in Petersburg war, wird Gesandter in Paris. Der König besteht auf der umstrittenen, vom Abgeordnetenhaus nicht bewilligten Heeresreform. Das hat zur Folge, dass das Abgeordnetenhaus alle Heeresausgaben vom Etat streicht. Ernennung des Otto von Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten.

1863 8. Februar: Im Auftrag von Bismarck schließt der General von Alvensleben eine Konvention mit der russischen Regierung ab. Diese verschafft den Russen Unterstützung gegen den polnischen Aufstand.

1863 23. Mai: Lassalle gründet den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein.

1863 August: Ohne Beteiligung Preußens bemüht sich Habsburg auf dem Frankfurter Fürstentag um eine Neuordnung Deutschlands unter österreichischer Führung. König Friedrich VII. stirbt. Eine Gesamtverfassung Dänemarks einschließlich Schleswigs und Holsteins wird verkündet.

1864 Preußisch-österreichischer Krieg gegen Dänemark. Veröffentlichung des Syllabus durch den Papst (Verzeichnis moderner Irrlehren). Dänemark tritt Holstein und Schleswig an Österreich und Preußen ab (Frieden von Wien).

1865 Mit dem Gasteiner Vertrag erzielen Preußen und Österreich eine Einigung über die Schaffung von Besatzungszonen in Schleswig-Holstein.

1866 Preußen führt Krieg gegen Habsburg, Hannover und die deutschen Südstaaten. Bei Königgrätz werden die Österreicher geschlagen. Am 26. 7. wird der Vorfriede von Nikolsburg geschlossen. Preußen verzichtet auf die Vernichtung Österreichs. Im Frieden von Prag scheidet Österreich aus dem Reich aus. Bismarck erwirkt sich vom Abgeordnetenhaus "Indemnität". Preußen verleibt sich Kurhessen, Hannover, Frankfurt und Nassau ein. Die National-Liberalen spalten sich von der Fortschrittspartei ab.

1867 "Das Kapital" von Marx erscheint. Kaiser Maximilian wird in Mexiko erschossen. Der erste Reichstag des Norddeutschen Bundes tritt zusammen. Das Habsburger Reich wird zum zweigeteilten Staat: Österreich-Ungarn.

1869 Eröffnung des Vatikanischen Konzils. In Eisenach wird die marxistische Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet.

1870 Die französische Regierung stellt die Forderung, Preußen möge auf die Kandidatur eines Hohenzollernprinzen für den spanischen Thron verzichten. Der Erbprinz von Hohenzollern-Sigmaringen tritt von der spanischen Thronkandidatur zurück. Die französische Regierung fordert den König von Preußen auf, für immer auf die Spanienkrone zu verzichten. Bismarck veröffentlicht die Emser Depesche. Die Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubensdingen wird vom vatikanischen Konzil als Dogma angenommen. Frankreich erklärt Preußen den Krieg. Die Bündnisverpflichtungen gegenüber Preußen werden von den süddeutschen Staaten eingehalten. Aufgrund der russischen Gefahr bleibt Österreich neutral. Die französische Armee erfährt eine vernichtende Niederlage bei Sedan. Napoleon III. gerät in Gefangenschaft.
 
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