1914
20. Mai: Die Ausmerzung Serbiens wird in einer Denkschrift des österreichischen Auswärtigen Amtes als lebenswichtig für Habsburg eingeschätzt.
28. Juni: Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin durch serbische Fanatiker.
6. Juli: Kaiser und Reichskanzler raten dem österreichischen Botschafter das sofortige Einschreiten Österreichs gegen Serbien.
20. Juli: In Belgrad erhält der österreichische Gesandte ein Ultimatum an Serbien, welches von Wien als unhaltbar eingestuft wird.
21. Juli: Durch den russischen Außenminister wird dem deutschen Botschafter mitgeteilt, dass Russland keine feindlichen Aktionen gegen Serbien dulden werde.
21.-23. Juli: Staatsbesuch des französischen Staatspräsidenten Poincare in St. Petersburg.
23. Juli: In Belgrad übergibt der österreichische Gesandte die Note, die auf den 25. Juli befristet ist.
25. Juli: Kurz vor Ablauf der Frist erfolgt eine Antwort Serbiens auf das österreichische Ultimatum in Form einer formellen Annahme unter schweren Vorbehalten. Daraufhin sofortiger Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Serbien durch Österreich.
26. Juli: Der deutsche Botschafter erhält vom russischen Außenminister das Ehrenwort, dass Russland bislang "kein Pferd und keinen Reservisten" eingezogen habe. Serbien wird von Österreich-Ungarn der Krieg erklärt.
29. Juli: Russland mobilisiert die an Habsburg anstoßenden Grenzbezirke. Churchill hält die britische Flotte zusammen, die sich zu Manövern zusammengefunden hat.
30. Juli: Der österreichische Generalstab erhält vom deutschen Generalstabschef von Moltke den Rat, verstärkt mobil zu machen.
31. Juli: In Paris wird der Sozialistenführer Jaures von einem Nationalisten ermordet. Bereits am frühen Morgen des 31. Juli befiehlt die Zarenregierung die allgemeine Mobilmachung. Im Lauf des Vormittags ordnet auch Österreich die allgemeine Mobilmachung an. Am Mittag teilt das Reich Österreich mit, dass Österreich zunächst die Hauptlast des Krieges gegen Russland tragen müsse, da das Reich selbst seine militärischen Kapazitäten vorwiegend gegen Frankreich konzentrieren würde. Am frühen Nachmittag wird der "Zustand drohender Kriegsgefahr" durch das Deutsche Reich ausgerufen. Kurz darauf erhält der deutsche Botschafter in Paris die Anweisung, die französische Regierung um eine Zusage neutraler Haltung zu bitten. Sollte er diese erhalten, möge er Toul und Verdun als Bürgschaft fordern. Um Mitternacht überreicht der deutsche Botschafter in Petersburg ein auf 12 Stunden befristetes Ultimatum, welches die Einstellung der Mobilmachungsmaßnahmen beinhaltet.
1. August: Unterlassung der beabsichtigten Kriegserklärung an Frankreich in den Mittagsstunden. Kurz darauf weist die Reichsregierung den Botschafter in Petersburg an, um 17 Uhr MEZ den Krieg zu erklären. Um 16 Uhr erfolgt die Anordnung der allgemeinen Mobilmachung durch die französische Regierung. Eine Stunde später ordnet auch die Reichsregierung allgemeine Mobilmachung an. Italien erklärt seine Neutralität.
2. August: Belgien wird vom Reich dazu aufgefordert, dem Durchmarsch deutscher Truppen nichts entgegenzusetzen. Mobilmachung der britischen Flotte.
3. August: Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich.
4. August: In den frühen Morgenstunden marschieren deutsche Truppen in Belgien ein. Die Kriegskredite werden vom deutschen Reichstag einstimmig genehmigt.
5. August: Nach Ablauf eines Ultimatums erklärt England Deutschland den Krieg.26.-30. August: Hindenburg und Ludendorff schlagen die russische Invasionsarmee bei Tannenberg.
26. August - 12. September: Zurückwerfung der österreichischen Armeen bis in die Karpaten hinein.
30. August: Der rechte deutsche Flügel, der zur Umfassung von Paris bestimmt war, schwenkt vor Paris auf die Marne zu ein.9. September: Auf Anordnung des Abgesandten der Obersten Heeresleitung werden die beiden Armeen des deutschen rechten Flügels abgezogen.
14. September: Ersetzung Moltkes als Generalstabschef, nachdem die deutsche Offensive im Westen zum Scheitern verurteilt war.
1. November: Die Türkei tritt an der Seite der Mittelmächte in den Krieg ein. Mitte Dezember: Die Front in Frankreich erstarrt.
1915
18. Februar: Eröffnung des U-Boot-Kriegs gegen England durch das Reich.
19. Februar: Die Westmächte eröffnen den Angriff auf die Dardanellen.
18. März: Abschluss eines Geheimabkommens bezüglich Konstantinopel und der Meerengen zwischen den Westmächten und Russland.
22. April - 25. Mai: Erstmaliger Einsatz von Giftgas durch die Deutschen in der Schlacht bei Ypern.
7. Mai: Ein deutsches U-Boot versenkt den britischen Passagierdampfer "Lusitania".
23. Mai: Italien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg. September: Nach der Eroberung Westrußlands beginnt die russische Front durch die deutschen und österreichischen Armeen zu erstarren. In Zimmerwald in der Schweiz fordert eine internationale Sozialistenkonferenz zum Kampf gegen den Krieg auf.
6. September: Bündnis zwischen den Mittelmächten und Bulgarien.
18. September: Auf amerikanischen Druck hin beenden die Deutschen den U-Boot-Krieg gegen England.
1916
21. Februar - 21. Juli: Die Deutschen eröffnen den Angriff auf Verdun. Dieser zieht die Ausblutung des französischen und deutschen Heeres nach sich.
6. März: Falkenhayn und Tirpitz wollen den U-Boot-Krieg wieder aufnehmen. Der Kaiser wendet sich gegen diese Forderung.
17. März: Rücktritt des Admirals von Tirpitz.
20. April: Als Reaktion auf eine drohende Note der USA sichert das Reich zu, die völkerrechtlichen Regeln einzuhalten.
31. Mai - 1. Juni: Die britische und deutsche Flotte schlagen eine Seeschlacht im Skagerrak, die letztlich unentschieden bleibt.
4. Juni: Der russische General Brussilow dringt bis zu den Karpaten vor.
24. Juni - 26. November: In der Sommeschlacht führen französische und englische Armeen einen Gegenschlag zur Verdun-Offensive.
27. August: Kriegserklärung Rumäniens an Österreich-Ungarn.
29. August: Ernennung Hindenburgs zum Chef des Generalstabes und Ludendorffs zum Ersten Generalquartiermeister.
1. September - Dezember: Unter Generalfeldmarschall von Mackensen wird Rumänien von einer deutschen Armee überrannt.
5. November: Polen wird von den Mittelmächten zum selbständigen Königreich erklärt. Dadurch erhoffen sie sich die Rekrutierung einer polnischen Armee zum Kampf gegen Russland.
21. November: Kaiser Franz Joseph I. stirbt. Karl I. wird sein Nachfolger.
2. Dezember: Beschluss des Hilfsdienstgesetzes im Reich.
12. Dezember: Die Alliierten erhalten ein Friedensangebot durch das Reich. Sie lehnen es einige Tage später ab.
1917
Januar - Mai: Karl I. von Österreich führt Sonderfriedensverhandlungen mit Frankreich, ohne das Reich darüber in Kenntnis zu setzen.
31. Januar: Erklärung des unbeschränkten U-Boot-Kriegs durch das Reich. Die Vereinigten Staaten brechen ihre diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab.
14. Februar: Zwischen Frankreich, Russland und Großbritannien wird ein Geheimvertrag über Elsass-Lothringen und die Rheingrenze geschlossen.
11. März: Geheimer Vertrag zwischen Russland, Frankreich und England über die Westgrenzen Russlands.
12. März: Ausbruch der russischen Revolution.
6. April: Die Vereinigten Staaten erklären Deutschland den Krieg.
7. April: In der Osterbotschaft kündigt Kaiser Wilhelm II. die Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts in Preußen an.
9.-11. April: Ablösung des kriegsfeindlichen Flügels der Sozialdemokratie von der Mehrheit auf dem Gothaer Parteitag.
16. April: Mit Hilfe des deutschen Oberkommandos erreicht Lenin Petersburg.
4. Mai: Das neutrale Griechenland wird von den Alliierten besetzt.
14. Juli: Reichskanzler von Bethmann-Hollweg wird gestürzt. Der bisherige Leiter des Reichsernährungsamtes, Georg Michaelis, wird sein Nachfolger.
19. Juli: Annahme einer Friedensresolution durch die Mehrheitsparteien des deutschen Reichstages.
1. August: Eine Friedensvermittlung des Papstes scheitert an der Weigerung Deutschlands, Belgien komplett herauszugeben.
30. Oktober 1917 - 30. September 1918: Graf Hertling ist Reichskanzler.
7. November: Die Bolschewisten erlangen die Macht in Russland und errichten die Sowjetrepublik ("Oktoberrevolution")
28. November: Friedensverkündung der Bolschewisten (ohne Entschädigung und Annexionen).
22. Dezember: Friedensverhandlungen zwischen den Mittelmächten und der neuen Sowjetregierung in Brest-Litowsk.
1918
1. Januar: Präsident Wilson stellt ein Friedensprogramm in 14 Punkten auf.
1. Januar: In Wien und Berlin finden Massenstreiks statt.
9. Februar: Der sog. "Brotfrieden" zwischen der Ukraine und den Mittelmächten wird geschlossen.
3. März: Friedensschluss mit Russland in Brest-Litowsk mit der Folge, dass Russland all seiner Gewinne seit Peter dem Großen entledigt wird.
21. März - 17. Juli: Ohne Erfolg führt die Oberste Heeresleitung mehrere frontale Angriffe gegen die alliierten Stellungen durch.
7. Mai: In Bukarest schließen Rumänien und die Mittelmächte Frieden.
18. Juli-September: Die Entente eröffnet die Offensive im Westen. Eine Erklärung Ludendorffs besagt, der Krieg sei militärisch nicht mehr zu beenden.
15. September: Die bulgarische Front bricht zusammen.
29. September: Aufforderung der Obersten Heeresleitung an die Reichsregierung, innerhalb von 24 Stunden einen Waffenstillstand herbeizuführen.
30. September: Der Reichskanzler Graf Hertling tritt zurück. Prinz Max von Baden übernimmt sein Amt.
3. Oktober: Prinz Max von Baden lässt die Bitte um Waffenstillstand hinausgehen. Forderung Wilsons an Deutschland, einen Waffenstillstand herbeizuführen, der eine Kriegsfortführung unmöglich macht.
20. Oktober: Einstellung des U-Boot-Krieges.
24. Oktober: Eröffnung einer italienischen Offensive gegen das auseinanderbrechende österreichisch-ungarische Heer.
26. Oktober: Entlassung Ludendorffs. General Groener wird Generalquartiermeister.
28. Oktober: Durch eine Änderung der Reichsverfassung findet eine praktische Annäherung an den Zustand der Weimarer Verfassung statt. Meuterei der Matrosen gegen eine vermeintliche Todesfahrt der Hochseeflotte.
Ende Oktober: Auseinanderbrechen des Habsburgerreichs. Die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Deutsch-Österreich und Ungarn werden selbständig.
31. Oktober: Die Türkei legt ihre Waffen nieder.
3. November: einseitiges Abbrechen des Kampfes an der italienischen Front durch Österreich-Ungarn. Von der Flotte aus wird in Kiel die Revolution aufs Land getragen.
8. November: In Bayern ruft Kurt Eisner die Republik aus.
9. November: In Riesendemonstrationen zieht die Berliner Arbeiterschaft durch die Stadt. Die führenden Offiziere des Großen Hauptquartiers erklären die Niederschlagung des Aufstandes in Deutschland durch die Frontarmee für nicht durchführbar. Am Mittag gibt Prinz Max von Baden in eigener Regie die Abdankung Wilhelms II. Als Kaiser und König bekannt. Eine Stunde später ernennt er Ebert zum Reichskanzler. Karl Liebknecht ruft vom Schloss aus die sozialistische Republik aus. Scheidemann reagiert darauf mit der Proklamation der demokratischen Republik vom Reichstag aus. In den frühen Abendstunden scheitert Ebert an dem Versuch, den Prinzen Max von Baden als "Reichsverweser" zu gewinnen.
10. November: Kaiser Wilhelm II. geht nach Holland. Aus je drei Mitgliedern der Mehrheitssozialdemokratie und der Unabhängigen Sozialdemokraten wird der "Rat der Volksbeauftragten" gebildet. Im Namen der Obersten Heeresleitung stellt sich Hindenburg der Republik zur Verfügung.
11. November: Kaiser Karl I. flieht in die Schweiz. Zwischen Deutschland und der Entente kommt es zum Waffenstillstand.
12. November: Deutsch-Österreich wird von der deutsch-österreichischen Nationalversammlung zu einem Bestandteil der deutschen Republik erklärt.
Kategorie: Deutsche Chronik Nach oben