1918
12. November: Vom Rat der Volksbeauftragten wird eine Reihe sozialpolitischer Maßnahmen verkündet.
15. November: Der Staatsrechtler Preuß wird von Ebert beauftragt, eine Reichsverfassung auszuarbeiten.
23. November: Hugo Preuß' Entwurf eines Programmes für einen deutschen Einheitsstaat wird von der sog. Staatenkonferenz zerschlagen.
28. November: Rücktritt Wilhelms II. als Deutscher Kaiser und König von Preußen.
30. November: Für die künftige deutsche Nationalversammlung wird vom Rat der Volksbeauftragen eine Wahlordnung beschlossen.
4. Dezember: Von führenden Zentrumspolitikern wird eine Erklärung für eine "Rheinische Republik" als Gliedstaat des Deutschen Reiches abgegeben.
12. Dezember: Eingriffe der Arbeiter- und Soldatenräte in die Pressefreiheit, die Lebensmittelversorgung und die Rechtspflege werden vom Rat der Volksbeauftragten abgelehnt. Auch die "Rheinische Republik" erfährt eine Ablehnung durch den Rat der Volksbeauftragten.
16. Dezember: In Berlin tritt ein Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands zusammen.
18. Dezember: Vom Rätekongreß wird ein Siebenpunkteprogramm - die sog. Hamburger Punkte - zur radikalen Demokratisierung der Armee angenommen.
19. Dezember: Der Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte spricht sich für die Einberufung einer deutschen Nationalversammlung aus.
23. Dezember: Aus dem Rat der Volksbeauftragten scheiden die Unabhängigen aus.
23./24. Dezember: Der Marstall und das Schloss in Berlin, von den radikalen Matrosen besetzt, werden schwer umkämpft.
24. Dezember: Die Regierung Ebert, inzwischen truppenlos geworden, erfährt seine Rettung durch den von den Revolutionären geachteten Weihnachtsabend.
1919
1. Januar: Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands.
4. Januar: Mit dem Ziel, Freikorps aufzustellen, verlässt der Volksbeauftragte Noske Berlin.
5. Januar: In Berlin bricht ein neuer Aufstand der radikalen Linken aus.
18. Januar: Im Spiegelsaal von Versailles wird die Friedenskonferenz eröffnet.
19. Januar: Aus den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung geht eine schwarzrotgoldene Mehrheit hervor (SPD, Zentrum, Demokraten).
4. Februar: Im sächsischen Landtag erhalten SPD und Unabhängige Sozialdemokraten die Mehrheit.
6. Februar: Am Tag des Zusammentritts der Nationalversammlung legt Ebert die Macht in deren Hände.
10. Februar: Das "Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt" wird von der Nationalversammlung verabschiedet.
11. Februar: Ebert wird zum vorläufigen Reichspräsidenten gewählt.
13. Februar: Ebert ernennt Scheidemann zum Reichskanzler.
21. Februar: Graf Arco erschießt den bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner.
21. Februar: Sprengung des bayrischen Landtags. Die Macht geht an den Zentralrat der bayrischen Republik über.
7. April: Die erste Räterepublik wird in Bayern ausgerufen.
13. April: In Bayern wird die zweite Räterepublik ausgerufen.
28. April - 1. Mai: Durch Freikorps wird die bayrische Räterepublik beseitigt.
7. Mai: In Versailles werden die Friedensbedingungen der deutschen Delegation überreicht.
12. Mai: Vor dem in Berlin tagenden Reichstag lehnt Reichskanzler Scheidemann den Entwurf des Friedensvertrages ab.
20. Juni: Die Regierung Scheidemann tritt zurück.
22. Juni: Unter Gustav Bauer erklärt sich die neue Reichsregierung zur Unterzeichnung des Versailler Vertrages bereit.
28. Juni: Im Spiegelsaal von Versailles wird der Friedensvertrag unterzeichnet.
11. August: Inkraftsetzung der neuen Reichsverfassung (Weimarer Verfassung).
16. September: Eintritt Adolf Hitlers in die Deutsche Arbeiterpartei.
1920
10. Februar: In der ersten Schleswigschen Zone findet eine Volksabstimmung statt. Nordschleswig stimmt für Dänemark.
24. Februar: Im Münchner Hofbräuhaus findet eine erste Massenveranstaltung der NSDAP statt.
11. März: Der Reichsfinanzminister erhebt gegen den Abgeordneten Helfferich eine Beleidigungsklage. Trotz schwerwiegender Beschuldigungen wird dieser nur geringfügig verurteilt.
13. März: Durch einen Staatsstreich ergreifen nationalistische Kreise unter Führung des Landschaftsdirektors von Ostpreußen, Wolfgang Kapp, von Berlin Besitz. Der Reichspräsident und die Reichsregierung weichen nach Stuttgart aus. Gegen die "Kappregierung" wird vom Reichspressechef zum Generalstreik aufgerufen.
17. März: Die gescheiterte "Regierung" Kapp tritt zurück.
27. März: Sturz der Regierung Bauer. Neubildung der Regierung durch den Sozialdemokraten Hermann Müller.
6. April: Aufgrund des Eindringens der Reichswehr in das Rheinland bei der Verfolgung der Kommunisten werden Frankfurt und Darmstadt von französischen Truppen besetzt.
18.-26. April: Auf der Konferenz von San Remo handeln die Alliierten Zugeständnisse in der deutschen Frage gegen solche im Vorderen Orient aus.
6. Juni: Nach den Reichstagswahlen gibt es keine Mehrheit mehr für die schwarzrotgoldene Koalition.
21./22. Juni: Die Konferenz von Boulogne führt zu keiner Einigung über die deutschen Reparationen.
24. Juni: Bildung einer mittelparteilichen, von der SPD geduldeten Regierung Fehrenbach.
5.-16. Juli: Auch die Konferenz von Spa bringt keine Einigung über die deutschen Reparationen mit sich.
11. Juli: Eine große Mehrheit der Bezirke Allenstein und Marienwerder stimmt für Deutschland.
20. September: Nach öffentlicher Abstimmung werden Eupen und Malmedy an Belgien abgetreten.
14. Oktober: Die Mehrheit der USPD tritt auf dem Parteitag zu Halle zur KPD über.
15. November: Unter dem Protektorat des Völkerbundes wird der Freistaat Danzig konstituiert.
Kategorie: Deutsche Chronik Nach oben