1930
1. Januar: Die Arbeitslosenzahl ist auf 3,2 Millionen angestiegen.
20. Januar: Auf einer Konferenz in Haag einigen sich die Mächte über den Young-Plan.
7. März: Aus Protest gegen den Young-Plan tritt Reichsbankpräsident Schacht zurück.
11. März: Die Young-Plan-Gesetze werden vom Reichstag mit einfacher Mehrheit angenommen.
18. März: Der Reichspräsident fordert vom Reichskanzler Hilfe für den Osten.
25. März: Zum Schutz der Republik wird ein Gesetz erlassen, das allerdings kaum wirksam ist.
27. März: Wegen eines Streits um die Erhöhung der Beiträge für die Arbeitslosenversicherung um 1/2 % wird der Reichskanzler Hermann Müller gestürzt.
29. März: General Schleicher veranlasst die Ernennung des christlichen Gewerkschaftsführers Heinrich Brüning zum Reichskanzler.
18. Juli: Annahme eines sozialdemokratischen Antrags durch den Reichstag, der beinhaltet, dass die Notverordnung vom 16.7. über die Behebung wirtschaftlicher Notstände gemäß der Weimarer Republik wieder aufgehoben werden soll. Der Reichstag wird anschließend von der Reichsregierung aufgelöst.
14. September: Die Anzahl der Sitze der NSDAP steigt bei den Reichstagswahlen von 12 auf 107 an.
25. September: Bei einem Prozess gegen hohe Reichswehroffiziere lässt sich Hitler den Eid zuschieben, er wolle seine Ziele ausschließlich mit legalen Mitteln verfolgen.
30. November: Rücktritt des Chefs der Heeresleitung, Wilhelm Heye.
1931
1. Januar: Die Arbeitslosenzahl ist auf 4,9 Millionen angestiegen.
20. März: Österreich und das Reich veröffentlichen ihren Plan der Zollunion.
31. März: Beschluss des Osthilfegesetzes.
5. Juni: Die Regierung beschließt neue Notverordnungen und erklärt den Young-Plan für nicht länger durchführbar.
20. Juni: Herbert Hoover, der Präsident der USA, schlägt vor, alle internationalen Zahlungsverpflichtungen für ein Jahr zurückzustellen ("Hoover-Feierjahr").
1. Juli: Gemessen an 1929 ist der Produktionsindex um60 % gesunken und die Rohstahlerzeugung von 13 Millionen Tonnen auf 4 Millionen.
13. Juli: Schließung der Darmstädter und Nationalbank.
9. August: Nur 37 % stimmen für den Volksentscheid, der die Auflösung des preußischen Landtages fordert (Ablehnung).
19. August: Empfehlung des britischen Bankiers Layton, den Kapitalentzug aus Deutschland einzudämmen.
21. September: England wendet sich vom Goldstandard ab und trägt so zur Schwächung der Weltwirtschaft bei.
10. Oktober: Hindenburg empfängt erstmals Hitler und Göring.
11. Oktober: Zusammenschluss der "Harzburger Front" aus Deutschnationalen, Stahlhelm, Nationalsozialisten und Rechtsradikalen.
1932
27. Januar: Hitler spricht vor dem Industrieclub in Düsseldorf.
Februar: Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 6,2 Millionen.
13. März: Erster Wahlgang der Reichspräsidentenwahl ergibt folgende Verteilung der Stimmen: Hindenburg erhält ca. 18,1, Hitler 11,3, Thälmann 5,0 und Düsterberg 2,6 Millionen der Stimmen.
10. April: Im zweiten Wahlgang erhält Hindenburg 19,3, Hitler 13,4 und Thälmann 3,7 Millionen der Stimmen und Hindenburg wird somit Reichspräsident.
13. April: Verbot der SA und SS durch die Regierungsverordnung.
20. April: Aus den preußischen Landtagswahlen geht eine kommunistisch-nationalsozialistische Mehrheit hervor.
7. Mai: Geheime Verhandlungen zwischen General von Schleicher und Hitler. Letzterem werden im Gegenzug zu einer Duldung einer nationalen Regierung Neuwahlen und Aufhebung des SA-Verbots versprochen.
12. Mai: Schleicher zwingt den Wehr- und Innenminister zur Abgabe des Wehrministeriums.
30. Mai: Rücktritt des Reichskanzlers Brüning.
1. Juni: Ernennung des Franz von Papen zum Reichskanzler.
4. Juni: Auflösung des Reichstags.
14. Juni: Aufhebung des SA-Verbots.
9. Juli: Der Vertrag von Lausanne zieht die praktische Beendigung der Reparationen nach sich.
20. Juli: Das Reich übernimmt die Regierung Preußens. Das Kabinett Braun wird abgesetzt.
31. Juli: Nach den Wahlen zum Reichstag ist die NSDAP mit Abstand die stärkste Partei im Reich.
13. August: In Verhandlungen mit Papen und Hindenburg fordert Hitler das Reichskanzleramt.
12. September: Auflösung des Reichstags, nachdem der Regierung Papen mit großer Mehrheit das Misstrauen ausgesprochen wurde.
10. Oktober: Im Streit zwischen Reich und Preußen belässt ein Urteil des Reichsgerichts der abgesetzten Regierung einige bedeutungslose repräsentative Funktionen.
6. November: Die neuen Reichstagswahlen ziehen keine wesentliche Änderung der politischen Situation nach sich.
1. Dezember: Hindenburg wird vom Reichskanzler von Papen eine unbefristete Vertagung des Reichstags vorgeschlagen. General von Schleicher legt der Reichskanzler den Versuch einer Spaltung der NSDAP nahe.
2. Dezember: General v. Schleicher wird vom Reichspräsidenten zum Reichskanzler ernannt.
7. Dezember: In einer nationalsozialistischen Führertagung wird Hitler zum Vizekanzler gewählt.
11. Dezember: Dem Reich wird von der Abrüstungskonferenz in Genf militärische Gleichberechtigung zugestanden.
Kategorie: Deutsche Chronik Nach oben